Bergmüller gegen die Bundestagskandidaten

Kreisvorsitzender sieht AfD als Opfer einer "Hetzkampagne"

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Rosenheim - Einen Tag, nachdem die Rosenheimer Bundestagskandidaten von SPD, Grünen und FDP Offene Briefe zu den Protesten gegen Angela Merkel veröffentlichten, antwortet nun AfD-Kreisvorsitzender Franz Bergmüller. 

Bergmüller spricht in einer Pressemeldung von einer "Hetzkampagne" der Mitbewerber, die er auf das Schärfste zurückweisen wolle. Er fordert, dass man sich "politisch sachlich" auseinandersetzen solle - bezeichnet aber die anderen Politiker im selben Satz als "Zwergkandidaten". 

Diese würden die "Nazikeule" schwingen und Vorwürfe konstruieren. Tatsächlich wäre es die AfD, welche als einzige Partei die wirklichen Zukunftsängste der Deutschen aufgreifen würde: "Terrorismus, Innere Sicherheit, Migrationprobleme, Flüchtlingsschwemme, Eurokrisenangst und die Vergemeinschaftung der Schulden", so der Kreisvorsitzende. Hier würden die sogenannten "Altparteien" seit Jahren Antworten schuldig bleiben.

Bergmüller erinnert in seiner Pressemeldung auch daran, dass schon Bundeskanzler Kohl 1993 mit Tomaten beworfen worden sei. Solche Proteste gebe es "seit Jahrzehnten so" bei großpolitischen Veranstaltungen.

Wie am Donnerstag berichtet, kritisierten die Kandidaten von SPD, Grünen und FDP die aggressiven Störer während der Rede Merkls, die zum großen Teil auch von der AfD-Kundgebung auf den Max-Josefs-Platz geströmt waren. Bergmüller und der Bundestagskandidat Andreas Winhart blieben fast als einzige Parteivertreter am AfD-Mobil zurück. 

"Ampel-Koalition" kritisierte Störer aus der AfD-Anhängerschaft

Abuzar Erdogan (SPD) appellierte an die Rosenheimer, insbesondere an die bisherigen Nicht- oder "Denkzettel-Wähler",  ihr Kreuz "bei einer wirklich demokratischen Partei zu machen". Er sei am Dienstag fassungslos und schockiert gewesen. 

Michael Linnerer von der FDP richtete seinen Offenen Brief an all jene Rosenheimer, die "sich besonnen zu aktuellen Problemen äußern" und die nicht gedankenlos schreiend und pfeifend in der Fußgängerzone stehen", jene "schweigende Mehrheit", die sich vom Extremismus jeglicher Form distanziere. 

Auch Korbinian Gall (Bündnis 90/Die Grünen) meldete sich am Donnerstag zu Wort: "Hass, Fremdenfeindlichkeit und die Bedrohung von rechts schaden unserer Gegend und stehen allem entgegen, wofür die Region im Dreieck zwischen München, Salzburg und Innsbruck steht." Die AfD fahre eine Strategie, die auf "Provokation, Eskalation und Destabilisation ausgelegt" sei. 

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