Bundesministerium befürwortet erneut Abschiebung

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Rosenheim - Das Flüchtlingsdrama um die afghanische Familie Ghafari geht weiter: Das Bundesministerium befürwortet weiterhin eine Abschiebung der Familie nach Ungarn.

Die Rosenheimer SPD-Bundestagsabgeordnete nahm mit Unverständnis die Mitteilung zur Kenntnis, dass sich das Bundesministerium des Inneren beim Petitionsverfahren zum Verbleib der afghanischen Flüchtlingsfamilie Ghafari in Rosenheim wiederholt ablehnend geäußert hat.

Das Bundesministerium befürwortet weiterhin eine Abschiebung der Familie nach Ungarn. Graf widerspricht jedoch der Begründung des Bundesministeriums, Familien und Kinder hätten nach der Dublin-II-Überstellung keine Inhaftierung in Ungarn zu befürchten.

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Der UNHCR spricht in seinem aktuellen Bericht von 77 Flüchtlingsfamilien, die 2011 in Ungarn inhaftiert worden sind. „In Ungarn muss damit gerechnet werden, dass Mutter und Tochter Ghafari inhaftiert werden. Flüchtlinge sind aber keine verurteilten Verbrecher“, kritisiert die SPD-Bundestagsabgeordnete die bekannten Maßnahmen gegenüber Asylbewerber in Ungarn. Vor allem vor dem Hintergrund, dass Asylbewerber immer wieder von Misshandlungen durch das Wachpersonal berichten, entrüstet mich die Haltung des Bundesinnenministeriums noch mehr“, so Graf.

Angelika Graf

Im Fall der Familie Ghafari ist zudem zu befürchten, dass Ungarn Mutter und Tochter weiter nach Serbien abschiebt. Serbien gilt seitens des UNHCRs keineswegs als sicherer Drittstaat, dies wird jedoch von Ungarn ignoriert. „Eine weitere Irrfahrt durch Europa wäre für die traumatisierte Familie eine Katastrophe“, so die Rosenheimer Bundestagsabgeordnete. Man könne nur hoffen und an alle Bürgerinnen und Bürger appellieren, die Petition für Familie Ghafari zu unterzeichnen, damit eine Familienzusammenführung in naher Zukunft möglich sei.

Die gesamte Familie Ghafari war Ende letzten Jahres bei ihrer Flucht aus Afghanistan in ganz Europa verstreut worden. Getrennt von einander waren ein Sohn sowie Mutter und Tochter der Familie Ghafari nach Bayern gelangt.

Pressemitteilung Angelika Graf

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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