Diese Themen bewegen den Rosenheimer Landrat

Berthaler: "Absolut treu zu unseren Zusagen"

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Landkreis Rosenheim - Welche Themen bewegen Wolfgang Berthaler? Beim jährlichen Pressegespräch zeichnet der Landrat einen Überblick über Themen wie Asyl, Bildung und die Kliniken:

Die Wirtschaftslage in den Kommunen im Landkreis Rosenheim ist gut, attestierte Landrat Wolfgang Berthaler im Rahmen des jährlichen Pressegesprächs im Landratsamt. Dass sich derzeit viel bewegt, sei auch direkt in Rosenheim erkennbar, denn: Für insgesamt 17 Millionen Euro werde derzeit der Amtssitz des Landrats komplett umgebaut und erweitert.

Rund 120 neue Arbeitsplätze sollen in der Verwaltung so bis voraussichtlich Ende 2017 bzw. Anfang 2018 entstehen. Dringend nötig, so Landrat Berthaler, seien doch in den vergangen zwei Jahren rund 70 neue Stellen im Landratsamt geschaffen worden: "Wir haben nicht vor, Stellen abzubauen, im Gegenteil. Unser Ziel ist es, kürzere Bearbeitungszeiten in den verschiedenen Abteilungen zu gewährleisten."

Hauptaufgabe Asyl: Die Situation im Landkreis

Waren in der jüngsten Vergangenheit alle fünf Landkreis-Turnhallen mit rund 1.100 Flüchtlingen und Asylbewerbern belegt, seien derzeit die Sammelunterkünfte in Bad Aibling und Raubling bereits wieder frei, so Wolfgang Berthaler. Der Landrat geht weiter davon aus, dass auch die drei restlichen Hallen in Prien, Bruckmühl und Wasserburg innerhalb der nächsten 14 Tagen geräumt sein dürften. "Der Freistaat ist hier sehr engagiert und bemüht. (...) Dann werden die Turnhallen wieder zurück gebaut und für den Betrieb durch die Schulen vorbereitet", so Berthaler am Montag. Gleichzeitig zeigte sich der Landrat glücklich, dass somit die "menschenunwürdige Unterbringung" endlich beendet sei.

In jüngster Zeit erreichten das Landratsamt keine Zuweisungen von Flüchtlingen mehr seitens der Regierung, so Berthaler weiter. Seit rund 4 bis 6 Wochen fänden deshalb auch keine neuen Anmietungen von Unterkünften mehr statt. Bereits bestellte Container-Anlagen, wie zum Beispiel in Brannenburg, und bereits geschlossene Verträge mit Vermietern würden aber weiterhin selbstverständlich abgenommen beziehungsweise eingehalten. Aktuell nutze der Freistaat bevorzugt die eigenen Kapazitäten wie leerstehende Kasernen.

"Wenn künftig aber dennoch Verträge nicht mehr erfüllt werden sollten, bin ich gespannt, wie die Vermieter reagieren, wenn wieder neue Spitzen ins Haus stehen", so Berthaler kritisch in Hinblick auf den potentiellen, künftigen Bedarf an Unterkünften. Mitte Juni sollen diese und ähnliche Fragen im Rahmen eines Gesprächs zwischen den Landräten und dem Bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer schließlich geklärt werden.

Unverändert zeichne sich der Landkreis derzeit noch für rund 2.700 Asylbewerber verantwortlich. Neben der Auszahlung von Geldern sei die Verwaltung in erster Linie noch immer mit der Bearbeitung von Asyl-Anträgen beschäftigt, so der Landrat weiter. Obwohl sich das Thema Asyl zu dem Brennpunkt der vergangen zwei Jahre entwickelt habe, fehle auch heute noch die nötige Unterstützung seitens der Bundesregierung und auch der Europa-Politik, so Berthaler ergänzend.

Auch die Bildung im Fokus des Landratsamts

Die Auswirkungen der gestiegenen Flüchtlingszahlen seien aber auch in anderen Bereichen zu beobachten. So seien künftig auch die Berufsschulen im Landkreis in besonderem Maß gefordert. Statt wie bisher in 15 Klassen mit je rund 20 Schülern, soll es bereits ab dem kommenden Schuljahr im September insgesamt 45 Klassen geben, die Deutschkurse zur Vorbereitung auf den Alltag anbieten. Eine besondere Herausforderung, nicht nur in Hinblick auf die räumliche Situation, so Wolfgang Berthaler.

Doch auch abseits der mit den Integration-Kursen verbundenen Kosten, investiert der Landkreis weiter in die heimische Schullandschaft. Rund 35 Millionen Euro lässt sich das Landratsamt die Weiterentwicklung der Bildung jährlich kosten. Aktuell in der Modernisierung und Sanierung: Die Realschule und das Gymnasium in Prien. Dem folgen soll dann anschließend die Realschule in Bruckmühl und im weiteren Verlauf der nächsten Jahre FOS und BOS in Rosenheim sowie die Berufsschule in Wasserburg.

Weiter Investitionen in die "Gesundheitsregion Rosenheim"

Ähnlich aktiv ist das Landratsamt auch beim Thema Gesundheit in der Region. Nachdem sich die Stadt Rosenheim per Stadtratsbeschluss zwar künftig nicht an der sogenannten Marke "Gesundheitsregion Plus" beteiligen will, kündigte Wolfgang Berthaler dennoch an, die Gesundheitsbranche auch weiterhin stärker vernetzen zu wollen. Dem folgen sollen umfangreiche Investitionen in die unterschiedlichen Standorte im Landkreis.

Nachdem es in der Vergangenheit zu Verzögerungen beim Bettenhaus 2 in Prien bis Herbst gekommen war, stehe als nächstes die Sanierung des Funktionsbereichs auf der Agenda. Innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahre wolle man hier aktiv werden, so der Landrat.

Weiter stehe noch die Sanierung der in die Jahre gekommenen OP-Säle in der Klinik in Bad Aibling an. In zwei bis drei Jahren kämen hier Kosten in Höhe von rund 20 Millionen auf den Landkreis zu. Als Ergebnis verfüge die sehr rentable Klinik dann aber auch über einen dritten OP-Saal.

In Wasserburg seien die Vorarbeiten zur geplanten Klinik-Erweiterung bereits in vollem Gang. Mit einer Fertigstellung der Anlage in Zusammenarbeit mit dem Bezirk könne allerdings erst in den Jahren 2019 bzw. 2020 gerechnet werden. "In jeder Hinsicht stehen wir hier absolut treu zu unseren Zusagen", versprach Berthaler. Die Kosten in Höhe von rund 80 Millionen Euro würden mit Masse, knapp 50 Millionen Euro, über Zuschüsse getragen.

Zusätzlich sprach sich der Landrat für ein stationäres Hospiz aus. Auf einen rund 2.000 Quadratmeter großen Grundstück in Bernau soll eine entsprechende Einrichtung entstehen. Der gesamte Südostbayerische Raum soll so schließlich abgedeckt werden.

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © pa/red

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