Jugendliche gehen ihren Weg aufrechter

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Landrat Josef Neiderhell (links) und der Vorsitzende der Rosenheimer Aktion für das Leben, Alfred Trageser (rechts), überreichen der Leiterin der Agentur für Arbeit Rosenheim, Dr. Nicole Cujaj einen symbolischen Schlüssel aus Schokolade. Mit seiner Hilfe soll sie auch zukünftig Mittel aus dem Haushalt der Agentur für Arbeit für das Patenprojekt finden.

Rosenheim - Geburtstag gefeiert: Das Patenprojekt „Jugend in Arbeit“ für den Landkreis Rosenheim wurde sieben Jahre alt und kann auf eine erfolgreiche Zeit zurückblicken.

Das von der Rosenheimer Aktion für das Leben organisierte Projekt „Jugend in Arbeit“ kann auf eine erfolgreiche Zeit zurückblicken. "Ich möchte es für die Gemeinde nicht mehr missen", sagte beispielsweise Bruckmühls Bürgermeister Franz Xaver Heinritzi beim Festabend im Neubeurer Bürgersaal. Landrat Josef Neiderhell dachte an die Geschichte von Josef in Ägypten als er sagte, es gab sieben gute Jahre, jetzt kommen aber keine mageren, sondern noch erfolgreichere.

Alfred Trageser, der Vorsitzende der Aktion und die beiden Geschäftsführerinnen Brigitte Plank und Manuela Bürger hatten mehrere Wegbegleiter eingeladen, um von ihnen zu erfahren, wie sie das Projekt sehen. Bürgermeister Heinritzi beschrieb es als eine segensreiche Aktion. Wir haben gesehen, erinnerte er an die Anfänge des Patenprojekts, dass viele Familien nicht mehr das leisten können, was Jugendliche brauchen. Hier werden Jugendliche, aber auch Eltern an die Hand genommen und die Paten sind wirklich ein Vorbild für die Jugend. Ich empfinde es als Glück, dass wir so viele haben, die unsere Jugendlichen begleiten, sagte Heinritzi.

Berufsberater Peter Reith lobte die Zusammenarbeit zwischen der Agentur für Arbeit und dem Patenprojekt. Sie ist geprägt von Wertschätzung, Respekt, Offenheit sowie Zeit nehmen und Zeit haben. Aus seiner Sicht hat sich die Kooperation außerordentlich bewährt. Sehr oft, so Reith, haben wir Erfolg. Leider war manchmal auch alle Mühe vergebens.

Günther Bauer beleuchtete sich selbst, denn er ist ehrenamtlicher Pate und zudem Koordinator der Regionalgruppe in Prien. Seiner Meinung nach nehmen die Paten eine Stellung ein, die früher oft Firmpaten hatten. Sie sind Außenstehende, sie werden manchmal zu Vertrauten oder sogar zu Freunden der Jugendlichen bzw. zu Vertrauten von Eltern. Bauer ließ durchblicken, dass es auch unter den Paten Spezialisten gibt, beispielsweise für Mathe-Nachhilfe oder in letzter Zeit verstärkt Deutsch für Nichtmuttersprachler.

In ihrer Funktion als Jugendsozialarbeiterin an der Raublinger Michael-Ende-Schule konnte Anna Klein über die Auswirkungen der Patenschaften berichten. Es ist eine ganz tolle Sache, wenn unseren Jugendlichen geholfen wird und wir merken, es geht ihnen besser. In einem konkreten Fall entwickelte sich ein zurückhaltendes Mädchen zu einer offenen und kommunikativen Mitschülerin. Sie geht ihren Weg aufrechter, meinte Klein und ergänzte, als ich mit ihrer Patin ins Gespräch kam, merkte ich, die ist genauso begeistert von ihrem Patling.

Der Konrektor der Mittelschule Neubeuern, Markus Kinzelmann, bestätigte, dass die Schüler mit einer anderen Körpersprache durchs Haus gehen. Die Förderung der Paten ist eine 1:1-Förderung. Die Kinder lernen Sozialkompetenz, sie verbessern ihre Noten und schaffen den Quali. Mit dem Patenprojekt können wir den Eltern ein Hilfsangebot machen, so Kinzelmann.

Die derzeit positive Situation am Ausbildungsmarkt war Thema für Dr. Nicole Cujaj, der Leiterin der Rosenheimer Agentur für Arbeit. Auch wenn fast alle jungen Menschen einen Ausbildungsplatz gefunden haben, sieht sie Probleme, denn nicht alle Jugendlichen sind für den Ausbildungsmarkt geeignet. Da ist es toll, ein solches Projekt zu haben. Dr. Cujaj lobte ausdrücklich die hohe Professionalität der Paten.

Für den Landtagsabgeordneten Klaus Stöttner ist das Patenprojekt beispielhaft für ganz Bayern. Jugendliche bekommen eine Perspektive und das Projekt trägt große Früchte.

Seit 2007 gibt es das Patenprojekt „Jugend in Arbeit“ für den Landkreis Rosenheim. Durch die Begleitung sollen Jugendliche in die Lage versetzt werden, ihre Potentiale zu entwickeln. Aktuell sind 161 Paten in 12 Regionalgruppen tätig. Unterstützt werden Schülerinnen und Schüler ab der 8. Klasse sowie arbeitssuchende junge Erwachsene. Neu ist die Begleitung von Auszubildenden. Die Projekterweiterung läuft seit 1. Februar dieses Jahres. Sie ist auf Jugendliche und junge Erwachsene fokussiert, die sich bereits in der Ausbildung befinden und Gefahr laufen, ihr Ausbildungsziel nicht zu erreichen.

Die ehrenamtlichen Paten werden von drei hauptamtlichen Mitarbeiterinnen der Jungen Arbeit Rosenheim begleitet. Die Finanzierung übernehmen seit vergangenem Jahr die Agentur für Arbeit Rosenheim, das Jobcenter und der Landkreis Rosenheim. Zuvor hatte die Sparkassenstiftung für die ersten erfolgreichen Jahre des Patenprojekts gesorgt, indem sie 450.000 Euro stiftete.

Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

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