Offene Fragen nach brutaler Bluttat in Rott

War Izzet S. kurz vor dem Doppelmord noch auf einer Party?

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Rott - In Rott haben die Menschen den brutalen Doppelmord immer noch nicht verdaut. Offene Fragen gibt es auch rund zweieinhalb Wochen nach der furchtbaren Tat noch viele.

Am Abend des 27. Februar war in einem Wohnhaus am Marktplatz ein Streit eskaliert, woraufhin der psychisch kranke Izzet S. (25) mutmaßlich zwei Menschen, Elisabeth G. (66) und Helmut H. (73), mit einem Messer brutal tötete. Der mutmaßliche Täter wurde nur wenige Stunden später nach einem Großeinsatz der Polizei am nördlichen Ortsrand von Rott festgenommen. 

Fragen bleiben aber dennoch. Auch zweieinhalb Wochen nach dem furchtbaren Doppelmord fragen sich viele Menschen in Rott, wie das nur passieren konnte. Antworten gibt es indes nur wenige. Nach wie vor schweigt das Innsalzach-Klinikum zu der Frage, wie Izzet S. (25) am 4. Februar, rund drei Wochen vor dem Doppelmord, aus der forensischen Abteilung verschwinden konnte. Das Amt für Maßregelvollzug hat die Klinik zwar inzwischen zu einer Stellungnahme aufgefordert. Der Bezirk Oberbayern als Träger teilte aber bisher lediglich mit, dass alle Regeln eingehalten worden seien. Das berichtet jetzt die Süddeutsche Zeitung. Dies bestätigen auch die heimischen Landtagsabgeordneten Otto Lederer und Günther Knoblauch als Mitglieder des Wasserburger Forensik-Beirats nach einer Sondersitzung. Es gebe "keinen Anlass zu sofortigen Veränderungen", schreibt die Zeitung weiter.

Fotos vom Tatort in Rott

Rott am Inn: Doppelmord durch Messerattacke

Zudem kursieren in Rott laut Süddeutscher Gerüchte, wonach Menschen den mutmaßlichen Täter Izzet S. in den Tagen vor der Tat gesehen haben wollen - etwa bei einer Ü30-Party im Rotter Sportheim! "Wie kann es sein, dass da einer fast vier Wochen abgängig ist, und außer der Polizei weiß niemand Bescheid?", so Bürgermeister Marinus Schaber gegenüber der Zeitung. Zudem will das Blatt erfahren haben, dass bei Izzet S. die vierte von insgesamt acht Lockerungsstufen angewendet worden sei.

"Wenn die (Anm. der Redaktion: die Polizei) öffentlich nach dem Mann gefahndet hätte , so hätte er sich nicht unbehelligt auf Festen herumtreiben und am Ende mutmaßlich zwei Menschen umbringen können", wird Schaber weiter zitiert. Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd erklärte hierzu auf Anfrage von wasserburg24.de, dass die "juristischen Hürden" für eine Öffentlichkeitsfahndung in Deutschland außerordentlich hoch lägen und diese nur dann angewendet wird, wenn alle anderen Maßnahmen bereits ausgeschöpft seien. Für konkrete Fälle verwies die Polizei jedoch an die zuständige Staatsanwaltschaft.

80 Personen verschwinden jährlich aus ISK

Wie Pressesprecher Andreas Guske weiter erklärte, würden aus dem gesamten Innsalzach-Klinikum (nicht alleine aus der forensischen Abteilung) jährlich etwa 80 Personen verschwinden, so dass die zuständige Polizeiinspektion in Wasserburg nahezu fast jeden Tag mit Suchmaßnahmen beschäftigt sei. "Die Kolleginnen und Kollegen der zuständigen Inspektion haben jedoch intensiv nach ihm (Anm. der Redaktion: Izzet S.) gefahndet", so Guske.

Während Izzet S. offenbar weiter zu allen Vorwürfen schweigt, wurden die beiden Opfer Helmut H. (73) und Elisabeth G. (66) inzwischen in Emmering bzw. Rott beerdigt. Vermutet wird, dass Izzet S. zum Tatzeitpunkt nicht unter Drogen stand und damit voll schuldfähig war.

mw

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