Immer mehr und immer älter

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Auch im Raum Rosenheim wird bis 2030 die Zahl der älteren Menschen deutlich zunehmen.

Rosenheim - Mehr Menschen, mehr Alte und mehr Single-Haushalte: So dürfte die Region Rosenheim im Jahr 2030 aussehen - wenn die Fachleute Recht behalten.

Mehr Menschen, mehr Alte und mehr Single-Haushalte: So dürfte die Region Rosenheim im Jahr 2030 aussehen - wenn das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung recht behält.

In einer bundesweiten Prognose haben die Forscher aufzuschlüsseln versucht, wie sich der demografische Wandel auf die kreisfreien Städte und Landkreise auswirkt. Dazu wurden die Zahlentrends der vergangenen Jahre fortgeschrieben. Demnach würde die Zahl der über 80-Jährigen in der Region innerhalb von 18 Jahren von heute 15 600 auf 27 100 steigen. Für den Landkreis Rosenheim sagen die Forscher ein kräftiges Bevölkerungsplus von mehr als zehn Prozent voraus. Bundesweit soll die Bevölkerungszahl dagegen um drei Prozent schrumpfen.

Genau vor einem Jahr hat das Bayerische Landesamt für Statistik eine sogenannte "Bevölkerungsvorausberechnung" veröffentlicht. Sie bescheinigte der Region Rosenheim auch langfristig ein moderates Wachstum. Bis 2030 sollte demnach die Stadt Rosenheim 2,5 Prozent mehr Einwohner haben, der Landkreis 2,7 Prozent.

Die neue Studie, die sich ebenfalls auf das Jahr 2030 bezieht, wurde von dem in Bonn angesiedelten Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung verfasst und sie kommt zum Teil zu deutlich abweichenden Zahlen. Für die Stadt gehen die Bonner Forscher bis zum Jahr 2030 von 2,8 Prozent mehr Einwohnern aus. Im Landkreis soll das Plus dagegen mehr als zehn Prozent betragen. Der vorhergesagte Zuwachs bei den Erwerbstätigen kann da nicht mithalten: Trotz Bevölkerungsplus werden 2030 in Rosenheim laut der Studie genauso viele Menschen arbeiten wie heute. Im Landkreis werden es demnach 5,36 Prozent mehr sein.

Erklären lässt sich diese Diskrepanz dadurch, dass wir immer älter werden: Im Landkreis werden 2030 74 300 Menschen leben, die zwischen 60 und 80 Jahre alt sind. Heute sind es 52 400. Die Zahl der über 80-Jährigen wird von heute 12 500 auf 22 300 klettern. Die Vergleichszahlen für die Stadt Rosenheim: Heute gibt es dort 12 700 Menschen zwischen 60 und 80 Jahren, 2030 werden es 15 500 sein. Die Zahl der über 80-Jährigen geht von 3100 auf 4800.

Spannend ist noch eine andere Zahl: Der Bevölkerungszuwachs wird zusammen mit dem Trend zum Alleinleben sowie der wachsenden Zahl alter Menschen dafür sorgen, dass es deutlich mehr Privathaushalte geben wird. In Rosenheim klettert laut Raumordnungsprognose diese Zahl um 10,9 Prozent, im Landkreis sogar um 18,8 Prozent.

Hier schlägt wohl auch die Nähe zu München zu Buche, das laut Studie beim Bevölkerungszuwachs mit mehr als 20 Prozent bundesweit an der Spitze liegen soll. Die Menschen, für die das Wohnen in München zu teuer wird, weichen immer weiter in den Speckgürtel rund um die Landeshauptstadt aus. Auch die Region Rosenheim wird das in Zukunft wohl noch mehr zu spüren bekommen. Schon heute pendeln Zigtausende täglich nach München - mit dem Auto oder der Bahn. Und wenn Veolia ab 2014 den Nahverkehr nach München übernimmt, wird das Verbindungsangebot noch attraktiver. Andere Regionen in Deutschland hätten diese Probleme gern: Der Zahl der wachsenden Regionen steht eine immer größere Zahl vor allem ländlicher Regionen gegenüber, die in den kommenden 18 Jahren massiv schrumpfen wird - zum Teil um mehr als ein Fünftel.

Klaus Kuhn (Oberbayerisches Volksblatt)

Quelle: rosenheim24.de

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