Hochwasser: Häuser nicht ausreichend versichert

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Rosenheim - Das Juni-Hochwasser im Jahr 2013 hat in der Region seine Spuren hinterlassen. Es wurde festgestellt, dass viele nicht ausreichend gegen Hochwasserschäden versichert sind.

Das Juni-Hochwasser 2013 hat deutlich gemacht: Naturereignisse können jedes Gebäude treffen. Um so wichtiger ist es, sich gegen sogenannte Elementarschäden abzusichern. In Rosenheim besitzen jedoch nur rund 20 Prozent der Hauseigentümer eine entsprechende Versicherung.

Besonders Gebäude in vermeintlich ungefährlichen Wohnlagen wurden bei dem Hochwasser im vergangenen Jahr in Mitleidenschaft gezogen. Der Grund: Starkregen sorgte dafür, dass sich Wassermassen auch abseits großer Flussläufe ansammelten und nicht nur Objekte in Gewässernähe durch übergetretene Ufer oder gebrochene Dämme beschädigt wurden. Rund 3800 Schadenmeldungen erreichten anlässlich des Juni-Hochwassers 2013 die Versicherungskammer Bayern. Bis auf wenige Ausnahmen sind aktuell alle Schäden reguliert.

Naturkatastrophen sind längst keine Jahrhundertereignisse mehr. Das zeigt auch ein Rundgang durch die aktuelle Ausstellung der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling in Zusammenarbeit mit dem Wasserwirtschaftsamt (zu sehen bis 25. Juli im ImmobilienCenter der Sparkassen-Hauptstelle in Rosenheim und ab 28. Juli in der Hauptstelle II am Marienplatz in Bad Aibling). Um so bedeutender ist ein Versicherungsschutz für Elementarschäden, wie Überschwemmung, Starkregen, Schneedruck oder Erdbeben. „Ein Naturereignis wie das Hochwasser im vergangen Jahr kann ohne entsprechenden Versicherungsschutz schnell die ganze Existenz bedrohen“, sagt Rainer Fürhaupter, Vorstandsmitglied der Versicherungskammer Bayern, bei einer Informationsveranstaltung der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling.

Alfons Maierthaler, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling betont, dass man sich trotz der großen Hilfsbereitschaft und großzügigen finanziellen Hilfen in der Region bei einem nicht auszuschließendem Wiederholungsfall eben nicht wieder auf diese Unterstützung oder staatliche Hilfe verlassen dürfe: „Der beste Schutz ist noch immer, sich selbst abzusichern durch eigene Vorsorgemaßnahmen sowie eine Elementarversicherung, die im Schadenfall greift.“Für Elementarschäden in Rosenheim zahlte die Versicherungskammer Bayern in den Jahren 2008 bis 2013 rund 5,8 Millionen Euro an ihre Versicherten aus. Doch das wirkliche Ausmaß an Schäden ist um ein Vielfaches höher. Denn nur rund 20 Prozent der Hauseigentümer in Rosenheim sind bei der Versicherungskammer Bayern gegen solche Schäden versichert.

Damit liegt Rosenheim knapp unter dem gesamt-bayerischen Durchschnitt. „Nur jedes fünfte Gebäude in Bayern ist derzeitgegen Elementarrisiken versichert, dabei sind bei uns 99,8 Prozent aller Gebäude in Bayern gegen Überschwemmung versicherbar“, sagt Christian Schmidt aus dem Risk-Management der Versicherungskammer Bayern. Alfons Maierthaler macht darauf aufmerksam, dass auch Sturmhagel durch die Verstopfung von Abflüssen sowie unkontrollierte Sturzbäche ein Überschwemmungsrisiko darstellen – auch für Gebäude, die nicht in unmittelbarer Nähe eines Gewässers liegen. „Die Notwendigkeitsich gegen Elementargefahren abzusichern wird von der Bevölkerung nach wie vor deutlich unterschätzt“, so Fürhaupter weiter.

Eine Beobachtung, die auch die Versicherungsberater bei der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling erleben: „Trotz der Sensibilisierung durch das Hochwasser im vergangenen Jahr, sind die Menschen in unserer hochgefährdeten Region gegen Elementarschäden deutlich unterversichert“, so Maierthaler. Drei Irrtümer sind dafür im Wesentlichen ausschlaggebend: Viele Hausbesitzer glauben, dass Elementarschäden von ihrer bereits bestehenden Gebäudeversicherung abgedeckt sind. Zudem verlassen sich viele Eigenheimbesitzer darauf, dass ihr Zuhause nicht von Naturschäden betroffen sein wird oder auf staatliche Hilfe im Schadenfall. Eine wirkliche finanzielle Absicherung gegen Naturschäden bietet jedoch nur eine Elementarversicherung.

Im Vergleich der Beiträge für die Versicherung eines Einfamilienhauses im Wert von rund 300.000 Euro zu einem Pkw mit einem Neuwert von rund 30.000 Euro, ist der Vollversicherungsschutz für das Gebäude niedrig: Die Elementarversicherung für das Gebäude kostet genau so viel, wie die Vollkaskoversicherung für das Auto. Diese kostet aber nur 1/10 des Hauses und ruiniert im Schadenfall nicht die gesamte Existenz des Versicherungsnehmers. „Was sind am Ende einige hundert Euro im Jahr, wenn man im Fall der Fälle abgesichert ist?“, fragt Maierthaler und weist auf die hohen Kosten einer Instandsetzung hin, die gerade im gewerblichen Bereich eine fünfstellige Summe bei weitem übersteigen kann.

Pressemeldung Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling/ Versicherungskammer Bayern

Quelle: rosenheim24.de

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