"Vorreiter bei der Wasserstofftechnologie"

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Rosenheim/Traunstein -AKU Kreisverbände fassen Beschluss beim gemeinsamen Fachgespräch mit Vertreter aus dem Bundesverkehrsministerium.

Im Rahmen einer gemeinsamen Arbeitssitzung der Kreisverbände Rosenheim-Land und Traunstein des Arbeitskreises Umweltsicherung und Landesentwicklung (AKU) der CSU, konnten die beiden Kreisvorsitzenden mit Herrn Dr. Oliver Ehret einen hochrangigen Fachmann aus dem Bundesverkehrsministerium begrüßen. Dr. Ehret informierte ausführlich über die neuesten Projekte und Zahlen der Bundesregierung zur Nutzung der Wasserstoff-Technologie im Mobilitätssektor und im Bereich der Energiespeicherung.

Beide Kreisverbände beschäftigen sich schon seit Längerem mit der Thematik und wollen auch künftig noch weiter auf diesem Gebiet zusammenarbeiten: „Die heutige Sitzung hat gezeigt, dass Wasserstoff in Bezug auf die Energiewende ein wichtiger, sauberer Energieträger ist. Wir müssen uns dafür einsetzen, dass unsere Region hier nicht den Anschluss verliert sondern vielmehr zu den Vorreitern gehört. Mit dieser Geschlossenheit, die heute unsere beiden Kreisverbände an den Tag gelegt haben, müssen wir unserer gemeinsamen Forderung genug Nachdruck verleihen“, freute sich Traunsteins Kreisvorsitzender Josef Mayer auf die gemeinsame Zusammenarbeit. Sein Rosenheimer Kollege, Peter Mayer, konnte bereits jüngst einen wichtigen Meilenstein setzen, nachdem ein von ihm und seinen Vorstandskollegen ausgearbeiteter Antrag für den Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur beim CSU-Parteitag mehrheitlich befürwortet wurde. „Dieser Beschluss ist ein erster, wichtiger Schritt für die Energiewende im Mobilitätssektor, um schließlich auch die kostspielige Abhängigkeit von Erdölimporten zu reduzieren“, erläuterte Peter Mayer.

Aufgrund der für 2015 von den wesentlichen Automobilherstellern wie BMW und Daimler angekündigten Markteinführung von H2-betriebenen Autos freute sich auch Dr. Oliver Ehret über den Beschluss der CSU und bestätigte, dass diese Überlegungen in die richtige Richtung führten. Im Rahmen des Nationalen-Innovations-Programms (NIP) fördere die Bundesregierung bereits die Erprobung der Wasserstofftechnologie in Automobilen und die Heranführung an den Markt. Dabei fahren aktuell ca. 120 wasserstoffbetriebene Fahrzeuge zu Testzwecken durch die Bundesrepublik. An diesem Projekt sind einige große deutsche Automobilhersteller, Gasversorger sowie international tätige Mineralölkonzerne beteiligt. Ziel dieses Projektes sei es auch einheitliche Standards unter anderem für die Betankung zu gewährleisten.

Letztendlich steht nun die Wasserstofftechnologie kurz vor einer echten Markteinführung, weshalb laut Ehret nicht mehr alle Projekte in vollem Umfang gefördert werden müssen. Dennoch wäre es in unserer Region denkbar, so stellv. AKU-Vorsitzender Dr. Christian Gerhart, ein Leuchtturmprojekt zu realisieren. Denn die großen Erdgasspeicher bei Rosenheim und am Chiemsee mit einem Speichervolumen von etwa 1,5 Milliarden m³ können auch einige Prozent Wasserstoff im Erdgas mit aufnehmen. Z.B. sind bei Erdgasfahrzeugen bis zu 5% Wasserstoffanteil im Erdgas erlaubt. Rein rechnerische könnte damit in den Erdgasspeichern in Form von Wasserstoff der halbe Jahresbedarf an elektrischer Energie des Landkreises Traunstein zwischengespeichert werden. Damit wäre eine Entlastung der Stromnetze realisierbar und einem weiteren Ausbau stark fluktuierender regenerativer Energieerzeugung, wie Photovoltaik und Wind, neue Potentiale erschließbar - bis hin zu einer echten, regionalen Stromautarkie.

Unterstützung finden die Aktivitäten auch beim Arbeitskreis Innovation um Alois Zimmermann aus dem Landkreis Traunstein. Eine Wasserstoffwirtschaft als erklärtes Ziel könnte alleine durch effizientere Energieverteilung und Nutzung eine erhebliche Einsparung darstellen.

Die AKU-Kreisverbände beschlossen eine gemeinsame Resolution, nach der es zu einer engeren Zusammenarbeit zwischen den beiden Kreisverbänden kommen soll. Dabei wurde auch das weitere Vorgehen der Arbeit am Thema Wasserstoff-Technologie und Energiewende abgestimmt. Demnach soll zukünftig ein vermehrtes Augenmerk auf die Aufklärung der Bevölkerung über Sinn und Nutzen der Wasserstofftechnologie sowie der regionalen und möglichst dezentralen Gewinnung von Wasserstoff gelegt werden.

Pressemitteilung CSU Oberbayern Arbeitskreis Umweltsicherung und Landesentwicklung

Quelle: rosenheim24.de

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