Wie sieht die künftige Ortsentwicklung aus? 

Discounter-Pläne Meiling aktuell "der brennendste Punkt in Rott" 

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Das Thema, das die Bürger in Rott wohl am meisten bewegt, ist der geplante Discounter in Meiling. 
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Rott - Verkehr, Neubau des Schulhauses und in erster Linie die jahrelange Discounter-Diskussion - Das sind die Themen, die die Rotter aktuell umtreiben. 

Diese Brennpunkte kristallisierten sich bei einer Ortsbegehung in Rott am Inn am Mittwochnachmittag des 12. Septembers heraus. Geladen hatte SPD-Landtagskandidatin Alexandra Burgmaier, da ihr die kleinen Gemeinden in der Region und ihre Entwicklung, wie sie betonte "sehr am Herzen liegen". 

Mit von der Partie waren neben SPD-Kollege Werner Gartner der dritte Bürgermeister Hans Kirschbaum von Rott und einige interessierte Bürger. Kirschbaum vertrat den ersten Bürgermeister Marinus Schaber urlaubsbedingt und fiel gleich zu Beginn mit der Tür ins Haus: "Der brennendste Punkt in Rott ist die nicht enden wollende Debatte um den Discounter in Meiling-Süd.

Discounterstandort und Einkaufsmöglichkeiten im Dorf 

Discounter-Pläne Meiling: Warum geht seit Jahren nichts voran?

Man vertrete im Gemeinderat die mehrheitliche Meinung, dass der Standort außerhalb der Ortsmitte der bessere sei, um Rott nicht zu zerreisen. Der Ortskern solle auch in Zukunft geschützt werden und Ansiedlungen wie Discounter die Ortsränder fokussieren

Seit Jahren laufe die Diskussion mit Höhen und Tiefen - eine Entscheidung sei nach wie vor nicht in Sicht. Aktuell gehe es um die Frage, ob man Vollgeschosswohnungen im ersten Stock über dem Penny-Markt befürworte oder eher andere Wohnungsarten. Dabei sei die Verbindung Gewerbe und Wohnen nicht die schlechteste. Das Thema werde über kurz oder lang wieder auf einer der kommenden Tagesordnungen der Gemeinderatssitzungen im Herbst stehen. 

Dagegen habe sich der Rewe-Markt im Dorfinneren gut etabliert, bemerkte Burgmaier. "Der Rewe wird angenommen von den Bürgern. Die Umsetzung der Pläne verlief aber unter anderem deshalb ohne große Probleme, da Bürgermeister Schaber das Gebäude gehört", erklärte Kirschbaum. 

Doch ein Supermarkt sei nun mal kein Discounter. "Als damals der Lidl einige hundert Meter weiter vorne dicht machte, war der Schreck bei den Bürgern groß. Schnell fand man in der Nachbargemeinde Griesstätt eine Alternative zum einkaufen. Und viele Rotter sind dem Griesstätter Penny noch heute treu. Auch deshalb plädieren wir vehement für unseren eigenen Discounter, damit die Leute sich hier im Dorf mit Lebensmitteln und allem was sie im Alltag brauchen, ausreichend eindecken können." 

Verkehr am  Marktplatz - ist hier ein Zebrastreifen nötig? 

Zebrastreifen am Marktplatz? 

Weitere Themen, die die Rotter umtreiben: Der Neubau der Grund- und Mittelschule in der Haager Straße sowie der Neubau der Kläranlage, die beide in den nächsten Jahren anstehen. 

Auch das Ortszentrum könne man für Besucher attraktiver gestalten, die alten Klostermauern wegreißen. Doch das sei laut Kirschbaum alles nicht so einfach, da die Gemeinde die Flächen rund um das Kloster und den Gemeindesitz lediglich von Privatbesitzern gepachtet habe. "Der Ortskern rund um unseren Marktplatz ist leider nur freitags beim Bauernmarkt belebt", muss sich der dritte Bürgermeister eingestehen. Dafür sei der Spielplatz neben dem Kaisergarten stark frequentiert. 

Ein Dorn im Auge so manchen Rotters ist die Verkehrssituation im Herzen Rotts. Kirschbaum dazu: "Wir haben uns schon öfter erkundigt, wie es mit der von vielen Bürgern gewünschten Realisierung eines Zebrastreifens am Marktplatz aussieht. Doch bei einer Verkehrszählung kam ans Licht, dass unsere Durchlaufzahlen dafür zu gering seien. Zudem sei hier noch nie ein schwerer Unfall passiert, sodass man die Stelle aus polizeilicher Sicht als Unfallschwerpunkt einschätzen könnte." Darüber hinaus gebe es ein paar Meter weiter in Richtung Landgasthof Stechl eine Querungshilfe für Fußgänger

Erst noch beweisen müsse sich die seit rund einem halben Jahr eingeführte MVV-Buslinie. Die Probephase laufe laut Kirschbaum insgesamt zwei Jahre. Die Resonanz der Bürger: eher mau, die Busse werden schlecht angenommen. Ursprünglich sollten die Busse des Münchner Verkehrs- und Traifverbundes (MVV) von Aßling nach Rott die Pendler ansprechen. "Doch ein Grafinger oder Aßlinger fährt leider nicht mit dem Bus zu unserem Bauernmarkt", betonte Kirschbaum abschließend. 

mb

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