Online-Petition zum Erhalt des Tierheims

Tierheim: "Eine Pleite wollen wir nicht haben"

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Tierheim in Rosenheim kurz vor der Pleite?
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Rosenheim - Seit geraumer Zeit kämpft der Tierschutzverein Rosenheim e.V. nun schon gegen die drohende Zahlungsunfähigkeit. Warum nur ein Neubau den maroden Verein retten kann:

Andrea Thomas ist sich sicher: Ohne die Unterstützung der zahllosen, ehrenamtlichen Helfer wäre das Tierheim in Kolbermoor im wahrsten Sinne des Wortes schon lange "vor die Hunde gegenagen". Die erste Vorsitzende des "Tierschutzvereins Rosenheim e.V." bedankt sich aber auch gleichzeitig bei der Stadt und dem Landkreis für die Unterstützung. "Wir standen schon oft vor dem Aus, aber immer geschah ein kleines Wunder und wir konnten weitermachen", weiß Andrea Thomas. Und auf dieses Wunder hofft der Verein aktuell wieder mehr denn je.

400.000 Euro betragen die Unterhaltungskosten des Tierheims am Gangsteig pro Jahr. Alleine 100.000 Euro sind nötig, die fälligen Tierarztrechnungen zu begleichen. Andrea Thomas ist seit Anfang 2013 im Vorstand des Veriens tätig und konnte die bereits damals drohende Pleite um mehr als ein Jahr hinauszögern. Seitdem sind viele Mitglieder in den Verein eingetreten und auch die Spenden konnten stark gesteigert werden. "Das übernommene negative Ergebnis konnte von annähernd 300.000 € im Jahr 2012 auf 100.000 € im Jahr 2013  gesenkt werden", weiß Florian Meier, ehrenamtlicher Helfer und Initiator der Online Petition für den Erhalt des Tierheims. Zum aktuellen Zeitpunkt haben bereits über 1.800 Unterstützer für den Erhalt und die Neugestaltung des Tierheims unterzeichnet.

Trotz dieses großen Erfolgs reiche das Geld leider nicht aus, die alte Anlage in Kolbermoor entpuppe sich als wahrer Kostenfresser. Ein Ausweg aus dieser Situation könne nur ein Abriss und ein anschließender Neubau eines modernen und angemessenen Hauses sein. Aktuell könne das Tierheim nur ein sehr geringes Kontingent an sogenannten "Pensions-Tieren" aufnehmen. Eine neu gestaltete Anlage könne zusätzlich speziell auf diesen Zweck ausgerichtet werden, weiß Andrea Thomas. Eine zusätzliche Einnahmequelle, die das Tierheim mittelfristig mitfinanzieren könne und bereits jetzt schon häufig gefragt sei.

Unterstützung der Stadt

Von Seiten der Stadt Rosenheim heißt es dazu, dass bereits viele Genehmigungen erteilt wurden und baurechtliche Maßnahmen ergriffen wurden. "Eine Pleite des Tierheims wollen wir unter keinen Umständen haben," so die Auskunft der Stadt. Auch eine Machbarkeitsstudie wurde bereit zum Zweck eines Neubaus in Kolbermoor angefangen. Hier fehlten, laut einer Aussage des Pressesprechers der Stadt Rosenheim, Thomas Bugl, jedoch noch wichtige Gutachten. An zehn bis fünfzehn anderen Standorten scheiterte die Planung an unterschiedlichen Gründen. In Sachen Finanzierbarkeit und Einführung einer Einwohnerpauschale müsse jedoch eine Entscheidung des Landratsamtes folgen.

Andrea Thomas lobt die Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Landratsamt, sieht aber alle Einwohner des Landkreises von der Problematik betroffen. Neben der bereits eingeführten Fundtierpauschale könne nur eine dauerhafte Anwohnerpauschale zusätzlich zu den Spenden die finanzielle Situation stabilisieren. In anderen Städten und Landkreisen habe sich dieses System mit Abgaben zwischen 20 Cent und einem Euro bereits bewährt. Ganz ohne Sponsoren für den Neubau komme man aber wahrscheinlich trotzdem nicht aus, so Thomas.

Tierheim schließen - und dann?

Gar nicht ausmalen wolle sich die 1. Vorsitzende des Tierschutzvereins die mögliche Pleite des Heims. Eine kompetente Anlaufstelle in Sachen Tierschutz, ja sogar eine Art kleines Unternehmen mit vielen jungen Ehrenamtlichen würde somit verschwinden. Die Kapazitäten der anderen Tierheime im Landkreis bewegten sich bereits an der Belastungsgrenze, so Thomas. Wo die Fund-Tiere und zum Beispiel auch von der Polizei beschlagnahmte Tiere ansonsten unterkommen könnten, kann Andrea Thomas nicht beantworten.  

Quelle: rosenheim24.de

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