Ärger um Spielplatz Dengel in Rott

"Wo kommen wir da hin, wenn unsere Kinder überwacht werden?"

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Rott am Inn - Ein weitläufiges ruhiges Gelände und vielseitige Spielmöglichkeiten für die Kleinen - das schätzen die Eltern am Besucherpark Dengel. Doch seit einiger Zeit wird die spielerische Idylle am Rand der kleinen Gemeinde gestört. 

Die abgesperrte Fläche, die an den Spielplatz Dengel grenzt. 

Eine ältere Dame, deren Haus neben dem Privatspielplatz der Firma Dengel steht, fühlt sich scheinbar massiv gestört von den spielenden Kindern. Unsere Redaktion erreichte eine Facebook-Nachricht einer Mutter, in der sie das Verhalten der Anwohnerin beschreibt. Die gesamt Privatfläche ist abgesperrt, handschriftliche Warnplakate und "Betreten Verboten"-Schilder zäumen das Grundstück der Dame. Des öfteren habe sie Kinder und Eltern verbal angegriffen und damit gedroht, über den Zaun fliegende Bälle einzubehalten. 

"Beleidigungen unter der Gürtellinie"

Uwe Dengel, Chef der gleichnamigen Confiserie in Rott sind die Beschwerden der Anwohnerin bekannt. "Seit etwa zwei bis drei Jahren geht die Streiterei - unsere Besucher und auch die Kinder werden immer wieder massiv und teilweise weit unter der Gürtellinie beschimpft und Bälle sind auch schon einbehalten worden, was rein rechtlich gar nicht erlaubt ist", bestätigt Uwe Dengel gegenüber wasserburg24.de. 

Das Pikante an der Geschichte: Vor elf Jahren hat die Firma Dengel das Grundstück von der Dame als ehemalige Eigentümerin gekauft. "Sie wusste, dass wir einen Spielplatz errichten wollen und war mit den Worten, das sei überhaupt kein Problem, weil sie kinderlieb sei, einverstanden", erklärt Uwe Dengel die Hintergründe. Doch plötzlich scheint der Spielplatz zu stören, die Frau würde sich den ganzen Tag an der Grundstücksgrenze aufhalten und laut Uwe Dengel nur auf eine Gelegenheit zur Beschwerde warten. 

Rechtliche Schritte eingeleitet

Bereits mehrfach war die Polizei vor Ort, auch Anzeigen hat es schon gegeben. "Wir haben lange versucht, das Gespräch mit der Anwohnerin zu suchen, um das Problem zu lösen, aber das war sinnlos", erklärt Dengel. "Mittlerweile mussten wir rechtliche Schritte einleiten und haben durch unseren Anwalt eine einstweilige Verfügung gegen die Frau eingeleitet." 

Uwe Dengel spielt mit dem Gedanken, einen Sichtschutz auf Seiten des Hauses der Dame errichten zu lassen. Der Besucherpark Dengel hat laut dem Geschäftsführer jedes Jahr rund 30.000 Besucher, die von 8 bis 18 Uhr gegen geringes Entgeld den Privatspielplatz nutzen dürfen. Auch die Möglichkeit des längeren Verweilens ist dank Café und Kuchen sowie kleinen Snacks auf dem Gelände möglich. "Wenn die Beschimpfungen weiter gehen, befürchten wir einen Wegfall der Besucher und somit finanzielle Einbußen und Umsatzverluste." 

Mit diesem handgeschriebenem Plakat wurde die Videoüberwachung angekündigt. 

Videoüberwachung der Kinder? 

Uwe Dengel wird auf jeden Fall um seinen Spielplatz kämpfen: "Wo kommen wir denn da hin, wenn unsere Kinder beim Spielen überwacht werden?" Laut einem selbst geschriebenen Plakat will die Anwohnerin in naher Zukunft das ganze Spektakel per Videoüberwachung aufzeichnen. "Das darf sie jedoch nur auf ihrem Privatgelände", klärt Elmar Ruhland, Diensgruppenleiter der Polizeiinspektion Wasserburg auf. "Eine Überwachung eines Spielplatzes geht gar nicht. Sobald die Aufzeichnung auf öffentlich rechtlichem Grund geschieht, ist das verboten." Das bedeutet, wenn auch nur eine Schaukel auf dem Bildmaterial zu finden ist, handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit. 

Bei einer Ortsbesichtigung fielen unserer Redaktion keine Kameras oder ähnlich technische Geräte auf. Die Absperrungen und die "Betreten-Verboten"-Schilder flattern aber weiterhin im Wind. Die handgeschriebene Ankündigung zur Videoüberwachung ist jedoch verschwunden. Vielleicht ist sie aber auch nur einer Windböe zum Opfer gefallen. 

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mb

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