"Frauen auf der Flucht"

Bauer: "Die Frauen in den Mittelpunkt der Debatte"

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion im Rahmen des Weltfrauentags in Rosenheim

Rosenheim - Nach wie vor hält die Flüchtlingsdebatte die Region in Atem. Zusammen mit der EU-Abgeordneten Maria Noichl lenkte Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer jetzt die Aufmerksamkeit auf die "Frauen auf der Flucht":

Drastische Erfahrungen von Gewalt, Krieg und Unterdrückung Weltweit treiben weltweit Millionen Frauen zur Flucht. Auch unterwegs sind sie vielfältigen Gefahren ausgesetzt. Der Frage, wie ihre Position gestärkt und ihre Situation in Aufnahmeunterkünften, Auffanglagern und vor Ort verbessert werden kann, stellten sich die Teilnehmer einer öffentlichen Podiumsdiskussion anlässlich des Internationalen Weltfrauentags in Rosenheim.

Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer betonte in ihrer Begrüßung, dass in der grenznah gelegenen Stadt besonders schnelle Reaktionen gefordert sind und freute sich, dass bei der vom Informationsbüro des Europäischen Parlamentes organisierten Veranstaltung "die Frauen in den Mittelpunkt der Debatte rückten, wo öffentlich doch vor allem der Zustrom junger Männer wahrgenommen wird."

Zahlreiche Besucher bei der Podiumsdiskussion und Fotoausstellung zum Weltfrauentag in Rosenheim

Die SPD-Europaabgeordnete Maria Noichl erinnerte im Gespräch mit den über 60 Bürgerinnen und Bürgern an die gesellschaftliche und globale Verantwortung der westlichen Aufnahmeländer: "Wir Europäer müssen unser Handeln in allen Bereichen überdenken, seine Auswirkungen auf den Rest der Welt im Blick haben, denn auch hier finden sich Fluchtursachen". Als Mitglied im Ausschuss für die Rechte der Frau und die Gleichstellung der Geschlechter stellte sie zudem einen Maßnahmenkatalog des Europäischen Parlamentes zur Flüchtlingskrise vor, in dem auch die Lage der schutzbedürftigen Frauen besondere Berücksichtigung findet.

Einen ganz konkreten Ansatz zur Verbesserung der Lebensbedingungen für weibliche Flüchtlinge und ihre Familien gab Kerstin Schreyer-Stäblein, die stellvertretende Vorsitzende der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag. "Wir haben eine Studie veranlasst, um herauszufinden wo genau der Bedarf liegt, um exakt nachvollziehen zu können, welche Art Hilfe die Frauen, die zu uns kommen, brauchen. Bevor wir über Gelder reden, muss ich wissen, wie die Situation ist". Schreyer-Stäblein betonte auch, dass gerade die Hilfe vor Ort der Schlüssel sei, Flucht schon von Anfang an zu unterbinden.

Fotoausstellung im Rahmen des Weltfrauentags in Rosenheim

Trotz aller Erfolge warnte Jürgen Soyer, Geschäftsführer von Refugio München, vor zu großer Euphorie: "Fakt ist, wir müssten noch viel mehr tun, aber leider sind unsere Mittel sehr begrenzt." Die rege Beteiligung der Zuhörer an der Podiumsdebatte zeigte in Rosenheim jedoch, dass Interesse und Bereitschaft zur Unterstützung und Mithilfe in der Mitte der Gesellschaft groß sind.

Die begleitende Fotoausstellung, welche die Situation von Frauen in Flüchtlingslagern bildhaft veranschaulichte, fand ebenfalls rege Aufmerksamkeit. Die in Nürnberg lebende französische Fotografin Laurence Grangien, die auf ihren Reisen in Krisenregionen in verschiedenen Flüchtlingslagern gelebt hatte, gab nach der Veranstaltung zusätzlich Auskunft aus dem Flüchtlingsalltag.

In seinem Schlusswort dankte Tobias Winkler, geschäftsführender Leiter des Informationsbüros des Europäischen Parlaments in München, der Stadt Rosenheim und allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit und fasste die Erkenntnisse der Diskussion zusammen: Es gelte die Pause des Zustroms von Flüchtlingen zu nutzen, um Probleme anzugehen, die trotz bester Absichten in der Praxis auftreten. Oberstes Ziel bleibe es, die Fluchtursachen zu bekämpfen, allem voran den Krieg in Syrien zu beenden. Die Flüchtlingssituation sei eine Aufgabe, welche die Europäische Union nur gemeinsam bewältigen könne.

Pressemeldung Informationsbüro des Europäischen Parlaments

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Rosenheim

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser