Erste Schritte aus der Krise

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Engagierte Lehrerinen und Lehrer für den Krisenfall an der Schule

Rosenheim - 18 Lehrerinnen und Lehrer sowie vier Jugendseelsorger beendeten jetzt ihre dreijährige Ausbildung zum Krisenpädagogen.

Oft sind es Probleme im Elternhaus, der Verlust eines lieben Menschen oder Mobbing und Gewalt in der Schule. Die Auslöser für Krisen von Schülerinnen und Schülern sind vielfältig, die Lehrer damit oft überfordert.

Die beiden Religionslehrer Martin Berwanger von der Berufsschule in Traunstein und Werner Kassler vom Finsterwalder-Gymnasium Rosenheim sowie der Jugendseelsorger Peter Glaser haben eine dreijährige Fortbildung zum Krisenpädagogen entwickelt und geleitet. Aus eigener Erfahrung kennen Sie die Situation, selbst plötzlich mit den Themen Suizid und Gewalt konfrontiert zu sein. „Ich fühlte mich damals völlig verunsichert und hatte Angst etwas falsch zu machen,“ erzählt Werner Kassler heute. Der Kurs sollte deshalb erste Schritte aufzeigen, wie Lehrerinnen und Lehrerin in Krisensituationen tatsächlich helfen können, sowie eine Vernetzung mit externen Institutionen und Experten wie Erziehungsberatungsstellen, Psychologen, Drogenberatung oder Polizei ermöglichen.

"Noch immer gibt es viele Tabus in der Schule", so die beiden Lehrer. Über Drogen, Gewalt, sexuellen Missbrauch, Mobbing oder auch Verschuldung werde auch heute noch gar nicht oder nur sehr wenig gesprochen. Umso wichtiger sei es, in geeigneter Weise auf verhaltensauffällige Schüler zuzugehen und erste Hinweise richtig zu deuten.

Oberstudiendirektor Gerhard Heindl, Schulleiter der Staatlichen Berufsschule Rosenheim I und der Staatlichen Berufsschule Wasserburg, nannte in seinem Grußwort zahlreiche Situationen, in denen Lehrerinnen und Lehrer mit den Krisen der jungen Menschen überfordert scheinen. Umso größer sei seine Hochachtung gegenüber den Kolleginnen und Kollegen, die sich in einem so intensiven Kurs dem Thema Krise widmeten.

Inzwischen hat bereits die zweite Gruppe die dreijährige Fortbildung zum Krisenpädagogen erfolgreich abgeschlossen. So haben insgesamt 40 Lehrerinnen und Lehrer sowie vier Jugendseelsorger daran teilgenommen. Ein dritter Kurs startete bereits im vergangenen November. Walter Peukert, Leiter des Fachbereichs Schulpastoral des Erzbischöflichen Ordinariats München, überreichte im Rahmen der Feierstunde die Zertifikate. "Egal um welche Krise es sich handelt, wir Lehrer dürfen niemals wegschauen", fasste Initiator Martin Berwanger zusammen.

Werner Kassler/Krisenseelsorge im Schulbereich (KiS)  am Finsterwalder-Gymnasium Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

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