Essstörungen ernst nehmen!

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(v.l.): Dr. Ulrich Cuntz, Prof. an der PMU Salzburg und Chefarzt, Angelika Graf (MdB), Elke Ferner (MdB) und Prof. Dr. Voderholzer, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Schön Klinik Roseneck.

Rosenheim - Die Forschung EDNET soll verhindern, dass Magersüchtige rückfällig werden. Angelika Graf und Elke Ferner erkundigten sich jetzt über die Ergebnisse.

Essstörungen im Jugendalter können das Leben eines Menschen nachhaltig negativ beeinflussen. Bei schweren Krankheitsverläufen hungern sich die vorwiegend weiblichen Patientinnen zu Tode. Seit 2006 wird das Forschungsprojekt EDNET der Schön Klinik zur internetbasierten Rückfallprophylaxe (Leitung von Prof. Dr. Manfred Fichter) für Essstörungen nach stationärer Therapie durch Bundesmittel gefördert.

Zum Ende der Projektlaufzeit besuchten die SPD-Gesundheitspolitikerinnen Angelika Graf, heimische SPD-Bundestagsabgeordnete und die zuständige stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion und Bundesvorsitzende der Frauenorganisation der SPD Elke Ferner die Schön-Klinik Roseneck in Prien. Dort informierten sie sich beim Ärztlichen Direktor , Professor Voderholzer, über die bisherigen Ergebnisse. „Das Projekt EDNET verfolgt das Ziel, dem Wiederauftreten von essgestörtem Verhalten vorzubeugen und Rückfälle zu verhindern“, so Prof. Voderholzer. Hier könnten Patientinnen im Anschluss an eine stationäre Therapie übers Internet Kontakt zu ihren vertrauten Therapeuten halten und würden somit auch im Alltag selbstbestimmt, fachkundig und individuell begleitet.

Die weltweit größte Studie zu diesem Thema belege, dass diejenigen, die an dem Programm teilgenommen haben, einen besseren Verlauf hatten als eine Kontrollgruppe. „Gerade aufgrund des Mangels an ausreichend psychosomatischen, auf Essstörungen spezialisierten, ambulanten Therapieplätzen stellt dieses innovative Projekt eine hervorragende Möglichkeit der therapeutischen Begleitung zur Überbrückung dar“, bewertete Graf das Projekt der erst kürzlich ausgezeichneten Schön Klinik. Essstörungen seien vorwiegend in Wohlstandsgesellschaften anzutreffen, weiß Ferner. „Aufgrund des spezifischen und komplexen Krankheitsbildes müssen wir viel stärker auf präventive Strategien setzen, um Essstörungen vorzubauen“, so Ferner. Mediziner wie Politikerinnen waren sich einig, dass in der Prävention der Schlüssel zum Erfolg im Kampf gegen Essstörungen liege. „Um die größten Risikofaktoren wie das moderne Schlankheits- und Leistungsideal sowie die Allpräsenz von Diättipps einigermaßen ausschalten zu können, muss man vor allem die Stärkung des Selbstwertgefühls gefährdeter Personengruppen einerseits und die Früherkennung durch regelmäßige Gesundheits-Checks auch im Teenager-Alter professionell ausbauen“, forderten Ferner und Graf.

Als in diesem Bereich tätiges, erfolgreiches Rosenheimer Projekt verwies Graf hier auf den „Arbeitskreis (AK) Leben hat Gewicht“. Dieser biete mit dem „ACE Cafe Rosenheim“ im Schüler- und Studentenzentrum in der Pettenkoferstr. 9, 83022 Rosenheim niedrigschwellig und monatlich – jeden ersten Samstag im Monat von 16 bis 18 Uhr - eine wichtige Anlaufstelle für junge Menschen mit essgestörtem Verhalten im Anfangsstadium an. „Diese Krankheit wird viel zu oft unterschätzt. Dabei kann sie oft lebensbedrohliche Folgen für die Betroffenen haben“, weiß Graf. „Deshalb ist Prävention wie sie im ACE-Cafe verstanden und gelebt wird, hier besonders wichtig“ – was auch die jahrzehntelangen Erfahrungen der Schön Klinik Roseneck bestätigten.

Pressemitteilung Bürgerbüro Angelika Graf

Quelle: rosenheim24.de

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