Weniger Stress in den Klassenzimmern

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Wollen kein „Weiter so!“ an den bayerischen Schulen: SPD-Landtagsabgeordnete Maria Noichl, BLLV-Abteilungsleiterin Simone Fleischmann und SPD-Bezirkstagskandidatin Elisabeth Jordan (von links).

Rosenheim - Mehr Zeit und Motivation statt Stress und Druck: "Zeit" soll das Stichwort der zukünftigen Schulbildung sein, meint SPD-Landtagsabgeordnete Maria Noichl:

Wie kann moderner Unterricht künftig aussehen? Diese Frage diskutierten jetzt Simone Fleischmann, Leiterin der Abteilung Berufswissenschaft im Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnen-Verband (BLLV), und die Rosenheimer Landtagsabgeordnete Maria Noichl (SPD) bei einem Infoabend im Gasthaus Höhensteiger in Westerndorf St. Peter.

Vor zahlreichen interessierten Lehrern aus der Region sprachen sich sowohl Fleischmann als auch Noichl gegen ein „Weiter so!“ in den Schulen aus und forderten, das Lernen auf der Grundlage der modernen Hirnforschung und den Erkenntnissen der Lernpsychologie neu zu definieren.

Der Unterricht von morgen: "Mehr lernen als lehren"

Fleischmann erläuterte sechs zentrale Erkenntnisse der Wissenschaft. Erstens beruhe Lernen auf Beziehung. „Die Lehrer müssen daher Beziehungskünstler sein, die Persönlichkeit der Lehrer spielt eine enorm wichtige Rolle“, so die BLLV-Frau. Zweitens sei Lernen ein individueller Prozess. „Hier krankt jedoch unser System, weil den Lehrern die Zeit fehlt, sich ausreichend um einzelne Kinder zu kümmern.“ Drittens sei Lernen ein kommunikativer Prozess, bei dem niemand als Verlierer zurückgelassen werden dürfe. „Viertens: Lernen ist Kompetenzerwerb. Ein guter Unterricht ist ein Unterricht, in dem mehr gelernt als gelehrt wird“, so Fleischmann weiter.

Sie sprach sich dafür aus, dass im Lehrplan Werte wie Sicherheit, Verantwortung und Demokratie stärker verankert werden, so wie das beispielsweise in Schweden geschehe. Fünftens sei Lernen ein konstruktiver Prozess, der BLLV fordere daher mehr Personal für die Schulen und eine bessere Lehrerbildung. Sechstens: Lernen basiere auf Motivation. Statt ständiger Kontrollen brauche es daher „eine Kultur des Vertrauens, der Wertschätzung und der gegenseitigen Unterstützung“.

Keinen Druck! Lernen und Bildung braucht Zeit

Fleischmann, die selbst Leiterin einer Grund- und Mittelschule in Poing bei München ist, warnte die Politik vor blindem Reformaktionismus und einer überbordenden Bürokratisierung.

Die BLLV-Vertreterin kritisierte das aktuelle Leistungs- und Notensystem und betonte: „Keine Note ist objektiv!“ Sie wünschte sich mehr Ressourcen für die individuelle Förderung der Schulkinder und eine Besinnung auf wesentliche Bildungsinhalte. Die allerwichtigste Forderung des BLLV sei jedoch eine Entschleunigung der Schule. „Lernen und Bildung braucht Zeit – und nicht nur Stress und Druck“, unterstrich Fleischmann.

Hier pflichtete ihr Maria Noichl bei, die vor ihrem Einzug in den Bayerischen Landtag selbst als Lehrerin an einer Rosenheimer Hauptschule tätig war. „Das Thema Zeit ist ganz wichtig. Gerade schwächere Schüler brauchen die Wiederholung“, so die SPD-Abgeordnete.

Weitere Diskussionsabende zum Thema

Der Diskussionsabend fand im Rahmen von Noichls Veranstaltungsreihe „Zukunft gestalten“ statt. Hier geht es auch in der kommenden Woche wieder um das Kernthema Bildung.

Am nächsten Montag, 15. Juli, informiert Noichl um 19.30 Uhr im Gasthaus Hirzinger in Söllhuben gemeinsam mit Dr. Fritz Schäffer (ebenfalls BLLV) über „Wohnortnahe Schulen für unsere Kinder“.

Pressemitteilung Abgeordnetenbüro Maria Noichl (SPD)

Quelle: rosenheim24.de

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