Sicherheitsgespräch im Landratsamt Rosenheim

Polizeipräsident Kopp: "Jede Straftat ist eine zu viel"

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Rosenheim - Am Mittwoch fand im Landratsamt das Sicherheitsgespräch mit dem Polizeipräsidium Oberbayern Süd statt. Hier lesen Sie, wie es um die Sicherheit in Stadt und Landkreis bestellt ist:

Robert Kopp, Polizeipräsident des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, Landrat Wolfgang Berthaler und Rosenheims zweiter Bürgermeister Anton Heindl informierten im Anschluss an das gemeinsame Sicherheitsgespräch des Landratsamtes Rosenheim und der Stadt Rosenheim mit dem Polizeipräsidium Oberbayern Süd über die aktuellen Fakten und Zahlen zur Kriminalitäts- und Verkehrsunfallentwicklung in unserer Region.

Berthaler lobt Arbeit der Polizei

Landrat Wolfgang Berthaler erwähnte zu Beginn des Pressegesprächs die sehr positiven Zahlen, die Polizeipräsident Kopp verkündete. Wenn man die Kriminalitätszahlen in Verbindung mit dem Thema Asyl ausklammere, sei die Kriminalität in Stadt und Landkreis zurückgegangen. "Die Polizei hat wirklich gute Arbeit geleistet."

Bedrohung durch Internationalen Terrorismus 

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Wie Polizeipräsident Kopp berichtete, rücke die Bedrohungslage durch den internationalen Terrorismus nun auch nach Deutschland. Dies führe zu großen Aufwänden für die Polizei. Rosenheim stehe zwar nicht unmittelbar im Fokus, dieser gehe schon eher in Richtung Großstädte, "aber die Personen bewegen sich Länderübergreifend. Hier sind wir bei unseren zwei Autobahnen." Im Rahmen der Kontrollen durch die Schleierfahnder sei auch hier die Polizei gefordert. "Was wir tun können, tun wir. Wir werden uns auf diesem Gebiet dennoch weiterentwickeln müssen", so Kopp weiter.

Kriminalität in Verbindung mit dem Thema Asyl

Ohne Berücksichtigung der ausländerrechtlichen Delikte, also die illegale Einreise, ist mit 48.408 Straftaten ein Rückgang von etwa 6 % bei Straftaten zu verzeichnen. Wie Landrat Berthaler berichtete, leben etwa 1.000 Menschen in Turnhallen. "Das birgt natürlich Konfliktpotential und ist für die Polizei eine große Herausforderung. In den Turnhallen ist das größte Konfliktpotential Streitigkeiten untereinander." Wie der Landrat jedoch weiter erklärte, werde dem Landkreis Rosenheim laut Regierung von Oberbayern im April kein weiterer Flüchtling zugewiesen. "Wir versuchen die Turnhallen in der nächsten Zeit leer zu machen." Bad Aibling ist bereits frei, dann sollen als nächstes die Hallen in Raubling und dann Prien folgen. Dort habe es das meiste Konfliktpotential gegeben. Die Hallen in Bruckmühl und Wasserburg stehen als letzte auf der Liste.

Polizeipräsident Kopp äußerte sich zu den Belastungen der Polizei durch Asylbewerberunterkünfte dahingehend, dass es entsprechend mehr Einsätze gebe, da einfach mehr Menschen hier leben. In Zahlen ausgedrückt seien es im Jahr 2014 insgesamt 678 Einsätze gewesen, 2015 1.701. "Vor allem in Prien und Raubling wurden diverse Einsätze gefahren, das oft nicht nur mit einer Streife sondern mit sieben bis acht. Das macht natürlich einen entsprechenden Aufwand", so Kopp. 

70 % der Straftaten von Asylbewerbern werden nach Angaben des Polizeipräsidenten in Gemeinschaftsunterkünften begangen. "Das sind oftmals einfache Dinge, der eine will schlafen, der andere Musik hören. Auch Beleidigungen sind oftmals der Grund oder ein Suizidversuch kommt vor."

Gewalt gegenüber Polizeibeamten

Als "nicht schön" beschreibt Kopp die Entwicklungen in Verbindung mit derGewalt gegenüber Polizeibeamten. Hier sei ein deutlicher Anstieg von 35% gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. 2015 seien zwölf Polizeibeamte einen oder mehrere Tage wegen Verletzung durch Gewalt ausgefallen. "Ich erwarte mir, dass das gesellschaftlich auch ein Stückchen geächtet wird, wenn Leute, die für Schutz sorgen, angegriffen werden."

Resümee

Zusammenfassend berichtete Polizeipräsident Kopp, dass unter Berücksichtigung der ausländerrechtlichen Delikte, diese nicht mit eingerechnet, die Kriminalitätsrate nun schon das vierte Jahr in Folge rückläufig ist. "Aber jede Straftat ist eine zu viel." Nichtsdestotrotz versichert er: "Die Menschen können hier wirklich sicher leben."

Quelle: rosenheim24.de

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