Rotter Discounter-Pläne

"Unendliche Geschichte" in Meiling: Kommt Penny jetzt doch? 

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Kommt der Penny-Markt nach Meiling? Auf der Bürgerversammlung in Rott wurden die nächsten Schritte diskutiert. 
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Rott - Die "unendliche Geschichte" des geplanten Discounters in Meiling geht weiter. Auf der Bürgerversammlung 2017 stand sie im Mittelpunkt. Was sind die nächsten Schritte? 

Über 250 Rotter Bürger von Jung bis Alt waren im Landgasthof Stechl am Donnerstagabend des 9. Novembers vertreten, um den Ausführungen ihres Gemeindeoberhaupts Marinus Schaber zu folgen. Schnell wurde ersichtlich, was die Rotter bewegt, denn der seit Jahren geplante Discounter in Meiling-Süd, der auch schon in der Bürgerversammlung 2016 thematisiert wurde, rückte in den Mittelpunkt. 

"Es geht um die unendliche Geschichte Discounter", sagte Schaber. Seit knapp 10 Jahren sei die Errichtung eines Discounters an dem Standort Meiling-Süd ein Thema, das die Gemeinde immer wieder beschäftigt. 2008 habe sich zuerst der Lidl-Markt in der Bahnhofstraße für den Standort am Ortsrand ausgesprochen. Ein Ortsmarketingkonzept habe als Standort für einen Discounter die Münchnerstraße empfohlen. Das betreffende Grundstück jedoch sei gekauft worden und für die Planungen nicht mehr zur spruchreif gewesen. 

Als Lidl 2012, wie es Bürgermeister Schaber ausdrückte, "nach dem ganzen Hin und Her die Geduld verlor und Rott den Rücken zudrehte", sei die kleine Gemeinde plötzlich ohne Discounter dagestanden. 

In das Gebäude des ehemaligen Lidl-Marktes ist im Mai 2017 ein REWE-Markt gezogen.

Nachdem Lidl den Ort verlassen habe, hätten sich die Diskussionen um Aldi gedreht, der sich gerne an der B15 angesiedelt hätte - und was der Gemeinderat abgelehnt habe. "Wir sprachen uns immer schon fast einstimmig für den Standort Meiling aus", erklärte Schaber. "Der nächste Interessent war und ist nach wie vor Penny, der mit rund 6.000 Quadratmeter auf dem Grundstück enstehen möchte. Der Investor, dem die bis dato fragliche landwirtschaftliche Fläche gehört, würde einem Bau nicht im Wege stehen und auch an Penny vermieten. Das ist alles schon besprochen. Wir möchten keinen Netto oder Norma, wir möchten Penny."  

Schaber aber wolle nach den vielen Jahren Diskussion Sicherheit durch einen Vorvertrag mit dem Discounter. "Wenn Penny mir schriftlich zusagt, könnten wir im nächsten Vierteljahr mit dem Bebauungsplan starten. Im Herbst 2018 wäre dieser dann rechtskräftig und es könnten die Bagger anrücken", überschlägt Schaber den Zeitrahmen. Mit einer Eröffnung vor 2019 sei jedoch nicht zu rechnen. 

Bedenken der Bürger:

Einem Rotter lagen die Werbetafeln im Magen. "Werden die genauso groß wie in Griesstätt?", warf er seine Bedenken in den Raum. Bürgermeister Schaber konnte rasch beruhigen: "Da hat auch das Straßenbauamt ein Wörtchen mitzureden, der Gemeinde allein obliegt das nicht. Im Bebauungsplan können wir aber hinterlegen, dass die Tafeln eine solche Größe wie in der Nachbargemeinde nicht erreichen sollen."

Sind die Werbetafeln am Griesstätter Nahversorgungszenrum zu groß?

Eine weitere Bürgerin, die seit einem Jahr in Rott lebt, hatte Bedenken bezüglich des "wunderschönen Ortskerns und der Attraktivität Rotts". "Ich möchte nicht, dass die kleinen Geschäfte oder der Bauernmarkt unter einem Discounter leiden oder gar verdrängt werden", lautete ihre Sorge. Auch hier schaffte Schaber die Bedenken aus der Welt: "Viele machen den Fehler, einen Vollsortimenter mit einem Discounter gleichzusetzen. Dabei tun sich die beiden Märkte allein schon wegen ihres unterschiedlichen Sortiments nicht weh, sie ergänzen sich vielmehr." Auch der Ortskern würde laut dem Bürgermeister nicht leiden, da sei er sich sicher. 

"Aufgrund der verschiedenen Bevölkerungsschichten brauchen wir sowohl einen Vollsortimenter als auch einen Discounter", stellte Schaber klar. "Es gibt schlicht und ergreifend Leute, die auf günstige Waren angewiesen sind und sich Bio nicht leisten können."

Nachdem der Edeka in Rott im Sommer 2016 geschlossen hatte, rückte im Mai 2017 ein REWE-Markt als Vollsortimenter nach und öffnete seine Pforten in der Bahnhofsstraße am ehemaligen Standort des Lidl. Für den geplanten Penny-Markt müssen die Rotter weiter Geduld aufbringen, bis dieser wohl endlich gebaut werden kann.

Ihre Meinung ist gefragt: 

mb  

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