Statement nach Badetod von zwei Flüchtlingen in der Region Rosenheim

Caritas-Chef: "Mitarbeiter unter Schock"

Rosenheim - "Es ist an Tragik kaum zu überbieten", nimmt Caritas-Kreisgeschäftsführer Erwin Lehmann Stellung zu den beiden tödlichen Badeunfällen in der Region.

"Es ist an Tragik kaum zu überbieten, dass zwei Flüchtlinge, nach ihren gefährlichen Fluchtwegen hier angekommen, bei Badeunfällen ums Leben kommen. Wir bedauern die Badeunfälle, die zum Tod von zwei Flüchtlingen im Landkreis Rosenheim geführt haben, zutiefst. Unsere haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden in der Asylarbeit sind geschockt", so Caritas-Kreisgeschäftsführer Erwin Lehmann.

Erwin Lehmann

Die hauptberuflichen Asylberater betonen, dass die von ihnen beratenen Asylbewerber über mögliche Gefahren im Alltag aufgeklärt werden, etwa im Straßenverkehr, beim Baden im See und vielem anderen mehr.

Hauptaufgabe der Asylberater ist es, die Flüchtlinge im Rahmen des Asylverfahrens zu beraten und zu begleiten. Sie helfen bei der Antragstellung, sorgen dafür, dass die Asylsuchenden die vorgesehenen Fristen einhalten, die Bedeutung der Anhörung erkennen oder einen Rechtsbeistand erhalten.

Sie vermitteln die ihnen zustehenden sozialen Leistungen und koordinieren die ehrenamtlichen Helfer. In der Praxis hat eine Vollzeitkraft ca. 180 Flüchtlinge zu betreuen.

Die Frauen und Männer, die sich ehrenamtlich engagieren, tun dies freiwillig und unentgeltlich und tragen die Kosten dafür oft noch selbst, z.B. wenn sie auf dem Land mit dem eigenen Auto jemanden zum Arzt fahren. Sie helfen mit, dass sich Flüchtlinge im Alltag zurechtfinden, geben Deutschkurse, begleiten zu Ärzten und Behörden und machen mit der deutschen Kultur vertraut.

Tödliche Badeunfälle in Schnaitsee und Rott

Sie dürfen jedoch keinesfalls dafür verantwortlich gemacht werden, wenn Flüchtlinge Gefahren nicht erkennen oder gering achten wie dies zuletzt bei einem ähnlichen Unfall im Raum Fürstenfeldbruck passiert ist.

Die Flüchtlinge können sich frei bewegen und ihre Freizeit gestalten und müssen dabei auch für sich die Risikoverantwortung übernehmen. Dazu gehört auch, auf die eigene Sicherheit zu achten und die eigenen Fähigkeiten realistisch einzuschätzen.

In Stadt und Landkreis Rosenheim gibt es über 1000 ehrenamtliche Asylhelfer. Sie leisten sehr viel und gehen oft an ihre eigene Belastungsgrenze. Ohne die enge Zusammenarbeit der Ehrenamtlichen mit unseren hauptberuflichen Asylsozialarbeiter wäre eine so umfassende Asylarbeit, wie sie derzeit in Stadt und Landkreis Rosenheim stattfindet, nicht möglich.

Pressmeldung Caritas-Kreisgeschäftsführer Erwin Lehmann

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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