"Chiemgauer" neue Währung Griechenlands?

Landkreis - Über das erfolgreiche Regionalgeld wurde bei einer Veranstaltung des Chiemgauer Regionalgeldvereins und der SPD-Verbände informiert:

Der „Chiemgauer“ hat sich mittlerweile zum erfolgreichsten Regionalgeld Europas gemausert und könnte nun sogar als Vorbild für neue Währungen in Griechenland dienen. Erst kürzlich sei eine Delegation des Chiemgauer Regionalgeld e.V. in das Land der Götter eingeladen worden, berichtete Geschäftsführer Christian Gelleri bei einem gemeinsamen Informationsabend des Vereins mit den SPD-Verbänden Rosenheim-Stadt und Rosenheim-Land im Happinger Hof.

Die Einladung wurde vom Deutschen Generalkonsul in Thessaloniki und der Konrad-Adenauer-Stiftung ausgesprochen. Eine Parallelwährung wie der Chiemgauer würde laut Gelleri beispielsweise „verhindern, dass weiterhin so viel Geld aus Griechenland abfließt. Zudem würde die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes wieder deutlich steigen und dadurch die Wirtschaft angekurbelt.“

Auch die Landtagsabgeordnete und Rosenheimer SPD-Vorsitzende Maria Noichl zeigte sich vom Chiemgauer angetan: „Der Chiemgauer ist eine absolute Bereicherung für unsere Region. Er wird nie den Euro ersetzten, kann aber unser Geldsystem sehr bereichern“, so Noichl. In der Tat liest sich die mittlerweile zehnjährige Geschichte des Chiemgauers wie eine einzige Erfolgsstory. „Angefangen als kleines Schulprojekt an der Freien Waldorfschule in Prien, sind wir mittlerweile Europas führendes Regiogeld und finden weltweit Anerkennung“, schwärmte der Vereinsvorsitzende Christophe Levannier.

Das Modell

Verbraucher, die die regionale Wirtschaft ankurbeln und gleichzeitig gemeinnützige Vereine unterstützen möchten, können beispielsweise bei der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling Euros im Verhältnis 1:1 in Chiemgauer tauschen und mit diesen bei mittlerweile 600 Unternehmen in der Region Rosenheim und Traunstein einkaufen. Weil die Geldscheine nur eine Laufzeit von zwei Jahren haben und alle drei Monate um zwei Prozent an Wert verlieren, werden sie schnell wieder ausgegeben, wodurch die Geschäftstätigkeit gefördert wird. Erst wenn ein Unternehmen oder ein Verbraucher die Chiemgauer wieder in Euro umtauschen will, wird eine fünfprozentige Gebühr fällig. Drei Prozent davon fließen an die vorher von den Verbrauchern festgelegten gemeinnützigen Einrichtungen, die restlichen zwei Prozent dienen der Finanzierung des Vereins Chiemgauer Regionalgeld. Im vergangenen Jahr wurden in der Region bereits rund 6 Millionen Chiemgauer umgesetzt. Heuer, so hofft Geschäftsführer Gelleri, werden es sogar schon knapp 7 Millionen sein. Als kleines Gastgeschenk überreichte Maria Noichl allen Gästen des Abends einen Chiemgauer zum Ausprobieren. Nähere Informationen über das Regionalgeld gibt’s im Internet unter www.chiemgauer.info.

Pressemitteilung Bürgerbüro Maria Noichl

Quelle: rosenheim24.de

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