Ein Herz für Hunde

Chance für Hunde: Rosenheimer helfen

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Heimleiterin Violeta Maria Schadeck Ulita
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Landkreis - Mit acht Gründungsmitgliedern will sich die "Hoffnung-Pfotenhilfe e.V." für bedürftige Tiere einsetzen. Wie schlecht es den Hunden im Partnertierheim in Rumänien wirklich geht: 

Durch eine Dokumentation im Fernsehen ist Romina Crombach auf die katastrophale Situation der Hunde in Rumänien aufmerksam geworden. "Tote Welpen, keine zwei Wochen alt, findet man dort an jeder Straßenecke," erzählt die Tierschützerin im Gespräch mit rosenheim24.de. "Nachdem ich die Sendung gesehen habe, wollte ich mich sofort engagieren, war zwei Jahre lang mit dem Tierschutz unterwegs", so die Rosenheimerin und 2. Vorstand des Tierschutzvereins "Hoffnung-Pfotenhilfe e.V. in Eintrag" Seit kurzem hat sie mit sieben weiteren Gründungsmitgliedern den Verein ins Leben gerufen um den Tieren im Partnerheim ""Casa Sperantei" in Rumänien zu helfen.

"Drei Wege den Tieren zu helfen"

Focki wurde an einem Baum aufgehängt und wurde in letzter Minute gerettet

In Rumänien sorgte zwischen dem 10. und dem 29. September des vergangenen Jahres eine Gesetzesänderung dafür, dass seitdem Straßenhunde legal getötet werden dürfen. Nach einem Beißvorfall, bei dem ein kleiner Junge getötet worden war, hatte der Präsident des Landes dieses Gesetz verabschiedet. Eine Klage des höchsten rumänischen Gerichts wurde abgewiesen. "Ein katastrophaler Zustand", weiß der 1. Vorstand des Vereins, Daniel Graser. Solange die Menschen in Rumänien nicht radikal umdenken würden, bringe auch diese Gesetz keine Lösung, ganz abgesehen davon, dass es absolut lebensverachtend sei, so der Rosenheimer, der selbst im besitz von 8 Hunden ist. "Die armen Tiere werden einfach erschlagen, ertränkt, mit Frostschutz vergiftet oder mit dem Auto überfahren und das meist im Welpenalter." Hier müsse dringend eine Änderung in der Sichtweise der Einheimischen geschehen.

Wenn auch Sie helfen wollen:

Spendenkonto Deutschland

Hoffnung-Pfotenhilfe e.V. in Eintrag

KontoNr.: 7401124

BLZ: 71160000

"Es gibt verschiedene Wege, den Hunden dort unten zu helfen", erklärt Daniel Graser. Zuerst müsse man dafür sorgen, dass die freilaufenden Hunde zuverlässig kastriert würden. Dazu wollen die Rosenheimer Tierschützer in Zukunft ihre bereits guten Kontakte mit dem rumänischen Veterinäramt und den Tierärzten ausbauen. "Wir stehen bereits in Kontakt mit Tierärzten aus der Region, die uns hier helfen wollen", ergänzt Romina Crombach. Die Kosten für eine Kastration beliefen sich vor Ort auf ca. 25 bis 35 Euro, für eine Sterilisation zwischen 40 und 50 Euro, ein Bruchteil dessen, was eine entsprechender Eingriff in Deutschland kostet.

Vermittlung von Hunden raus aus Rumänien

Das "Casa Sperantei" in Grabat in Rumänien

"Hier gibt es wiederum zwei Möglichkeiten, wie uns Interessierte unterstützen können" erklärt Romina Crombach. Auf der einen Seite könne jeder, der sich für die Tiere einsetzen möchte, eine Patenschaft eingehen. Zwischen 10 und 30 Euro seien dann pro Monat fällig, um den Vierbeiner mit Futter und Arznei zu versorgen. "Ideal für Menschen, die sich keinen Hund zulegen wollen oder können", so Daniel Graser. Auf der anderen Seite sei es selbstverständlich auch möglich, einen Hund zu adoptieren. "Hier erheben wir dann eine Schutzgebühr zwischen 170 und 260 Euro", ergänzt Romina Crombach. Man wolle jedoch auf keinen Fall Profit machen, das eingenommene Geld investiert der Verein wieder in das Tierheim, um andere Hunde ausreisefertig zu machen und zu versorgen. Vor der Ausreise werden alle Hunde entwurmt, gechipt und mit den nötigen Unterlagen des Veterinäramts versorgt.

Hilfe für das "Casa Sperantei"

Das "Casa Sperantei" in Grabat in Rumänien

Das "Haus der Hoffnung", wie die Einrichtung in Rumänien übersetzt heißt, wird von Violeta Maria Schadeck Ulita geleitet. Die Einheimische, die 28 Jahre in Deutschland verbracht hat, hebt sich von ihren Landsleuten deutlich ab. Sie setzt sich für die Hunde in ihrer Gemeinde ein, versorgt sie mit Futter und pflegt die Verletzten und Kranken. Ungefähr 50 Hunde befinden sich dabei zeitgleich unter ihrer Obhut. "Hier wollen wir helfen!" erklärt Daniel Graser. Der Verein will zuerst ein neues Grundstück erwerben, ein passender Boden mit knapp 3.000 qm für ungefähr 4.000 Euro steht schon in Aussicht. Dort will man eine neue Zwingeranlage errichten, um die Tiere vor und nach der Kastration entsprechend separieren zu können, Kostenpunkt nochmal ca. 4.000 Euro für 20 Hunde.

Diese Hunde suchen ei neues Zuhause

Die Hunde in der "Casa Sperantei"

Kontakt zum Verein:

Daniel Graser

hoffnung-pfotenhilfe@web.de

Eine Tonne Futter benötigen die knapp 50 Hunde in der "Casa Sperantei", pro Monat. Kosten, die die Vereinsmitglieder im Moment, mit Ausnahme von einzelnen Spenden, selbst schultern. "Wir sind für jede Hilfe dankbar! Selbst alte Bettlaken und Tischdecken können wir brauchen", ergänzt Romina Crombach. Zur Zeit sei der achtköpfige Verein jedoch verstärkt auf der Suche nach einem ehrenamtlichen Webdesigner, der die Homepage der Tierschützer in Angriff nehmen kann. Wer sich weiter informieren will, findet aktuell nur auf der facebook-Seite des Vereins weitere Details. 

Darüber hinaus werden auch Menschen gesucht, die einen Kleintransporter für Futterlieferungen nach Rumänien zur Verfügung stellen können.

"Hunde die bellen, beißen nicht"

Das "Casa Sperantei" in Grabat in Rumänien

Bedenken, dass die Hunde einen dauerhaften, psychischen Schaden durch ihre Behandlung in Rumänien davontragen würden, hat Daniel Graser nicht. "Ich habe noch nie so dankbare und zutrauliche Tiere erlebt, wie in der Casa Sperantei. Die merken, dass es ihnen bei uns gut geht und geben soviel zurück." Trotzdem hat sich der Verein zum Ziel gesetzt, jeden Interessenten genau unter die Lupe zu nehmen. Man will die zukünftigen Hundehalter bei ihrer Entscheidung unterstützen und begleiten, "nicht jeder Hund passt auch in jede Familie", weiß Romina Crombach. Darüber hinaus wolle man den Besitzern auch unangemeldete Besuche abstatten, um das Wohl der Tiere sicherzustellen. "Da gibt es bis heute keine Beanstandungen", man wolle lediglich aufzeigen, dass das Tier im Mittelpunkt des Interesses des Vereins stehe.

25 Stunden pro Woche plant jedes Vereinsmitglied im Moment im Schnitt für die verschiedenen Tätigkeiten im Tierschutz-Verein ein. Wieviele Kilometer und wie oft die Gründungsmitglieder bis heute in ihren privaten Autos nach Rumänien gefahren sind, um Futter und andere Notwindigkeiten in das Casa Sperantei zu schaffen, können Romina Crombach und Daniel Graser nicht genau sagen. Sicher ist nur, dass die leidenschaftlichen Tierschützer auch weiterhin jede freie Minute in das Wohl der Hunde stecken werden.   

Quelle: rosenheim24.de

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