Kreisausschuss tagt zum Thema ÖPNV

"Wie können wir die Schwachstellen abstellen?"

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Rosenheims Landrat Wolfgang Berthaler zum Thema ÖPNV am Dienstag im Kreisausschuss

Landkreis Rosenheim - Wie geht es weiter mit dem öffentlichen Nahverkehr im Landkreis? Dieser Frage stellte sich der Kreisausschuss in seiner vergangenen Sitzung im Landratsamt am Dienstag:

Die Versorgung der Landkreis-Gemeinden mit Bus und Bahn in Rosenheim gestalte sich sehr unterschiedlich. Besonders in den nördlichen Gemeinden und auf dem Land werde der Individualverkehr dem ÖPNV noch stark vorgezogen, aufgrund mangelnder Verbindungen. Werner Gartner und Alexandra Burgmaier, Mitglieder der SPD-Fraktion im Rosenheimer Kreistag wandten sich deshalb am Dienstag mit einem Antrag an die Verwaltung im Landratsamt. Wie es künftig mit dem Thema weitergehen soll:

"Wenn ich nicht mehr weiter weiß, gründe ich einen Arbeitskreis",...

so reagierte Werner Gartner zunächst auf die Stellungnahme der Verwaltung, dass ein zusätzliches Gutachten zur Struktur des ÖPNV im Landkreis nicht zielführend sei. Im Zuge der der Fortschreibung des Nahverkehrsplans, der in der zweiten Jahreshälfte zusammen mit der Rosenheimer Verkehrsgesellschaft und Geschäftsführer Hans Zagler weiter entwickelt werden soll, würden ohnehin vermehrt die Schwachstellen im System analysiert und aufgedeckt, so die Argumentation der Verwaltung im Landratsamt. 

Auch Landrat Wolfgang Berthaler betrachtete ein zusätzliches Gutachten eher kritisch: "Eine zweite Analyse ist kontraproduktiv. (...) Die Frage ist eher, wie können wir die Schwachstellen abstellen?", so Berthaler mit Verweis auf die geballte Erfahrung des Geschäftsführers der RoVG, der zur Sitzung des Gremiums jedoch nicht anwesend sein konnte.

In ihrem Antrag forderte die SPD-Fraktion die "Erstellung eines zeitgemäßen ÖPNV-Mobilitätskonzepts". Nach einer gesonderten Bestandsaufnahme sollte eine Analyse durchgeführt werden, die insbesondere auch die Bürger in den Gemeinden direkt mit in den Prozess integrieren sollte. Nach der Datenerhebung sollte das Konzept in Hinblick auf den Bedarf von Jugendlichen, Senioren und Touristen über die Grenzen hinweg aufgestellt werden, bevor es schließlich umgesetzt werden sollte.

"Ich sehe die Gefahr, dass wir uns dabei ordentlich verzetteln. Es kann nicht die Aufgabe des Landkreises sein, jeden Einzelnen abzuholen", entgegnete Kreisrat und Bürgermeister von Bad Aibling, Felix Schwaller. Dieter Kannengießer, Parteifreier und 2. Bürgermeister der Stadt Kolbermoor, regte an, den Auftrag des ohnehin schon geplanten Gutachtens zur Fortschreibung des Nahverkehrsplans zu erweitern. Anregungen aus der Versammlung sollten mit eingearbeitet werden und das Gremium über die Ergebnisse informiert werden.

"Klar ist, dass wir mehr Geld brauchen werden",...

erkannte Christian Stadler, von den Kreistags-Grünen, und weiter: "Was jetzt gefordert ist, ist die Bereitschaft das Konzept anzugehen, eine Grundsatzentscheidung." Aktuell fließe rund ein Euro pro Landkreis-Einwohner in die Förderung des ÖPNV. Zudem regte er an, künftige Projekte längerfristig zu erproben: "Der Verkehr ist Gewohnheitssache. Wir brauchen die Angebote über mehrere Jahre, bis die Bürger die Möglichkeiten wirklich annehmen. Dabei muss bewusst sein, dass auch das Defizit dann höher ausfällt."

Herbert Wildgruber, Oberaudorfs Bürgermeister und CSU-Mitglied im Kreisausschuss gab an, auch aus der grenzübergreifenden EUREGIO-Zusammenarbeit beim Thema Mobilität zusätzlichen Input liefern zu wollen. 

Am Ende verständigte sich der Kreisausschuss darauf, dass die zentralen Punkte der SPD Fraktion in den Nahverkehrsplan eingearbeitet werden sollen. Dazu sollen dann möglicherweise auch Fachvorträge zum Thema gehalten und eine Bürgerbeteiligung mit ins Leben gerufen werden. Eine Arbeitsgruppe soll dabei den gesamten Prozess begleiten. Abschließend über den Beschluss abstimmen wird der Kreistag dann in seiner Sitzung am Mittwoch. Danach soll auch die Stadt Rosenheim mit in die Planungen einbezogen werden.

Quelle: rosenheim24.de

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