Sitzung des Kreisausschusses in Rosenheim

Digital und analog: Infrastruktur im Landkreis

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Themen im Kreisausschuss: Straßenbau und EDV an den Rosenheimer Schulen
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Rosenheim - In der Sitzung des Kreisausschusses am Dienstag wurde eine neue Richtlinie für die schulische EDV-Struktur diskutiert und über die Sanierung der Kreis-Straßen abgestimmt.

"So schnell kann man 10 Millionen ausgeben", lachte Wolfgang Berthaler am Ende der knapp einstündigen, öffentlichen Sitzung des Kreisausschusses am Dienstag Nachmittag im Landratsamt. Mit knapp 6 Millionen Euro schlägt alleine der geplante Erweiterungsbau der staatlichen Realschule in Bruckmühl zu Buche.

Vor zehn Jahren nahm die staatliche Realschule in Bruckmühl ihren Dienst auf. In den ehemaligen Räumen der Grund- und Teilhauptschule des Marktes wurden fünf Realschulklassen untergebracht, die aus der staatlichen Realschule Bad Aibling ausgelagert wurden. Im Sommer 2005 begann der Landkreis dann mit Bauarbeiten für die Räumlichkeiten einer dreizügigen Realschule mit 18 Klassen, die schließlich im März 2007 abgeschlossen wurden. Aktuell hat sich die Zahl der Klassen auf 25 erhöht, insgesamt 658 Schülerinnen und Schüler besuchten im laufenden Jahr die Schule in Bruckmühl, streng genommen also eine vierzügige Realschule. Um den Schülerinnen und Schülern trotzdem genug Platz zur Verfügung stellen zu können, wurden im Norden der Realschule im Jahr 2009 und 2010 insgesamt sechs mobile Klassenzimmer zur Verfügung gestellt. Besonders in den Lehrgebieten Physik, Chemie, Biologie, IT und Kunsterziehung herrsche aber immer noch ein klares Defizit. Die Verwaltung im Landratsamt habe die Sache überprüft und sei zu dem Ergebnis gekommen, dass die Realschule in Bruckmühl den größten Nachholbedarf in Sachen Klassen- und Funktionsräumen aufweise. Die Errichtung eines Erweiterungsbaus sei daher erforderlich, weil man auch in Zukunft zumindest konstante Schülerzahlen erwarte. Das erforderliche Grundstück wolle der Markt Bruckmühl zur Verfügung stellen. "Der kommende Haushalt scheint gut zu werden", bestätigte Landrat Wolfgang Berthaler, weshalb man sich für die Investition in die Bildung in Bruckmühl entscheiden solle. Der Erweiterungsbau belaste den Haushalt mit 6 Millionen Euro, weitere 2 Millionen Euro könnten durch Zuschüsse abgefangen werden. Der Kreisausschuss entschied sich einstimmig, die Anträge bei der Regierung von Oberbayern zu stellen und mit der weiteren Planung fortzufahren.

Klare Linie in der Schul-EDV

Der Landkreis investiert jährlich rund 2 Millionen Euro in die EDV-Ausstattung der 23 Schulen im Kreis Rosenheim. Mittlerweile befänden sich über3.500 Computer, 700 Beamer und rund 100 Whiteboards sowie eine Vielzahl anderer elektronischer Geräte an den Schulen. Bislang waren die Schulen bei der Beschaffung und der Einrichtung der Hard- und Software zumeist eigenverantwortlich tätig. Die Betreuung und Wartung der Anlagen wurde zumeist von externen Anbietern übernommen. Diesem "Wildwuchs in der Struktur" wolle man nun mit einem geordneten Vorgehen entgegentreten. Mit Modellempfehlungen für die Rechner und einer Liste an passender Software für die Schulen wolle man im Landratsamt die Ressourcen bündeln und nicht zuletzt durch die Schaffung einer neuen Stelle für einen Fachinformatiker den Schulen beim Betrieb der Netzwerke unter die Arme greifen. Dazu zählen die konsequente Standardisierung der Computer, Monitore oder Beamer, wie sie im Landratsamt bereits seit Jahren erfolgreich betrieben werde, die Verwendung von Open-Source-Produkten zur Textverarbeitung oder Tabellenkalkulation und auch die Nutzung des "Open School Servers" als pädagogische Netzwerkoberfläche. Die Verwaltung im Landratsamt betonte dabei jedoch ausdrücklich, dass es sich bei diesem Konzept eher um einen Leitfaden, nicht um eine Vorschrift handele, die in der nächsten Zeit mit Erfahrungswerten aus der Praxis weiter verfeinert werden soll. Das Konzept wurde bereits mit den Schulen abgestimmt und müsse jedoch ebenso an die unterschiedlichen Anforderungen der jeweiligen Schule angepasst werden.

Sanierung baufälliger Kreis-Straßen

Weitere 1,5 Millionen Euro veranschlagte der Kreisausschuss am Dienstag für den Erhalt und die Sanierung einiger Schlaglochpisten im Landkreis. Laut den Planungen der Verwaltung sollen für das Jahr 2015 folgende Kreis-Straßen instandgesetzt werden:

  • RO 16, Hirnsberg bis Mauerkirchen, auf einer Länge von 3,5 Kilometer soll der Oberbau verstärkt und mit einer neuen Deckschicht versehen werden
  • RO 23, Hittenkirchen bis Umratshausen, auf einer Länge von 2,8 Kilometern soll der Oberbau verstärkt und mit einer neuen Deckschicht versehen werden
  • RO 40, Soyen bis zur Landkreisgrenze, auf einer Länge von 3,6 Kilometern soll der Oberbau verstärkt und mit einer neuen Deckschicht versehen werden, zusätzlich ist eine Verbreiterung an der Abzweigung zur Kläranlage geplant
  • RO 53, Ortsdurchfahrt Hochstätt, im Zuge der Dorferneuerung der Gemeinde Schechen soll die Fahrbahn auf 6,5 Meter verengt werden

40 Prozent der Kosten werden dabei im Rahmen des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes vom Freistaat Bayern übernommen. Insgesamt 200.000 Euro sind für unterschiedliche Sanierungsmaßnahmen an anderen Kreis-Straßen reserviert.

Ein Parkplatz für Wasserburg und eine Brücke über die Prien

Aufgrund der Parkplatzknappheit in Wasserburg im direkten Umfeld der Berufsschule und der Beruflichen Oberschule, entschied sich der Kreisausschuss im Bereich einer ehemaligen LKW-Werkstatt, dem sogenannten "Müllergebäude" neue Stellplätze zu errichten. Auf ungefähr 1.800 Quadratmetern sollen ca. 50 neue Parkplätze entstehen. Für knapp 170.000 Euro soll das alte Gebäude abgerissen, mögliche Altlasten wie Öl und Schmierstoffe im Boden geräumt und die Fläche mit Mineralbeton überzogen werden. Die Stadt Wasserburg hat dem Vorhaben bereits seine Zustimmung erteilt, die Nachbarn sollen mit der Nutzung einverstanden sein. Die Zufahrt soll zur Bürgermeister-Winter-Straße hin erfolgen.

Ein weiteres Diskussionsthema war der geplante Neubau der Brücke über die Prien auf der Kreis-Straße RO 23 von Frasdorf nach Hittenkirchen. Die letzte Brückenhauptprüfung im Jahr 2012 habe erhebliche Schäden in Bezug auf die Standsicherheit und die Lebensdauer des 52 Jahre alten Bauwerks ergeben. Seitens der Verwaltung hieß es am Dienstag, dass man sich nun zwischen einer Sanierung oder einem Neubau der knapp 20 Meter langen Brücke entscheiden müsse. Laut Berechnungen eines Ingenieurbüros aus dem Landkreis verlängere sich die Restlebenszeit bei einer Sanierung um lediglich 17 Jahre. Ein Neubau wäre zwar mit höheren Kosten verbunden, halte dann aber wieder für knapp 70 Jahre. Zudem könne man im Zuge eines Neubaus die Tragfähigkeit steigern und einen Geh- und Radweg integrieren. Die durchschnittliche Verkehrsbelastung der Brücke beträgt um die 3.000 Fahrzeuge pro Tag. Abzüglich der 40 prozentigen Förderung der Baumaßnahme durch den Freistaat ergäben sich so, laut der Schätzung des Ingenieurbüros,  Kosten in Höhe von rund 515.000 Euro für den Landkreis. Der Planung, der Beantragung der Zuschüsse und der Ausschreibung der Maßnahme wurde zugestimmt.

Quelle: rosenheim24.de

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