Gewissermaßen ein Engel

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Landrat Josef Neiderhell (links) und Flintsbachs Bürgermeister Wolfgang Berthaler verliehen Johanna Karrer den Sozialpreis des Landkreises.

Rosenheim: Seit der Hälfte ihres Lebens kümmert sich die 70-jährige Johanna Karrer schon um die Flintsbacher Senioren. Dafür erhielt sie den Sozialpreis 2013.

Seit vielen Jahrzehnten leistet Johanna Karrer aus Flintsbach mit großem persönlichem Engagement ehrenamtliche Hilfe für sozial Schwache und für Senioren. In ihrer Arbeit und in ihrer Art ist sie Vorbild und Multiplikator. Aus diesem Grund ehrte Landrat Josef Neiderhell die 70-Jährige mit dem Sozialpreis 2013 des Landkreises Rosenheim. Die Laudatio hielt Flintsbachs Bürgermeister Wolfgang Berthaler.

Ein besonderer Preis für besondere Menschen sei der Sozialpreis, sagte Landrat Neiderhell. Johanna Karrer habe große Spuren hinterlassen. Dasein, auf Menschen zugehen, nachfragen und vermitteln, sie sei das soziale Gewissen ihrer Gemeinde und eine Vorzeigebürgerin unseres Landkreises.

Bürgermeister Berthaler bat die Geehrte, den Sozialpreis als nachträgliches Geburtstagsgeschenk zu betrachten. Mit Blick auf die zahlreichen Initiativen, Aufgaben und Ämter im Leben der Johanna Karrer meinte Berthaler, es gebe nicht viele so couragierte und aufopferungsvolle Menschen in der Sozialarbeit. Er sei froh, dass der Landkreis einen Sozialpreis vergebe, denn hier werde eine Person gewürdigt, die in unserer rastlosen und egoistischen Gesellschaft nicht mehr oft anzutreffen sei.

Die 70-jährige Geehrte bedankte sich sichtlich gerührt vom stehenden Applaus der zahlreichen Festgäste in der Alten Post in Fischbach zunächst bei ihren vielen Mitstreitern. Was helfen die besten Einfälle, wenn keiner mitmache, da sei man verratzt, meinte sie wörtlich. Auch ihrer Familie sagte sie Dank, denn ohne deren Rückhalt hätte man keine Kraft.

Ein großes Lob erhielt sie nach der Verleihung der Urkunde auch noch vom katholischen Pfarrer in Flintsbach, Helmut Kraus. Sie lebe das Gebot der Nächstenliebe, Johanna Karrer sei eine Institution in Flintsbach, bei der man immer Rat und Hilfe bekomme. Es komme darauf an, sagte Kraus, wie man auf den Menschen zugehe. Die Kunst sei, jemandem, der Hilfe brauche, seine Freiheit und seine Würde zu lassen. Sie sei gewissermaßen ein Engel, schloss Kraus und schenkte der Geehrten eine Engelsfigur.

Seit inzwischen 35 Jahren verantwortet Johanna Karrer die Altenarbeit in der Inntalgemeinde. Jedes Jahr organisiert sie mindestens 20 Seniorenveranstaltungen wie Seniorennachmittage und Ausflüge. Sie sorgte dafür, dass in Flintsbach seit 35 Jahren von ehrenamtlichen Kursleitern Seniorengymnastik und Gedächtnistraining angeboten wird. Zudem ist sie seit 15 Jahren Seniorenbeauftragte. Dieses Amt will sie auch weiterhin ausüben.

Als Jugendliche kam Johanna Karrer über ihren Vater in die Katholische Arbeitnehmerbewegung in Neubeuern. 1993 gründete sie den Ortsverband der Katholischen Arbeitnehmerbewegung in Flintsbach mit und führte ihn bis heuer als Vorsitzende. In dieser Zeit organisierte sie, nicht nur für den Ortsverband, Benefizveranstaltungen sowie Veranstaltungen mit und zu sozialen Themen. Die Erlöse kamen in Not geratenen Familien aber auch sozialen Einrichtungen zugute.

Auch die Arbeitsgemeinschaft Caritas und Sozialarbeit im Dekanat Inntal wurde von der Preisträgerin gegründet. Von 1996 bis 2002 war sie deren Vorsitzende und damit für das gesamte Caritasprogramm verantwortlich. Darüber hinaus machte sie in dieser Zeit durch öffentliche Aktionen auf die Probleme in der Alten- und Krankenpflege aufmerksam.

Johanna Karrer war und ist auch in anderen Bereichen ehrenamtlich aktiv. Unter anderem war sie Jahrzehnte lang Mitglied und Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, sie sammelt seit über 40 Jahren für die Caritas, kümmert sich seit 2004 als Mesnerin um die Kirche St. Martin in Flintsbach und ist zudem im Kirchenchor, im Trachtenverein und im Volkstheater Flintsbach aktiv.

Der mit 3000 Euro dotierte Sozialpreis des Landkreises Rosenheim wird seit 1999 vergeben. Er ist für den Landkreis ein sichtbares äußeres Zeichen des Dankes und der Anerkennung. Beispielhaftes Handeln im sozialen Bereich, das oft unbemerkt von der Öffentlichkeit im Dienste des Menschen erbracht wird, soll ausgezeichnet werden.

Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

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