Tag des offenen Denkmals am 13. September 

Tag des offenen Denkmals 

Landkreis - Der Tag des offenen Denkmals steht vor der Tür. Am 13. September gibt es nicht nur im Landkreis Rosenheim zahlreiche Angebote für alle Interessierte:

Es sind nicht nur Gotteshäuser und historische Altstädte, die an die Vergangenheit erinnern. Auch Handwerk und Industrie hinterließen Spuren und prägten somit die baukulturelle Identität des Landes mit.Am 13. September, den Tag des offenen Denkmals, bieten sich im Landkreis Rosenheim wieder zahlreiche, teilweise seltene Gelegenheiten, Heimatgeschichte zu erforschen.

Angebote für alle Interessierten gibt es in Bad Aibling, Kolbermoor, Bad Feilnbach, Wasserburg, Nußdorf, Neubeuern, Brannenburg, Bad Endorf und Prien. 

Die Chiemseegemeinde betreibt seit über 100 Jahren ein Elektrizitätswerk im Eichental bei Siggenham. Das offizielle Industriedenkmal produziert immer noch Strom, auch wenn die Menge nicht ausreicht, um die Straßenbeleuchtung von Prien zu versorgen. Am Tag des offenen Denkmals gibt es von 14 Uhr bis 16.30 Uhr alle halbe Stunde eine Führung.

Zenzmühle in Bad Endorf

Beinahe 200 Jahre alt ist die "Zenzmühle" in Bad Endorf. Im Inneren ist der originale Grundriss des Gebäudes erhalten geblieben. Gleiches gilt für die um 1910 eingebaute Mühlentechnik. Für die Instandsetzung der "Zenzmühle" oder Siferlinger Mühle erhielt die Eigentümerfamilie Brückner 2014 den Denkmalpreis der Hypo-Kulturstiftung.Die Mühle kann von 14 Uhr bis 17 Uhr besichtigt werden, Führungen gibt es um 14 Uhr und 15:30 Uhr durch die Familie Brückner und den Heimat- und Geschichtsverein Bad Endorf, der anschließend noch einen halbstündigen Rundgang durch den Mühlen- und Wallfahrtsort Antwort anbietet.

Gefährliche Handarbeit 

Im Inntal wird die Arbeit der Steinhauer präsentiert, die einst in gefährlicher Handarbeit die Steine aus dem Fels brachen. In Brannenburg gibt es einen Spaziergang rund um und auf die Biber. Treffpunkt ist um 15 Uhr an der Kreuzung von Biber- und Dorfstraße. In Neubeuern wird eine Wanderung zum Mühlsteinbruch in Hinterhör und zum Bürgl angeboten. Sie beginnt um 14 Uhr auf dem Friedhofsparkplatz in Altenbeuern.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts gründeten zwei Landwirte die Zementmühle Niederthann/Steinberg. Bis 1933 wurde dort so genannter Romanzement erarbeitet.Die Führung zur Geschichte der Zementgewinnung am Fuße des Samerbergs beginnt um 14 Uhr an der Gemeinde in Nußdorf.

Das B & O Areal in Bad Aibling hat in den vergangenen Jahren eine gewaltige Nutzungsänderung erfahren. Aus dem ehemaligen Fliegerhorst wurde ein Wohn- und Gewerbegebiet. Die Nullenergiestadt gilt als Modellprojekt, wenn es um den Wohnungsbau auf ehemaligen Militärflächen geht.Am Tag des offenen Denkmals kann es von 7 Uhr bis 20 Uhr besichtigt werden. Führungen gibt es um 11 Uhr und um 17 Uhr, Treffpunkt ist am B & O Hotel.

Wasserkraftwerk Kolbermoor 

1905 erhielt die Baumwollspinnerei in Kolbermoor ein zweites Wasserkraftwerk am verlängerten Werkskanal. Das Kraftwerk hat zwei Turbinen, aber auch Jugendstilfenster.Das sonst nicht öffentlich zugängliche Kraftwerk wird am 13. September für eine Stunde geöffnet. Von 9 Uhr bis 10 Uhr werden auch Führungen angeboten.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde in einem Wald am Fuße des Sulzbergs Zement hergestellt. Allerdings ruinierten der teure Transport des Brennmaterials Koks sowie der aufwendige Abtransport des fertigen Zements die Eigentümer. Das Zement- und Mühlwerk geriet in Vergessenheit. Am Tag des offenen Denkmals wird die Ruhe im Litzldorfer Bergwald etwas gestört.Die Führung beginnt im 10 Uhr am alten Zementwerk in der Sulzbergstraße in Litzldorf. Parkmöglichkeiten gibt es an der Kirche. Um vorherige Anmeldung bei der Kur- und Gästeinformation in Bad Feilnbach wird ge beten.

Handwerkstradition

Die Geschichte Wasserburgs ist auch eine der Handwerkstraditionen. Passend dazu beginnt der Tag des offenen Denkmals um 10 Uhr im Stadtarchiv mit einem Vortrag, in dem die Besucher erfahren, wie sehr die Stadt vom 14. bis zum 19. Jahrhundert vom Handwerk geprägt war. Um 10 Uhr und um 13 Uhr können die Teilnehmer einer Stadtführung den Spuren der ehemaligen Brauereien folgen. Treffpunkt ist am Museum Wasserburg. Da es in den früheren Bierkellern kühl ist, wird warme Kleidung empfohlen.

Eine weitere Stadt- und Museumsführung widmet sich den handwerksbezogenen Straßennamen und thematisiert das Lebens- und Arbeitsumfeld der Handwerker. Treffpunkt ist um 13:30 Uhr und um 15:30 Uhr am Museum Wasserburg.

Auch im Museum selbst wird viel geboten. Museumleiterin Sonja Fehler stellt in kurzen Führungen um 13 Uhr, 13:30 Uhr und um 15 Uhr wenig bekannte Handwerke wie den Knopfmacher, den Gitterstricker und den Nagelschmied vor. Die Arbeit von Handwerkern im Bereich des Denkmalschutzes wird in einer kurzen Führung um 14 Uhr anhand der Restaurierungsarbeiten an den Fenstern des Museumsgebäudes thematisiert. Kinder können ab 15:45 Uhr die historischen Werkstätten im Museum erkunden. Zudem stellt Schuster Manfred Ehrler in der historischen Schusterwerkstatt unter anderem traditionelles Werkzeug vor.

Persönliche Wappen gestalten 

Ein weiteres Angebot für Kinder gibt es im Stadtarchiv Wasserburg. Nachdem anhand historischer Urkunden, Wappen und Schriftstücke ein Stück Handwerksgeschichte präsentiert wurde, können die jungen Teilnehmer ein persönliches Wappen gestalten oder mit Feder und Tinte schreiben.Zu diesem Angebot ist eine Anmeldung erforderlich und zwar bis zum 11. September unter 08071 92 52 90.

Interesse an Denkmalpflege soll geweckt werden 

Mit dem Tag des offenen Denkmals soll eine breite Öffentlichkeit für die Bedeutung des kulturellen Erbes sensibilisiert und das Interesse für die Belange der Denkmalpflege geweckt werden. Auf Initiative der Deutschen Stiftung Denkmalschutz tragen viele Institutionen zum Gelingen dieses Tages bei. Dazu gehören Landkreise, Städte, Gemeinden, Vereine, private Denkmalei-gentümer und Bürgerinitiativen sowie die Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder, die Landesämter für Denkmalpflege und Archäologie, das Deutsche Nationalkomitee für Denkmal-schutz, die Evangelische Kirche in Deutschland, die Deutsche Bischofskonferenz, der Bund Heimat und Umwelt und die Deutsche Burgenvereinigung.

Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim 

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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