Flüchtlingssituation im Landkreis Rosenheim

"Wir müssen diesen Weg gemeinsam gehen!"

+
Wolfgang Berthaler fordert seine Bürgermeister zu mehr Solidarität in Bezug auf die geplanten Asylunterkünfte auf.
  • schließen

Rosenheim - Welche Themen beschäftigen Wolfgang Berthaler zur Zeit? Im Rahmen eines Pressefrühstücks am Montag stand der Landrat Rede und Antwort. Ganz oben auf der Liste: Thema Asyl

Neben der finanziellen Situation des Landkreises, die sich aktuell aufgrund der guten Wirtschaftslage sehr positiv darstellt, ging Wolfgang Berthaler im Rahmen des Pressefrühstücks am Montag auch auf Probleme und Herausforderungen ein, die alle Beteiligten im Landratsamt nicht nur zur Zeit besonders fordert. "Letztes Jahr waren es 200.000, heuer sind bis zu 500.000 möglich", umreißt Berthaler die momentane und höchstwahrscheinlich künftige Situation in Bezug auf die Flüchtlinge in Deutschland. Welchen Beitrag der Landkreis leistet:

Flüchtlinge im Landkreis

Aktuell liege der Landkreis knapp 200 Personen unter den Vorgaben der Regierung von Oberbayern, so Wolfgang Berthaler: "Zur Zeit sind es rund 900 Menschen. Das bedeutet, dass wir heuer vielleicht auf 2.000 bis 2.500 steigern müssen." Aus Gesprächen mit der Regierung gehe hervor, dass man künftig mit ungefähr 20 Neuankömmlingen pro Woche rechnen müsse. "Die bisherigen dezentralen Unterkünfte reichen dafür nicht aus", stellte Berthaler im Zuge dessen fest. Daher müsse der Landkreis zukünftig bei der Unterbringung der Asylbewerber verstärkt auf sogenannte "Pavillons", Containeranlagen, zurückgreifen.

Nur Anlagen für mehr als 100 Flüchtlinge sinnvoll

Die Erschließung der Anlagen gestalte sich jedoch sehr umfangreich. Die Versorgung mit Strom und Wasser sei dabei für kleinere Anlagen unrentabel, so der Landrat. Erst ab einer Größe von mindestens 100 Plätzen rechne sich die Investition. Ein weiterer Nebeneffekt der Sammelunterkünfte: Ab einer Größe von 70 bis 90 Einheiten sei dann auch nicht mehr der Landkreis zuständig. Hier übernehme dann der Freistaat Bayern, inklusive des Personals, das in dieser Größenordnung auch beispielsweise einen Hausmeister beinhalte, so der Landrat. "Die Flüchtlinge, die dort dann untergebracht sind, werden dem Landkreis trotzdem angerechnet.

Vier Standorte, keine Lösung

Insgesamt vier Standorte für eine Containeranlage seien bisher im Landkreis näher ins Auge gefasst worden: Zwei landkreis-eigenen Grundstücke in Schechen und Raubling und jeweils eine Fläche in Aschau und Bad Aibling. Alle vier möglichen Orte seien aktuell jedoch wieder verworfen worden. "Es ist auch möglich, das Einverständnis des Gemeinderates zu ersetzen und trotzdem zu bauen", verdeutlichte Berthaler seine Forderung an die Landkreis-Bürgermeister in Sachen Asyl an einem Strang zu ziehen: "Wir können das alleine nicht mehr schultern.(...) Wir müssen diesen Weg gemeinsam gehen"

Sozialen Wohnungsbau weiter fördern

"Im kommenden Jahr wollen wir auch die landkreiseigenen Wohnbaugesellschaft wieder ertüchtigen", gab Berthaler am Montag bekannt. Der Landrat sei sich zwar bewusst, dass 10 neue Wohnungen pro Jahr für den ohnehin schon angespannten Wohnungsmarkt im Landkreis "nur ein Tropfen auf den heißen Stein" bedeuten, trotzdem wolle er so ein Zeichen setzen und mit gutem Vorbild voran gehen, so Wolfgang Berthaler. Die Einheimischen dürften in Punkto Wohnungen nicht benachteiligt werden, die Akzeptanz für die Maßnahmen zum Thema Asyl in der Bevölkerung dürfe darunter nicht leiden.

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Rosenheim

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser