Shopping-Sonntage ade?

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Rosenheim – Shoppen und Einkaufen gehen wann man will – davon träumen viele Menschen. Leidtragende sind offenbar die Angestellten und kleine Läden:

Die Kernarbeitszeiten, in der Regel acht Stunden, verteilen sich immer mehr auf den ganzen Tag, Unternehmungen mit der Familie und Freunden werden zu Ausnahmen.. und schuld ist offenbar der verkaufsoffene Sonntag.

Das behaupten zumindest die SPD-Landtagsabgeordnete, Maria Noichl und der DGB Regionsvorsitzende, Günther Zellner. Sie treffen sich am Donnerstagabend, unter anderem mit dem CSU-Landtagsabgeordneten Klaus Stöttner und Vertretern des Sozialforums in Rosenheim (Bildungszentrum St. Nikolaus, 19 Uhr), um darüber zu diskutieren.

Einschränkung verkaufsoffener Sonntage:

Die verkaufsoffenen Sonntage in Stadt und Landkreis Rosenheim werden immer mehr. „Dabei sollten sie sich auf traditionelle Markttage beschränken“, klagt Zellner. Es sei zwar dem Ladenschlussgesetz nach erlaubt, dass auch Geschäfte rund um den Markt herum öffnen, um die Bedürfnisse der Marktbesucher zu befriedigen. Dies würden allerdings auch andere großen Ketten, wie zum Beispiel Möbelhäuser, ausnutzen, die bis zu 5 Kilometer außerhalb der Innenstadt lägen, so Zellner weiter.

Erfundene Markttage boomen:

Mittlerweile würden zum Teil sogar Markttage erfunden: „Plötzlich gibt es Automärkte oder Märkte, die nach einem Patron benannt werden, nur damit die Geschäfte aufmachen können. Jetzt stellt sich die Frage wer geht zu einer Autoschau und hat dann das Bedürfnis einen Tisch in einem Möbelhaus zu kaufen?“, so der Gewerkschafter. Außerdem hätten die Geschäfte in der Region sechs Tage die Woche die Möglichkeit von 8-20 Uhr zu öffnen. Diese Aussage unterstützt auch der CSU-Landtagsabgeordnete, Klaus Stöttner: „Unserer Meinung nach ist der Ladenschluss am Abend bis 20 Uhr völlig ausreichend. Sinnvoll sind allerdings besondere Tage, wie zum Beispiel ein Nachtshopping bis Mitternacht, aber immer bedarfsgerecht!“

Wenn die Öffnungszeiten jetzt auch noch auf den Sonntag verlängert würden, dann sei das vor allem für kleine Läden und viele Mitarbeiter eine Belastung, sagt Zellner weiter. In den kleineren Läden stünden meist die Inhaber selbst, die sowieso schon sechs Tage in der Woche im Laden seien. Deshalb würden viele oft gar nicht erst aufmachen und Kunden an große Ketten verlieren. Ein Aussterben der kleinen Läden sei dabei vorprogrammiert.

SPD: Offene Sonntage schaden Familien

Auf der anderen Seite stünden die großen Einzelhandels-Ketten, in denen oft Frauen arbeiteten. „Wir wollen den Leuten doch nicht den Spaß verbieten. Den Mitarbeitern soll es aber möglich sein, Freundschaften zu pflegen, mit der Familie zu Mittag zu essen oder an einem Vereinsleben teilzunehmen“, erklärt die SPD-Landtagsabgeordnete, Maria Noichl. Das sei durch Ladenöffnungen am Sonntag zum Großteil nicht möglich. Deshalb fordere die Rosenheimer SPD die Ladenöffnungszeiten nicht auf den Sonntag auszuweiten. „Hier hat der Landtag, der die Ladenöffnungszeiten bestimmt, lange seine Hausaufgaben nicht gemacht. Hier müssen klare Regeln her, wer wann öffnen darf“, so Noichl.

CSU: Sonntagsruhe sehr wichtig

Auch die Rosenheimer CSU empfindet die Sonntagsruhe als „sehr sehr wichtig“. Stöttner nach sei es aber ein zweischneidiges Schwert: auf der einen Seite müssten die Sonntage für das Familienleben geschützt werden. Auf der anderen Seite gebe es viele offene Sonntage an Festtagen, an denen die Familie sowieso den Tag gemeinsam verbringt.

Wichtig sei vor allem an den Sonntagen die Mitarbeiter im Einzelhandel zu schützen. Große Lebensmittelketten sollten beispielsweise geschlossen blieben, bei denen auch unter der Woche eingekauft werden könne, so Stöttner abschließend.

kmr

Quelle: rosenheim24.de

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