Musikinitiative Rosenheim sucht neuen Geschäftsführer

Manfred Lenz sagt leise "Servus"

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"Time to say goodbye". Nach 25 Jahren als Geschäftsführer der MIR will Manfred Lenz neue Wege gehen.
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Rosenheim - 25 Jahre lang stand Manfred Lenz als Geschäftsführer der Musikinitiative Rosenheim e.V. jungen Bands und alten Hasen mit Rat und Tat zur Seite. Wie es jetzt mit "MIR" weitergeht:

Nicht nur auf der Bühne, zusammen mit seiner Band "jazzica", sondern auch im Hintergrund als Strippenzieher und Anlaufstelle bei der Rosenheimer Musikinitiative e.V. (kurz: MIR) ist Manfred Lenz aus der Rosenheimer Musikszene nicht mehr wegzudenken. 25 Jahre lang kümmerte sich der Sänger und neuerdings begeisterte Schöffenrichter um Studioaufnahmen junger Nachwuchskünstler und so manche musikalische Veranstaltung im Rosenheimer Raum. Angefangen beim jährlichen Newcomer-Festival "Deichhobbe", über Musikflohmärkte und Workshops, bis hin zu Kooperationen mit regionalen Kultur- und Jugendorganisationen, wenn es in Rosenheim um die Musik geht, ist Manfred Lenz mittendrin, statt nur dabei.

Dieser Umstand wird sich in der nahen Zukunft jedoch grundlegend ändern. Für die beiden Veranstaltungen "Kultur im Park" in Bad Aibling und "Musik am Salinplatz" in Rosenheim im kommenden Jahr wird Lenz noch als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Alle anderen Aufgaben, die ihm im Rahmen seiner Tätigkeit als Geschäftsführer der MIR übertragen wurden, wird er ab dem nächstmöglichen Zeitpunkt jedoch aufgeben. "Ich habe da ein paar private Baustellen. Und darüber hinaus möchte ich mich selber wieder mehr für das Theater und meine eigene Musik ins Zeug legen. Das braucht Zeit. Zeit, die im Moment einfach abgeht," erklärt Manfred Lenz im Gespräch mit rosenheim24.de. Es sei an der Zeit, dass der Vollblutmusiker die Ratschläge, die er sonst Anderen an die Hand gibt, auch selbst in die Tat umsetzt.

Bis Ende November können sich die Bewerber für den Posten des Geschäftsführers noch bei der MIR melden. Ein wenig mulmig ist Manfred Lenz aber schon zumute, wenn er an die Zukunft der MIR, dann nicht mehr unter seiner Leitung, denkt. "Als Vorsitzender bleibe ich der Initiative ja erhalten," erklärt Manfred Lenz. Die Einarbeitung seines Nachfolgers soll dabei aber auf jeden Fall "so schnell wie möglich und so langsam wie nötig" erfolgen. Die Erfahrungen aus 25 Jahren MIR könnten nicht an einem Tag weitergegeben werden. Hier macht sich Manfred Lenz aber eher weniger Sorgen. "Den oder die Nachfolge schleppe ich schon zu den Leuten", lacht der Musiker. Etwas komplizierter sieht es da schon bei den Karteisystemen und den nötigen Unterlagen aus. Lenz steht zur Zeit an der Spitze von rund 180 Mitgliedern der Initiative, hinter denen sich meist auch noch weitere Personen verbergen. "Meistens ist es der Frontmann einer Band, der bei uns Mitglied ist. Zählt man alle, komm ich schnell auf ein paar Hundert." In den Karteien von Manfred Lenz finden sich ungefähr 1.800 Musiker aus dem Rosenheimer Raum, die bei Bedarf weitervermittelt werden können.

Geschäftsführer - Aber wie?

"Wir wollen meinem Nachfolger auf jeden Fall eine gewisse Sicherheit, was seinen Job betrifft, vermitteln. Eine Perspektive von einem Jahr ist da das Mindeste," erklärt Manfred Lenz. Eine Job-Beschreibung und ein Anforderungsprofil liefert er gleich hinterher. Nicht nur die Organisation von Großevents sondern auch Papierkrieg und die tägliche Kleinarbeit kommen auf den Nachfolger oder die Nachfolgerin zu. "Junge Bands suchen Auftrittsmöglichkeiten, andere brauchen einen neuen Schlagzeuger, wieder andere wollen nur eine Auskunft, wo was los ist," fasst Lenz das "daily business" zusammen.

Belastbarkeit, ein Arbeitsplatz mit Computer in den eigenen vier Wänden und absolute Neutralität setzt Lenz als Einstellungskriterien fest. "Am Besten wäre schon auch wieder ein Musiker. Der hat dann auch wieder einen guten Draht zu den anderen", erklärt der Noch-Geschäftsführer. Auf ein bestimmtes Mindestalter möchte sich Lenz nicht festlegen. Persönlich wäre ihm ein jüngerer Bewerber lieber: "Je älter, desto eher kommt es ja dann wieder zu einem Wechsel", schmunzelt Lenz. Neue Ideen und Kreativität stehen dabei aber im Vordergrund. "Und auch die Internetseite könnte mal eine Überarbeitung vertragen."

Die Zusammenarbeit mit den öffentlichen Stellen wie Stadt und Landkreis Rosenheim lobt der Musiker. "Ansonsten geht bei den Sponsoren nicht viel. Bei unserer Klientel ist das ja auch nicht einfach", lacht Lenz. Neben den Förderungen von öffentlicher Seite und den Mitgliedsbeiträgen bringen vor allem die Fördermitglieder des Vereins junge Musiker weiter voran. "Dabei sind Studiobetreiber, Musikgeschäfte aber auch bekannte Künstler wie zum Beispiel Konstantin Wecker," so Lenz. Für die Zukunft wünscht sich Lenz hier weiter eine gute Zusammenarbeit, damit die MIR die Startrampe für junge Musiker und Bands im Landkreis Rosenheim auch bleibt. "Ein Schritt nach dem anderen," so Lenz, zuerst müsse ein passender Nachfolger gefunden werden. Bewerbungen können noch bis zum 23. November eingereicht werden.

Quelle: rosenheim24.de

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