Arbeitsmarktreport Region Rosenheim veröffentlicht

Winter ist schuld: Anstieg der Arbeitslosenzahlen

Landkreis Rosenheim- Die Arbeitslosenquote ist saisonbedingt im Januar deutlich angestiegen. Betriebe melden so viele offene Stellen wie noch nie in diesem Monat.

"Die eisigen Temperaturen und der üppige Schnee machen sich auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Die Zahl der Arbeitslosen ist im Januar - wie um diese Jahreszeit üblich – um 1.710 auf 9.810 Personen angestiegen. Viele Erwerbstätige aus witterungsabhängigen Berufen haben schon vor Weihnachten eine Kündigung erhalten und sich dann bei uns arbeitslos gemeldet", so Dr. Nicole Cujai, Leiterin der Rosenheimer Arbeitsagentur.

Arbeitslosenquote so gering wie in keinem Jahr zuvor

„Die Stimmung auf dem Arbeitsmarkt ist aber weiterhin gut: Die Arbeitslosenquote ist mit 3,4 Prozent (0,6 Prozentpunkte mehr als im Vormonat) auf dem Niveau vom Januar 2016 und damit so gering wie in keinem Jahr zuvor.

Wiedereinstellungszusage für gute Mitarbeiter

Cujai weiter: „Die witterungsabhängigen Betriebe wollen ihre angestammten, guten Mitarbeiter nicht verlieren und haben ihren saisonbedingt gekündigten Beschäftigten überwiegend gleich eine Wiedereinstellungszusage gegeben. Zudem wurden bei der Arbeitsagentur Rosenheim im Januar 1.115 direkt zu besetzende Stellen neu gemeldet, 240 mehr als im Januar des Vorjahres. Beides deutet darauf hin, dass die Unternehmen auf dem regionalen Arbeitsmarkt die Lage trotz der globalen Unsicherheiten weiterhin als stabil einschätzen.

Anzahl der Langzeitarbeitslosen auch gesunken

Die Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes schlägt sich auch darin nieder, dass die Anzahl der Langzeitarbeitslosen gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres um 90 auf 1.730 Personen zurückgegangen ist. Wir wollen diese Personengruppe weiterhinintensiv bei der Stellensuche unterstützen, beispielsweise durch eine enge Betreuung und Begleitung bei der Arbeitssuche.

"Auffällig ist, dass sich im Januar der Zahl der arbeitslosen SGB III-Kunden gegenüber dem Vorjahr um 150 Personen auf 6.320 gemeldete Männer und Frauen erhöht hat, wohingegen dieAnzahl der SGB II-Kunden um 200 auf 3.490 Personen zurückgegangen ist. Das ist primär darauf zurückzuführen, dass die Agentur für Arbeit nun diejenigen Kunden vermittlerisch betreut, die aufstockend zum Arbeitslosengeld Arbeitslosengeld II beziehen, erklärt Cujai. 

Arbeitslosenquote bei Männer höher als bei den Frauen

"Diese Kunden wurden bisher durch das Jobcenter betreut. Der Vorjahresvergleich ist deshalb nur eingeschränkt möglich." Im Januar ist dieArbeitslosenquote saisonal bedingt bei den Männern höher als bei den Frauen, da in den typischen Bau- und Außenberufen überwiegend Männer arbeiten. 

Die Arbeitslosenquote der Männer hat sich von 3,0 Prozent im Dezember auf nunmehr 3,9 Prozent erhöht (Zahl der arbeitslosen Männer insgesamt: 5.820), wohingegen die Arbeitslosenquote bei den Frauen lediglich um 0,3 Prozentpunkte auf 2,8 Prozent angestiegen ist (Zahl der arbeitslosen Frauen insgesamt: 3.990). 

Arbeitslosenzahl steigt um 88% in der Baubranche im Vergleich zum Vormonat

So ist die Anzahl der als arbeitslos gemeldeten Personen in den Branchen Land-, Forst-, Tierwirtschaft, Gartenbau im Vergleich zum vergangenen Monat um 78 Prozent auf 435 Personen angestiegen und in der Baubranche war gar ein Plus von 88 Prozent auf 1.140 Erwerbslose zu verzeichnen.

Den 9.810 Erwerbslosen im Agenturbezirk stehen im Januar 4.100 vakante Stellen gegenüber (Vergleichsmonat des Vorjahres: 3.440), 3.800 davon sind sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse (Vergleichsmonat des Vorjahres: 3.240). 

So viele offene Stellenangebote wie noch nie in einem Januar

"Damit sind bei der Agentur für Arbeit so viele offene Angebote gemeldet wie noch nie in einem Januar", betont Cujai. "Und wir wollen unsere gute Zusammenarbeit mit den Betrieben weiter stärken." Die meisten offenen Stellen gibt es im Januar mit 1.110 in den Berufssparten Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung. 

Darunter fallen Jobs in der Kunststoff- und Holzverarbeitung, im gesamten Metallbereich, im Maschinenbau, in der Kfz-Technik, in der Energie- und Elektrotechnik sowie in der gesamten Lebensmittelherstellung und -Verarbeitung (auch als Koch oder Köchin). 

Fachkräfte für Handel, Tourismus, Erziehung und im Gesundheitswesen gesucht

Viele Jobangebote gibt es auch im kaufmännischen Bereich, inklusive Handel, Vertrieb und Tourismus, mit 770 vakanten Stellen sowie im Gesundheits- und Sozialwesen, inklusive Lehre und Erziehung, mit 760 Angeboten. Gesucht werden in erster Linie Fachkräfte, die aber in einigen Bereichen rar sind. 

"Wir werden auch im Jahr 2017 wieder in die berufliche Qualifizierung, sei es für Arbeitssuchende oder begleitend im Beschäftigungsverhältnis, beispielsweise zum Erwerb eines Berufsabschlusses, investieren,"so Cujai. 

Als Beispiel nennt sie die Kampagne Zukunftsstarter, bei der insbesondere Erwerbspersonen zwischen 25 und 35 Jahren ohne Berufsabschluss, oder die seit mindestens vier Jahren nicht mehr in ihrem Ausbildungsberuf gearbeitet haben, von der Agentur für Arbeit beim Erwerb eines Berufsabschlusses unterstützt werden.

Interessierte können sich gerne unter derkostenlosen Servicenummer 0800 4 5555 00 informieren.

"Auch die Besetzung von Ausbildungsstellen spielt eine große Rolle", betont Cujai.
„Aktuell sind bei der Agentur für Arbeit rund 2.400 Bewerberinnen und Bewerber für Ausbildungsstellen gemeldet, 400 mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Dem gegenüber stehen2.660 offene Ausbildungsstellen, 30 weniger als im Vergleichszeitraum des vorherigen Berichtsjahres. Interessierte Jugendliche können gerne einen Termin mit unserer Berufsberatung vereinbaren."

Arbeitsmarkt in der Stadt und Landkreis Rosenheim:

  • Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 5,4 Prozent (Vorjahr 5,6 Prozent). Derzeit sind 1 829 Bürger ohne Arbeit. Bei den SGB III- Kunden, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, erhöhte sich die Arbeitslosigkeit um 304 auf 894. Für 935 arbeitslose SGB II-Kunden, elf weniger als im Dezember, ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig. Insgesamt betreut das Jobcenter 2 280 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1 783 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.
  • Der Landkreis Rosenheim hat aktuell mit3,0 Prozent (Vorjahr 3,0 Prozent) dieniedrigste Arbeitslosenquote im Agenturbezirk. Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt für den Landkreis liegt bei 4.033. Hier sind 2.602 Männer und Frauen bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 742 mehr als im Vormonat. Darüber hinaus kümmert sich das Jobcenter Landkreis Rosenheim um 1.431 arbeitslose SGB II-Kunden, sechs weniger als im Dezember. Insgesamt betreut das Jobcenter 3.574 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 2.859 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

    Agentur für Arbeit Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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