Finanzielle Situation der Tierheime im Landkreis

Tierheim: "Lösung wahrscheinlich gestorben"

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Rosenheim - 50 Cent pro Einwohner sollten die Gemeinden im Landkreis für die Sicherung der Tierheime zahlen. Dieser Vorschlag von Wolfgang Berthaler scheint jetzt jedoch zu scheitern:

"Ich hatte mehr Verständnis der beteiligten Kommunen erhofft", zeigt sich Landrat Wolfgang Berthaler am Montag deutlich enttäuscht über die Abstimmungsergebnisse aus den Gemeinden zur finanziellen Sicherung der Tierheime im Landkreis Rosenheim. "Das ist eine Diskussion, die ich gerne endlich vom Tisch gehabt hätte", so Berthaler. Ein wenig mehr Engagement habe er aber auch bei den Tierheimen selbst erwartet. So hätten die Betreiber bei der aktuellen Diskussion beispielsweise ein gemeinsames Auftreten leider vermissen lassen.

"50 Cent bis 1,50 Euro wären ausreichend"

Der Vorschlag des Landrats sah vor, in allen Gemeinden eine Pro-Kopf-Pauschale für die Versorgung von Fundtieren durch die drei Tierheime im Landkreis einzuführen. "Bei 50 Cent kämen ungefähr 170.000 Euro zusammen, durch einen Zuschuss vom Landratsamt wären es dann insgesamt rund 200.000 Euro gewesen", so Berthaler zur rechnerischen Grundlage der Idee. In Gesprächen mit den Tierheimen selbst sei man zum Schluss gekommen, dass dieser Betrag ausreichend wäre.

"20 Cent reichen nicht"

Dazu wandte sich Berthaler an die Bürgermeister, die das Thema in ihren Gemeinde- und Stadträten besprechen sollten. Die Rückmeldung der Bürgermeister fiel dann aber ernüchternd aus: Nur vereinzelt sind die Gemeinden bereit 50 Cent pro Kopf in den Tierschutz zu investieren. Die Mehrheit wäre bereit, den drei Tierheimen im Landkreis 20 Cent pro Einwohner zukommen zu lassen. "Eine gemeinsame Lösung ist so wahrscheinlich gestorben, 20 Cent reichen nicht", so der Landrat am Montag. Einige Gemeinden hatten sich sogar geweigert überhaupt auf die Pro-Kopf-Pauschale umzusteigen. 

Noch nicht alle Gemeinden haben bisher über den Vorschlag von Wolfgang Berthaler abgestimmt. Wenn alle Rückmeldungen aus den Gemeinden vorliegen, will sich der Landrat nochmal mit dem Vorstand des Kreisverbands des Bayerischen Gemeindetags und den drei Vorsitzenden der Tierheime zusammensetzen. "In der Summe hätten wir so nicht einmal die Hälfte von dem, was geplant war", zeigte sich Berthaler ernüchtert. Daran, dass die Heime mit dem geringeren Betrag einverstanden seien, zweifle er stark, so der Landrat abschließend.

Die Alternative zum Modell von Landrat Berthaler

Sollte keine Einigung erzielt werden, bleibe alles beim Alten. Statt einer Pro-Kopf-Pauschale würden die Fundtiere, die von den Heimen versorgt werden, dann auch in Zukunft wieder einzeln abgerechnet. So ist dann wie bisher jede Gemeinde selbst für die Fundtiere zuständig.

Bereits in der vergangenen Woche hatte sich der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Rosenheim für weitere Pauschalzahlungen an den Tierschutzverein ausgesprochen. Insgesamt rund 15.000 Euro will die Stadt auch künftig weiterhin pro Jahr zur Verfügung stellen. Gerechnet auf die Einwohnerzahl von Rosenheim, entspricht dieser Satz einer Pro-Kopf-Abgabe von knapp 25 Cent.

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © pa/red

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