Eine herzliche deutsch-israelische Freundschaft

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Jugendblaskapelle Wasserburg, die anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Begegnungen

Rosenheim - Seit 30 Jahren pflegt der Landkreis Rosenheim die Jugendbegegnungen mit Beer Sheva. Ein wesentlicher Bestandteil ist die Unterbringung der jugendlichen Gäste in Familien.

Die große Bedeutung der Jugendbegegnungen haben Vertreter aus dem Landkreis Rosenheim und aus Beer Sheva in einem gemeinsamen Festakt im Rathaus der israelischen Stadt herausgestellt. Beide Seiten sicherten sich zu, am gemeinsamen Weg auch zukünftig festzuhalten.

Angeführt wurde die Landkreisdelegation von Altlandrat Dr. Max Gimple, der in seiner Amtszeit die Jugendbegegnungen stets förderte und unterstützte und dabei selbst Freundschaften schloss. Gimple sprach von einer wunderbaren Entwicklung, dass angesichts der Distanz, der unterschiedlichen Kulturen und der gemeinsamen Vergangenheit die Beziehungen derart wachsen und gedeihen konnten. Beer Sheva’s Bürgermeister Ruvik Danilovic betonte, dass die Freundschaft mit dem Landkreis Rosenheim von einer ganz besonderen Herzlichkeit geprägt sei.

Insgesamt waren zwölf Vertreterinnen und Vertreter des Kreistages, von Landkreisgemeinden, des Kreisjugendrings, der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und dem Landratsamt nach Israel gereist. Zur gleichen Zeit weilte das Jugendorchester der Stadtkapelle Wasserburg zu einem Gegenbesuch in der Stadt am Rande der Negev-Wüste. Das Akkordeonorchester von Beer Sheva war im vergangenen Jahr für zwei Wochen in Wasserburg zu Gast. Anlässlich des 30- jährigen Jubiläums gaben beide Orchester im Anschluss an den Festakt ein gemeinsames festliches, mit großem Beifall honoriertes Konzert im S. Rubin Konservatorium.

Ein wesentlicher Bestandteil der Jugendbegegnungen war und ist die Unterbringung der jugendlichen Gäste in Familien. So ist es möglich, dass junge Israelis und Jugendliche aus dem Landkreis den Alltag im jeweils anderen Land kennenlernen können. Das große Engagement, mit dem sich die gastgebenden Familien um ihre jungen Gäste kümmern lässt auf eine gute Zukunft hoffen. Gleiches gilt für die offizielle Seite: In Beer Sheva kümmern sich die Stadtverwaltung und die Israelisch-Deutsche Gesellschaft darum, im Landkreis Rosenheim sind dies neben dem Landkreis, der Kreisjugendring und die Deutsch-Israelische Gesellschaft. Finanziell gefördert werden die Maßnahmen vom Bayerischen Jugendring sowie vom Goethe- Institut.

Die Rosenheimer Delegation konnte sich vor Ort davon überzeugen, dass die Jugendbegegnungen alles andere als eine jugendtouristische Veranstaltung sind. Am Rande der Negev-Wüste gelegen muss die 200.000 Einwohner-Stadt mit Trockenheit und großer Hitze umgehen können. Trotz dieser Bedingungen erlebte Beer Sheva in den vergangenen drei Jahrzehnten eine enorme Zuwanderung.

Bei den Mitgliedern der Delegation hinterließen der Besuch und die große Gastfreundschaft einen bleibenden Eindruck. Nach einem umfangreichen Besuchsprogramm waren sich alle einig, dass die Jugendbegegnungen sehr wertvoll sind und eine außergewöhnliche Chance für junge Menschen aus dem Landkreis Rosenheim darstellen. Gimple und seine Begleiter besuchten unter anderem in Jerusalem die Holocaust-Gedenkstätte Yad vashem sowie das religiöse Zentrum mit der Grabeskirche, der Via Dolorosa, der Klagemauer mit dem direkt darüber liegenden Felsendom und die Al Axa Moschee. In der Oase Sde Boker wurde die Geschichte Ben Gurions, dem israelischen Staatsgründer, vorgestellt und im Ramon Krater konnte 80 Millionen Jahre Erdgeschichte erlebt werden. Zum Programm gehörte schließlich noch ein Ausflug zur Wüstenfestung Massada und an das Tote Meer, dem am tiefsten gelegenen Punkt der Erde.

Mit Hilfe des Deutschen Gewerkschaftsbundes und des Bayerischen Jugendrings auf bayerischer Seite sowie der Histadrut, einer gewerkschaftsähnlichen Organisation auf israelischer Seite wurden vor rund 30 Jahren die ersten Kontakte zwischen Beer Sheva und dem Landkreis Rosenheim geknüpft. In den ersten beiden Jahrzehnten wurde Dov Peer zum Vater und Mentor der Jugendbegegnungen. Er, der das Naziregime überlebt hatte, setzte sich Zeit seines Lebens dafür ein, dass es der Jugend gelingen kann, die dunkle Vergangenheit des Holocaust zu überwinden und zu einer Gemeinsamkeit zurück zu finden. Rückblickend ist ihm dies gelungen. In vielfältigen Begegnungen zwischen jungen Menschen wurde über die Jahre enge Bande geknüpft. So wuchs eine außergewöhnlich tragfähige Beziehung zwischen Beer Sheva und dem Landkreis Rosenheim.

Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

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