Drogenbericht

Viele Rosenheimer hängen an der Flasche

Rosenheim - Suchtproblem Nummer 1 im Landkreis Rosenheim ist der Alkohol. Nur wenige Betroffene finden allerdings den Weg in die Beratungsstelle.

Anlässlich des Weltdrogentages am 26. Juni wurde in Wien der jährliche „Weltdrogenbericht“ des Büros für Drogen und Kriminalitätsbekämpfung der Vereinten Nationen (UNODC) veröffentlicht. Schwerpunktthema des diesjährigen Berichts ist die wachsende Problematik in Verbindung mit illegalen Drogen wie Cannabis, Kokain und Heroin. Große Herausforderungen sieht die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), auch in Bezug auf neue, synthetisch hergestellte Substanzen wie beispielsweise Methamphetamin (auch bekannt als „Crystal“) und die Vermarktung dieser Substanzen über das Internet.

Zwar sind diese Substanzen auch im Rosenheimer Raum erhältlich, werden letztendlich aber wie die bereits bekannten illegalen Drogen nicht verstärkt zu einem Problem. Ludwig Binder von der Beratungsstelle neon – Prävention und Suchthilfe kann bei den nach Hilfe suchenden Klienten keine große Verschiebung hin zu diesen hochgefährlichen Substanzen feststellen: „Selbstverständlich werden in den entsprechenden Kreisen jegliche Art von Drogen angeboten und auch konsumiert, auch sehen wir vermehrt junge Konsumenten deutlich unter 18 Jahren die mit akuten Vergiftungserscheinungen oder Suchtproblematik zu uns kommen“. Dies führt er aber unter anderem auch auf eine verbesserte Akzeptanz des Hilfeangebots bei den Betroffenen zurück.

Das Hauptproblem in Rosenheim stelle nach wie vor der missbräuchliche Konsum von Alkohol dar. So ist laut Binder auf Grundlage der aktuellen Statistik der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) für den Rosenheimer Raum mit einem Hilfebedarf für über 3000 Menschen auszugehen, weitere knapp 8000 Personen würden einen riskanten, gesundheitsgefährdenden Alkoholkonsum betreiben. Aktuell finden allerdings immer noch zu wenige dieser Menschen den Weg in die Beratungsstelle: „Auch wenn unser Angebot immer bekannter wird, so kommen viele Betroffene oder deren Angehörige erst sehr spät mit uns in Kontakt, sind dann aber meist froh und erleichtert wenn sie sehen, dass es viele Betroffene gibt und sie nicht alleine sind“ so Binder.

Gerade eine ambulante Suchttherapie, die gezielt Menschen mit noch nicht so fortgeschrittener Abhängigkeit und stabilem Umfeld anspricht, könne rasch zu einer Verbesserung der Situation beitragen, so der Suchttherapeut. Die Fachleute der Beratungsstelle sind sich dahingehend mit anderen im Bereich Suchtproblematik Tätigen aus dem medizinischen oder polizeilichen Sektor einig: das Angebot an Drogen wird immer unübersichtlicher, die Gefahren immer schwerer einschätzbar, letztendlich fällt der Substanz Alkohol aber bei weitem die größte gesellschaftliche Relevanz zu.

Pressemeldung Neon Prävention und Suchthilfe Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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