Antrag löst Kehrtwende in Rosenheim aus

Erdgastankstelle soll weiter betrieben werden

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Das Aus der Rosenheimer Erdgastankstelle wart eigentlich schon besiegelt. Nun gibt es neue Hoffnung, dass sie erhalten bleibt.

Eigentlich ist das Schicksal der Rosenheimer Erdgastankstelle besiegelt gewesen. Doch nun könnte es eine Kehrtwende geben. Anlass ist der Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, der jüngst im Haupt- und Finanzausschuss diskutiert worden ist.

Demnach solle der Stadtrat beschließen, dass die Stadtwerke Rosenheim die vorhandene Erdgastankstelle uneingeschränkt weiter betreiben. Zudem werde die Verwaltung beauftragt zu prüfen, ob städtische Fahrzeuge auf CNG umgestellt werden können und ein entsprechendes Konzept im Stadtrat vorzulegen.

Somit steht der ursprüngliche Plan der Stadtwerke zur Diskussion, nichts mehr in die Tankstelle investieren zu wollen und diese so lange weiter zu betreiben, wie sie eben funktioniert. Folglich würde dies über kurz oder lang das Aus der einzigen Erdgastankstelle in Rosenheim und Umgebung bedeuten.

Anlass für diesen Schritt ist, dass im Regionalverkehr die Erdgasbusse durch Dieselfahrzeuge ersetzt worden sind und die Tankstelle nun bei Weitem nicht mehr ausgelastet ist. "Wir können das nicht als Hobby für fünfzig Enthusiasten machen", teilt Stadtwerke-Geschäftsführer Götz Brühl in der Sitzung mit. "Wir müssen die erforderliche Mindestabnahme herstellen, um die Infrastruktur auszulasten."

Reges Interesse am Antrag der Grünen

Auch die CSU hat einen ähnlichen Antrag gestellt. So sieht Ausschussmitglied Herbert Borrmann (CSU) im Erdgas zum Beispiel eine echte Alternative zu E-Autos. Jedoch nur, wenn Nutzer eine langfristige Perspektive dazu haben. "Als Unternehmen würde ich mir auch kein Erdgasauto anschaffen, wenn ich nicht weiß, ob es künftig eine Tankstelle gibt", sagt er. "Wir als Stadt müssen den Mut haben, in Vorleistung zu gehen."

"Wir sprechen hier von einer erprobten Technik", erklärte der Grünen-Fraktionsvorsitzende Franz Lukas. Er regt zudem an, den Antrieb mit Erdgas in den Ausschreibungskatalog für die Nahverkehrskonzessionen aufzunehmen. "Wir brauchen eine Grundauslastung für die Infrastruktur", sagt er.

Auch Robert Metzger (SPD) befürwortet den Vorschlag von CSU und Grünen: "Mit einem solchen Konzept können wir uns anschauen, welche finanzielle Aufwendungen notwendig sind." Robert Multrus (Freie Wähler) sieht es ähnlich, aber: "Es darf nicht passieren, dass die Stadtwerke dauerhaft etwas finanziell bezuschussen."

Am Ende stimmten die Anwesenden dem Antrag zu. Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer wollte "die euphorische Stimmung für Erdgas nicht bremsen", mahnte jedoch das wirtschaftliche Risiko an: "Wir reden hier von über einer Million Euro und wir haben kein geeignetes Grundstück. Wir gehen aber gerne mit gutem Beispiel voran."

Die Erdgastankstelle der Stadtwerke ist 2004 im Kastenauer Gewerbegebiet errichtet worden.

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture-alliance/dpa/dpaweb/Bernd Thissen

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