"Den Applaus in Euro umwandeln"

Kreativszene will digitales Gründerzentrum

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v.l.: Wolfgang Wittmann, Geschäftsführer EMM e.V., Dirk Kiefer, Leiter des Bayerischen Zentrums für Kultur- und Kreativwirtschaft, Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer und Landrat Wolfgang Berthaler
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Rosenheim - Rund 1.200 Unternehmen sind im Landkreis in der sogenannten Kunst- und Kreativwirtschaft tätig. Wie dieser Sektor künftig weiter ausgebaut werden soll:

Die sogenannte Kultur- und Kreativwirtschaft, zu der neben reinen Künstlern auch Architekten, die Presse und beispielsweise die Software- und Games-Industrie zählen, ist in Bayern für einen jährlichen Umsatz von rund 30 Milliarden Euro verantwortlich. Auf Gesamt-Deutschland bezogen, liegt Bayern hier alleine an der Spitze. Nach dem größten Standbein, der Automobil-Industrie, werde aktuell jeder fünfte Euro in der Branche erwirtschaftet. Grund genug für Dirk Kiefer, dem Leiter des Bayerischen Zentrums für Kultur- und Kreativwirtschaft, in diesem Bereich vermehrt für Vernetzung und Förderung zu sorgen. Das Ziel: Die Branche in der Metropolregion München weiter ausbauen.

"Kunst und Kommerz sind kein Widerspruch"

Zusammen mit Rosenheims Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer, Landrat Wolfgang Berthaler und Wolfgang Wittmann, dem Geschäftsführer der Europäischen Metropolregion München (kurz: EMM) e.V., stellte Dirk Kiefer am Donnerstag das Zentrum für Kunst- und Kreativwirtschaft vor. Die Initiative des Wirtschaftsministerium will den Selbstständigen und Unternehmen dabei behilflich sein, "den Applaus auch wirklich in Euro umzuwandeln.", so Kiefer weiter. Mit gezielten Beratungsangeboten, "da wo sie auch benötigt werden", will die Initiative den Kreativen unter die Arme greifen und Anlaufstellen bieten.

Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer begrüßte die Bemühungen, seien doch alle Themen rund um den Oberbegriff Kultur auch für die Lebensqualität der Rosenheimer Bürgerinnen und Bürger ausschlaggebend. Am 12. Mai soll es dazu noch eine Auftakt-Veranstaltung im Ballhaus geben. Ein wichtiger Schritt, würden die Protagonisten der Branche doch bisher nicht als echter Wirtschaftsfaktor wahrgenommen, so Bauer. "Wir werden zwar niemals München sein, das wollen wir jedoch auch nicht", so Bauer weiter. Zielführend für die Förderung der Unternehmen seien schließlich eine passgenaue Beratung und regelmäßige Treffen.

"Ein Motor für Innovation und Weiterentwicklung", so bezeichnete Wolfgang Wittmann, Geschäftsführer des EMM e.V. die Kultur- und Kreativwirtschaft. Auch er sicherte seine Zuarbeit beim Thema Förderung der Branche zu. Erwirtschafte das Münchner Umland alleine doch rund die Hälfte der Wertschöpfung in diesem Bereich. Es gelte schließlich auch in Zukunft, die aktuelle Vormachtstellung der Metropolregion vor den Konkurrenten aus Norddeutschland und dem europäischen Ausland zu sichern.

Grünes Licht für digitales Gründerzentrum

Einen wichtigen Beitrag zu diesem Prozess kann am Ende auch das geplante, digitale Gründerzentrum leisten. In seiner Versammlung am Mittwoch sprach sich der Rosenheimer Kreistag für die Bewerbung um den Standort Oberbayern aus und sicherte sogar finanzielle Unterstützung zu. Die Stadt Rosenheim will sich im Mai nochmals öffentlich im Stadtrat mit dem Vorhaben beschäftigen. Dann soll erörtert werden, ob sich auch die Stadt an den Kosten beteiligen will. 

Mit im Rennen um den Standort in Oberbayern befinde sich auch Ingolstadt: "Grundsätzlich ist geplant, dass pro Regierungsbezirk nur ein Standort entstehen soll. Meiner Meinung nach würden aber durchaus auch zwei Zentren Sinn machen. Erst recht wenn man das Potential unseres Bezirks betrachtet", erklärte der Wirtschaftsdezernent der Stadt Rosenheim, Thomas Bugl, am Donnerstag. Mitte des Jahres will die Jury, bestehend aus Professoren, Städtetags-Mitgliedern und Vertretern der Wirtschaft anhand eines Kriterienkatalogs über die Standortfrage endgültig entscheiden.

Quelle: rosenheim24.de

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