Aber viel Bürokratie bei Verteilung aufs Bundesgebiet

Unbegleitete Flüchtlinge: Landkreis und Stadt deutlich entlastet 

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Rosenheim -  Die Verteilung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen im gesamten Bundesgebiet hat im Kreisjugendamt Rosenheim zu einer deutlichen Entspannung geführt. 

Bei der Verteilung der unbegleiteten Minderjährigen hilft keine Zentrale, sie muss mit jedem Jugendamt gesondert ausgehandelt werden. Die aktuelle Lage war Thema im Jugendhilfeausschuss. Johannes Fischer, der Leiter des Kreisjugendamtes begrüßte die bundesweite Verteilung ausdrücklich. Er hofft allerdings, dass die direkten Verhandlungen mit den verschiedenen Jugendämtern, durch eine zentrale Verteilstelle in jedem Bundesland ersetzt werden. Der Ausschuss forderte dann auch die Landkreisverwaltung in seinem Beschluss auf, auf eine Vereinfachung der Verwaltungsverfahren bei der Verteilung hinzuwirken. Gespräche zu diesem Thema mit dem Bayerischen Sozialministerium fanden bereits statt. 

Die Jugendlichen lernen meist hoch motiviert

Ein besonderes Anliegen war Johannes Fischer die Förderung von jungen erwachsenen Flüchtlingen. Nach seinen Angaben ist die überwiegende Anzahl der im Landkreis Rosenheim aufgegriffenen unbegleiteten Minderjährigen zwischen 16 und 17 Jahre alt. Sie lernen meist hoch motiviert die deutsche Sprache sowie Regeln, um sich in die Gesellschaft zu integrieren. Allerdings gibt es Bestrebungen, diese Förderung mit Erreichen der Volljährigkeit zu beenden.

Um die bis dahin erreichten Fortschritte nicht zu gefährden, beschloss der Jugendhilfeausschuss, dass bei einem entsprechenden erzieherischen Bedarf, die Jugendhilfe nach Paragraf 41 Sozialgesetzbuch VIII auch bei volljährigen Flüchtlingen geleistet wird. Im Landkreis Rosenheim waren 2014 495 unbegleitete Minderjährige zu versorgen. Ihre Zahl stieg im vergangenen Jahr auf 1.075 an. Noch dramatischer war die Situation in der Stadt Rosenheim, die sich 2015 um mehr als 3.700 aufgegriffene Jugendliche zu kümmern hatte.

Aufgrund dieser enormen Anzahl halfen sich beide Jugendämter mit der Schaffung von Einrichtungen zur Notversorgung. Eine erste Entlastung brachte ab Sommer 2015 die vom Sozialministerium organisierte bayernweite Verteilung. Die bundesweite Verteilung begann im November 2015.

Nur noch "vorläufig in Obhut"

Die neuen gesetzlichen Regelungen im Sozialgesetzbuch VIII sehen vor, dass die unbegleiteten Minderjährigen in Rosenheim „vorläufig in Obhut“ genommen werden um sie nach zwei Wochen einem anderen Jugendamt außerhalb Bayerns zuzuweisen. In dieser Zeit muss durch ein Gesundheitsscreening festgestellt werden, ob gesundheitliche Bedenken gegen eine Verlegung sprechen. Zudem fordert das Gesetz eine Alterseinschätzung sowie eine Prüfung, ob Angehörige in Deutschland oder Europa leben. Darüber hinaus erhalten die unbegleiteten Minderjährigen in den Einrichtungen in Wasserburg und Attel erste Deutschunterweisungen, einige grundsätzliche Regeln des Zusammenlebens in Deutschland und sportliche Angebote. 

Probleme bei der bundesweiten Verteilung sorgen derzeit immer noch für zeitliche Verzögerungen. Von November bis Januar blieben die jugendlichen Flüchtlinge durchschnittlich fünf Wochen in der „vorläufigen Inobhutnahme“. Inzwischen verkürzte sich die Verweildauer auf etwas über drei Wochen. Kreisjugendamtsleiter Johannes Fischer ist aber optimistisch, dass das gesetzliche Ziel, die Verlegung in zwei Wochen, in absehbarer Zeit erreicht wird. Geleitet wurde die Sitzung vom stellvertretenden Landrat Josef Huber. Er vertrat Landrat Wolfgang Berthaler, der einen anderen Termin wahrnehmen musste.

Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim 

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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