"Immobilie in bäuerlicher Hand"

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Perspektiven für die bäuerliche Immobilie zeigten bei der Veranstaltung im Happinger Hof auf: Dr. Franz Dirnberger (Mitte, dann von rechts im Uhrzeigersinn), Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Alfons Maierthaler, Friederike von Heydebrand, LD Georg Baumgartner, Kreisvorsitzender des Bayerischen Gemeindetages Wolfgang Berthaler und die Agrarspezialisten der Sparkasse (Franz Oberbauer, Johannes Hirzinger, Rainer Obertshauser).

Rosenheim - Mit einer erfolgreichen Veranstaltungsreihe "Immobilie in bäuerlicher Hand" beleuchteten die Agrar-Spezialisten der Sparkasse ein spannendes Thema.

Zur Veranstaltungsreihe „Immobilie in bäuerlicher Hand – Perspektiven für den ländlichen Raum“ luden die Agrar- Spezialisten der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling im Februar alle Bäuerinnen und Bauern im Geschäftsgebiet ein. Ein Thema, das bei den Landwirten auf großes Interesse stieß: Die drei Veranstaltungen in Hittenkirchen, Bruckmühl und Rosenheim waren sehr gut besucht. Dazu trugen auch die hochkarätigen Referenten und zahlreiche Ehrengäste bei.

Johannes Hirzinger beim Vortrag

Landwirtschaftsdirektor Georg Baumgartner, Leiter der Abteilung Diversifizierung und Strukturentwicklung am AELF Rosenheim, und Dr. Franz Dirnberger, Direktor des Referats Baurecht am Bayerischen Gemeindetag, zeigten Chancen und Risiken sowie baurechtliche Bestimmungen auf. Zur Veranstaltung im Happinger Hof in Rosenheim begrüßte der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling, Alfons Maierthaler, die Gäste. Viele Entwicklungen und Herausforderungen hätten dazu beigetragen, dass sich der traditionsreiche, familiär geprägte Wirtschaftszweig Landwirtschaft zu einer starken, modernen und vorausschauenden Branche entwickelt habe, so Maierthaler und betonte: „Der Strukturwandel geht weiter.“ Viele Landwirte stünden heute vor der Frage: „Wie kann ich in Zukunft nachhaltig wirtschaften und dabei gute Gewinne erzielen?“ Seit 44 Jahren stehen den bäuerlichen Familien bei diesen und weiteren finanziellen und betriebswirtschaftlichen Fragen die Agrar- Spezialisten der Sparkasse zur Seite.

Wolfgang Berthaler, Vorsitzender des Kreisverbandes im bayerischen Gemeindetag, bezeichnete die Zusammenarbeit von Gemeinden und Landkreis in der Interessensvertretung der landwirtschaftlichen Betriebe mit den Worten „Stadt und Land, Hand in Hand“. Gemeinsam gäbe es aktuell zwei große Herausforderungen zu bewältigen: den neuen Landesentwicklungsplan sowie das komplexe Fördergesetz zur neuen Breitbandversorgung zur Unterstützung der Kommunen. „Bei Vorhaben führt Ihr erster Weg zur Gemeinde“, bat Berthaler die Landwirte und unterstrich: „Am Ende haben wir alle das gleiche Ziel: den ländlichen Raum zu bewahren.“ Sparkassen-Agrarspezialist Johannes Hirzinger beleuchtete den Einfluss globaler Entwicklungen auf die heimische Landwirtschaft. „Preissprünge bei Agrarerzeugnissen und Betriebsmitteln können wir nicht beeinflussen, aber wir können darauf reagieren“, so Hirzinger.

Hohe Investitionen in die Milchviehhaltung müssten aufgrund der wegfallenden Milchquote ab 2015 intensiv hinterfragt werden. Gleichzeitig aber ermutigte der Agrarspezialist: „Rosenheim ist eine der wirtschaftlich attraktivsten Regionen in ganz Europa. Das bietet auch für kleinere Betriebe viele Möglichkeiten. Die Landwirte müssen für ihren Betrieb nur die passende Alternative finden.“ Die Chancen und Risiken dieser Möglichkeiten zeigte Landwirtschaftsdirektor Georg Baumgartner auf. Er skizzierte die Anforderungen für Milchvieh, Photovoltaik, Biogas, Diversifizierung und Vermietung in Bezug auf Kapital, Fläche und Arbeit. Im Falle von freien Arbeitskapazitäten könnten Landwirte auch als geschätzte Arbeitnehmer mit Know-How auf dem Arbeitsmarkt gutes Geld verdienen, so Baumgartner. „Bei der Entscheidung, wohin es gehen soll, muss die ganze Familie am gleichen Strang ziehen und man muss sich klare und realistische Ziele setzen“, riet der Landwirtschaftsdirektor.

Viel Kapital benötigen alle Wege, deshalb sei es besonders wichtig, die Immobilie durch eine solide Finanzierung auf sichere Beine zu stellen. Besonders attraktive Förderungen gebe es derzeit im Bereich Milchvieh und Diversifizierung.Die baurechtliche Seite der bäuerlichen Immobilien war Thema des Vortrags von Dr. Franz Dirnberger, Leiter des Referats Baurecht am Bayerischen Gemeindetag. Grundsätzlich seien, so Dr. Dirnberger, in ein Baugenehmigungsverfahren Gemeinde, Landratsamt und Fachbehörden involviert, um die juristischen Voraussetzungen für das Vorhaben sachlich zu prüfen.

Das Baugesetzbuch unterscheide dabei grundsätzlich in drei Flächenkategorien: Bebauungsplan, Innenbereich und Außenbereich. Die rechtlichen Voraussetzungen für das Bauen im Außenbereich erläuterte der Experte kurzweilig und anschaulich. Unter anderem zeigte er auf, wann eine landwirtschaftliche Privilegierung vorliegt und worauf bei der Umnutzung landwirtschaftlicher Bausubstanz zu achten sei. Mit steuerlichen Aspekten bei Gebäudeumnutzungen rundete Friederike von Heydebrand, Steuerberaterin und Leiterin der Buchstelle des Bayerischen Bauernverbandes, die Ausführungen ab. Die Unterschiede zwischen Steuerrecht und Baurecht seien oft schwierig, betonte die Steuerexpertin. Sie riet den Landwirten, sich gut zu informieren, wann eine Maßnahme für ein Grundstück steuerfrei, wann steuerpflichtig sei. Zudem wies sie auf das Erbschafts- und Schenkungssteuerrecht hin: „Wenn es hier in den nächsten Jahren zu Änderungen kommt, werden die Bedingungen sicherlich schlechter.“ Ein aktives Vermögensmanagement sei in diesem Zusammenhang ratsam. In der abschließenden Diskussion nutzten die Landwirte die Möglichkeit, aufgeworfene Fragen zu diskutieren und sichauszutauschen.

Pressemeldung Sparkasse Rosenheim - Bad Aibling

Quelle: rosenheim24.de

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