Fahnder schnappten die Italienerin in Rosenheim

100 Tage Knast für falsche Tunesierin

Rosenheim/Aichach - Die Rosenheimer Bundespolizei hat am Dienstag (4. Juli) eine Italienerin in die Haftanstalt in Aichach gebracht. Die Frau wird dort eine 100-tägige Haftstrafe absitzen müssen. Sie hatte sich strafbar gemacht, weil sie sich unter einer falschen Identität mehrere Jahre lang als Asylbewerberin in Deutschland aufgehalten hatte.

Beamte der Polizeiinspektion Fahndung Rosenheim kontrollierten die 24-Jährige im Nachtzug aus Italien. Sie war in Begleitung ihres Freundes in Richtung München unterwegs. Der Marokkaner konnte sich nicht mit den Papieren, die für den beabsichtigten Aufenthalt in Deutschland erforderlich gewesen wären, ausweisen. Er wurde wegen des Verdachts der unerlaubten Einreise in Gewahrsam genommen. 

Doch auch für die Italienerin fand die Zugfahrt mit der Kontrolle ein vorzeitiges Ende. Bei der Überprüfung ihrer Personalien stellte sich mithilfe des Fahndungscomputers heraus, dass sie von der Staatsanwaltschaft Chemnitz gesucht wurde. Laut Haftbefehl war sie wegen mittelbarer Falschbeurkundung zu einer Geldstrafe in Höhe von 1.000 Euro verurteilt worden. 

Der Schwindel flog bald auf

Die junge Frau hatte sich in der Vergangenheit als Tunesierin ausgegeben und in Deutschland um Asyl nachgesucht. Von 2014 bis 2016 war sie unter dieser falschen Identität in der Bundesrepublik. Offenbar wollte sie auf diese Weise sicherstellen, mit ihrem marokkanischen Freund, der ebenfalls Asyl beantragt hatte, zusammenbleiben zu können. Nachdem der Schwindel aufgeflogen und die Italienerin verurteilt worden war, setzten sich beide nach vorliegenden Erkenntnissen ins Ausland ab, ohne dass die Geldstrafe beglichen worden wäre. 

Unmittelbar nach ihrer Rückkehr nach Deutschland musste das Paar den Kontrollbeamten zur Bundespolizeidienststelle in Rosenheim folgen. Dort war die italienische Staatsangehörige nicht in der Lage, ihre ausstehenden Justizschulden zu begleichen. Daher musste sie in Aichach ersatzweise einen 100-tägigen Gefängnisaufenthalt antreten. 

Da sie ersten Ermittlungen zufolge die Zugfahrt ihres marokkanischen Freundes mitorganisiert hat, wird sie sich nach Verbüßung der Freiheitsstrafe voraussichtlich noch wegen Beihilfe zur unerlaubten Einreise verantworten müssen. Der Marokkaner wurde nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen an die Ausländerbehörde in Dresden weitergeleitet, die über den weiteren Verbleib des Mannes im Land entscheiden wird.

Pressemeldung Bundespolizeiinspektion Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

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