Der Arbeitsmarktreport für Oktober 2014

Arbeitslosenquote: Niedrigster Stand 2014!

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Rosenheim - Die Zahl der Arbeitslosen im Landkreis war in diesem Jahr noch nie so niedrig wie im Herbstmonat Oktober. Auch die Abschlussbilanz auf dem Ausbildungsmarkt ist positiv:

„Mehrere Faktoren haben zu diesem guten Ergebnis im Oktober geführt“, stellt Dr. Nicole Cujai, die Rosenheimer Leiterin der Arbeitsagentur, fest: „Wettermäßig hatten wir wirklich einen goldenen Oktober, so dass in allen Außenberufen weiter gearbeitet werden konnte. Auch im Hotel- und Gaststättengewerbe läuft die Saison auf Grund des schönen Herbstwetters noch gut und die meisten Häuser haben erst im November ihren alljährlichen Betriebsurlaub. Außerdem haben sich im statistisch relevanten Zeitraum vom 12. September bis 14. Oktober (Berichtszeitraum) viele junge Leute aus der Arbeitslosigkeit abgemeldet, weil sie eine schulische oder berufliche Weiterbildung, beziehungsweise ein Studium begonnen haben. Sie sind in der Regel nach dem Ausbildungsende nur kurz arbeitslos gemeldet. Die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahren ist daher um 33 Prozent oder 360 auf nun 730 Betroffene zurückgegangen. Auch die Abschlussbilanz auf dem Ausbildungsmarkt fällt positiv aus (siehe gesonderten Bericht dazu). Alles in Allem kann ich sagen: Der Arbeitsmarkt hier in der Region zeigt sich bisher unbeeindruckt von den weltweiten Krisenherden, nur sehr vereinzelt spüren ortsansässige Unternehmen Exporteinbußen.“

„Die gute Konjunktur spiegelt sich in den neuesten Beschäftigtendaten vom März dieses Jahres: Gegenüber dem Vorjahr ist eine Zunahme bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung von 5.000 auf insgesamt 172.070 zu verzeichnen. Insbesondere das Gesundheitswesen und das Verarbeitende Gewerbe haben mit einem Plus von je 1.000 deutlich zugelegt.

Im Agenturbezirk Rosenheim, der die kreisfreie Stadt Rosenheim sowie die Landkreise Rosenheim, Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen umfasst, geht die stabile konjunkturelle Lage mit einem Abbau der Arbeitslosigkeit (minus 500 zum Vormonat) einher und hat jetzt im Oktober mit 7.860 arbeitslosen Männern und Frauen den niedrigsten Stand in diesem Jahr erreicht. Die Arbeitslosenquote ist auf 2,8 Prozent (Vormonat 3,0 und Vorjahr ebenfalls 2,8 Prozent) zurückgegangen.

Die Arbeitslosen werden je nach Anspruch auf Arbeitslosengeld entweder von der Arbeitsagentur oder den Jobcentern betreut.. Die Arbeitsagentur ist derzeit für 4.190 Arbeitslose zuständig, ein Minus zum Vormonat um 475 Personen Von den vier Jobcentern (einschließlich der Optionskommune Miesbach) werden 3.670 Arbeitslose betreut, das sind 30 Personen weniger als im Vormonat. „Die Senkung der Langzeitarbeitslosigkeit steht schon das ganze Jahr über im Fokus unserer Arbeit. Unser Anliegen und Bestreben ist es, Langzeitarbeitslosigkeit zu reduzieren oder erst gar nicht entstehen zu lassen. Derzeit sind 1.970 Männer und Frauen seit einem Jahr und länger ohne Arbeit. Die meisten von ihnen, nämlich 1.600, leben von Leistungen der Grundsicherung, bekannt als „Hartz IV“. Sie müssen wieder an den Arbeitsmarkt herangeführt werden und brauchen eine Chance“, so Dr. Nicole Cujai.

Weitere Zahlen:

Stellenangebote werden vom Arbeitgeberservice unter der kostenlosen Hotline-Nummer 0800 - 4 5555 20 entgegen genommen. 1.000 zu besetzende Arbeitsplätze sind in diesem Monat eingegangen, davon 930 sozialversicherungspflichtige. Zur Monatsmitte waren fast 3.000 Stellenangebote noch offen. Gute Chancen bieten sich in den Verkaufsberufen für verschiedenste Produkte, ebenso für handwerkliche und industrielle Metall- beziehungsweise Elektroberufe, Mechatroniker, alle Berufe, die mit Verkehr und Logistik zu tun haben, sowie alle Berufe, die zum Bereich Gesundheit, Soziales und Erziehung gehören.

Der Arbeitsmarkt in den einzelnen Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

Die Gesamtzahl der Arbeitslosen wird nach zuständigen Rechtskreisen unterschieden. Die Arbeitsagentur betreut Menschen nach dem Rechtskreis des Sozialgesetzbuches III und die Jobcenter nach dem Rechtskreis des Sozialgesetzbuches II.

In der Stadt Rosenheim ist die Zahl der Arbeitslosen mit 1.582 Betroffenen gegenüber dem Vormonat um insgesamt 43 Personen gesunken. Die Arbeitslosenquote ist mit 4,8 Prozent um 0,1 Prozentpunkte niedriger als im Vormonat.

Von den betroffenen Personen werden derzeit 599 (minus 53) von der Arbeitsagentur in Rosenheim betreut. Die Zahl der durch das Jobcenter Rosenheim Stadt betreuten Kunden ist um zehn auf 983 gestiegen.

Der Landkreis Rosenheim weist eine Arbeitslosenquote von 2,6 Prozent (Vormonat: 2,8) auf. Hier sind mit 3 392 erwerbslosen Personen 278 weniger gemeldet als im September. Von den Beschäftigungslosen werden 1 909 Personen durch die Arbeitsagentur in Rosenheim betreut, 289 weniger als im September. Das Jobcenter Landkreis Rosenheim ist für 1.483 Frauen und Männer zuständig, elf mehr als im Vormonat.

Guter Ausbildungsmarkt für Jugendliche:

„Die Abschlussbilanz des Ausbildungsmarktes spiegelt den Verlauf des sogenannten Berufsberatungsjahres (01.10.2013 bis zum 30.09.2014) wider“, so Dr. Nicole Cujai, Leiterin der Agentur für Arbeit Rosenheim. Cujai weiter: „Für die Jugendlichen gestaltete sich die Lage auf dem Ausbildungsmarkt sehr gut, Firmen dagegen können und konnten nicht alle Ausbildungsstellen besetzen. Die Daten unserer Geschäftsstatistik zeigen, dass sich die Situation gegenüber den letzten beiden Jahren verändert hat. Die Zahl der Bewerber um eine betriebliche Ausbildungsstelle ist zurückgegangen und auch die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen war rückläufig. Bei detaillierter Betrachtung sind deutliche Ungleichgewichte zwischen Angebot und Nachfrage erkennbar. Positiv stellt sich die Situation für die jungen Menschen in unserem Agenturbezirk dar, insbesondere dann, wenn alles passt, das heißt wenn der oder die Bewerber/in die notwendigen Voraussetzungen für eine betriebliche Ausbildung mitbringt. Bei manchen Jugendlichen läuft aber die Schule, das Elternhaus, der nahtlose Übergang von der Schule in den Beruf nicht glatt. Wer nicht mit guten Zeugnissen punkten kann, hat es schon schwieriger, eine Ausbildungsstelle zu finden. Daher sind in diesem Jahr noch 47 Jugendliche unversorgt, im letzten Jahr waren es lediglich 26. Für die Firmen verschärft sich allerdings das Problem, ihre freien Ausbildungsplätze nicht mehr oder nicht mehr zu hundert Prozent besetzen zu können. Der eine oder andere Betrieb ging auch heuer wieder „leer“ aus.“

Der Ausbildungsstellenmarkt im Detail:

Insgesamt hatten sich 3.188 Bewerber (1.779 junge Männer und 1.409 Mädchen) im Laufe des Berufsberatungsjahres bei der Agentur für Arbeit für die Vermittlung in eine Ausbildungsstelle vormerken lassen, darunter 443 Jugendliche mit ausländischer Nationalität. Damit liegt die Zahl der Bewerber um 149 niedriger als im Vorjahr (minus 4,6 Prozent).

Die Ausbildungsbereitschaft ist gut und wird getragen von vielen Klein- und Mittelbetrieben mit einer breiten Palette an Ausbildungsberufen. Dennoch rangieren bei den Ausbildungswünschen, wie schon in den vergangenen Jahren, die kaufmännischen Berufe ganz oben. Bei den Jungs steht eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker an erster Stelle, gefolgt vom Kaufmann im Einzelhandel und dem Industriemechaniker. Bei den Mädchen rangiert die Medizinische Fachangestellte ganz vorne, gefolgt von der Kauffrau im Einzelhandel und der Bürokauffrau/Kauffrau für Bürokommunikation (siehe Grafik). Die meisten Jugendlichen äußern in der Regel mehrere Berufswünsche, die Zuordnung erfolgt aber grundsätzlich nach dem Hauptberufswunsch. Unter der Gesamtzahl der Bewerber ist eine Reihe von „Altbewerbern“, damit sind die Jugendlichen gemeint, die bereits im Vorjahr oder schon vor längerer Zeit die allgemeinbildende Schule verlassen haben. Cujai dazu: „Wir wissen und verstehen auch, dass jeder Betrieb gerne einen Top-Bewerber möchte. Die demografische Entwicklung sorgt jedocj dafür, dass immer weniger Jugendliche die Schule verlassen. Zusätzlich hat sich das Bildungsverhalten der guten Schüler/innen verändert. Jugendliche mit guten und sehr guten Noten entscheiden sich mittlerweile öfter als früher für eine weiterführende Schule oder ein Studium. Damit stehen für eine betriebliche Ausbildung weniger Bewerber zur Verfügung. Gleichzeitig wäre es aber fatal, wenn sich immer mehr Betriebe aus der Ausbildungsverantwortung zurückziehen würden. Prüfen Sie daher, ob Sie in Ihrem Unternehmen – unabhängig von der Betriebsgröße – für gute Bewerber/innen nicht ein duales Studium einrichten können. Unsere Hochschule in Rosenheim ist hier sehr aktiv und bietet verschiedenste Studiengänge in dieser Richtung an. Außerdem sollten Sie zu Zugeständnissen bereit sein, wenn sich junge Menschen – auch jenseits der 20 - bewerben, die nicht unbedingt zu den schulischen Olympioniken zählen. In ihnen schlummern vielleicht Fähigkeiten, die nur geweckt und gefördert werden müssen.“

Ein Blick auf die Angebotsseite:

Seit Beginn des Berichtsjahres wurden der Rosenheimer Arbeitsagentur 3.446 Lehrstellen gemeldet. Damit haben Betriebe, Verwaltungen und die so genannten freien Berufe, 149 Stellen weniger gemeldet als im Berufsberatungsjahr 2012/2013. Ende September waren noch 435 Lehrstellen, 95 mehr als im Vorjahr, zu besetzen. Stellen gibt es im Besonderen noch für Ernährungsberufe wie Koch/Köchin (42 Stellen), für Hotel- und Gaststättenberufe (34 Stellen für Hotelfachmann/frau, 17 für Restaurantfachmann/frau, 6 für Fachmann/frau Systemgastronomie), sowie für Ausbildungen im Handel, insgesamt 100 Stellen, davon viele im Lebensmittelbereich.

Von den 3.188 Bewerbern blieben 47 „unversorgt“, das heißt, sie haben (noch) keine Ausbildungsstelle angetreten und es konnte auch (noch) kein passendes Alternativangebot unterbreitet werden, oder der/die Bewerber/in hat sich zum 30.09.2014 noch nicht entschieden. Insgesamt haben 2.099 Jugendliche, die bei der Berufsberatung geführt wurden, eine Ausbildung begonnen. Es wurden aber auch andere Wege eingeschlagen. So haben sich 455 für eine weitere Schulbildung oder ein Studium entschieden. Wieder andere entschlossen sich für ein freiwilliges soziales/ökologisches Jahr (unter anderem 48 für den Bundesfreiwilligendienst) oder jobben vorübergehend. Knapp 38 Jugendlichen konnte als Alternative zur Ausbildung eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme angeboten werden.“

Die Abschlussbilanz des Ausbildungsstellenmarktes

Stadt und Landkreis Rosenheim: 266 unbesetzte Stellen, circa 32 „unversorgte“ Jugendliche. Pressemeldung Agentur für Arbeit Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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