Rott am Tag nach dem Axt-Angriff

Bürgermeister Schaber: "Was mich schockiert, ist die Häufigkeit!" 

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Rott am Inn - Wieder ist die kleine Gemeinde Schauplatz einer erschreckenden Tat und eines Großeinsatzes der Polizei in den frühen Morgenstunden des 9. Juli: Ein 47-jähriger Mann hatte mit einer Axt in einem Wohnhaus randaliert und Nachbarn bedroht. Rott am Inn am Tag nach dem schockierenden Ereignis: 

Der Täter befand sich laut Polizei in einem "psychischen Ausnahmezustand" und wurde nach seiner Verhaftung in eine Klinik gebracht. Ob der Mann zum Zeitpunkt der Tat unter Alkohol- und Drogeneinfluss stand oder ob eine Krankheit als Auslöser der Tat in Frage kommt, müsse noch durch Fachärzte und entsprechende Untersuchungen geklärt werden. Das erklärt Jürgen Thalmeier, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, auf Nachfrage von wasserburg24.de. 

Schaber: "Da denkt man doch sofort an das Schlimmste!"

Rotts Bürgermeister Marinus Schaber. 

"Ich persönlich glaube nicht daran, dass der Mann ernsthafte Tötungsabsichten hegte", erklärt Bürgermeister Marinus Schaber am Montagmorgen im Gespräch mit wasserburg24.de. "Trotzdem ist es ein Wahnsinn. Man stelle sich nur vor, es kommt jemand mit einer Axt bewaffnet auf dich zu ..." Der Bürgermeister stockt kopfschüttelnd mitten im Satz, wirkt sichtlich mitgenommen. "Da denkt man doch sofort an das Schlimmste!" 

So ist es wohl auch den Anwohnern in der Haager Straße ergangen. Das Mehrfamilienhaus, in dem sich die Tat ereignete, steht verlassen da. Vor dem Eingang parkt ein Kinderwagen. Kein Absperrband, keine zerschlagenen Holzreste - nichts erinnert mehr an den SEK-Einsatz in der Nacht auf Sonntag. 

Und dennoch sitzt der Schock tief bei den Anwohnern. Außer dem 47-jährigen Rotter leben laut Schaber in den anderen Wohnungen des Hauses nur weibliche Mieter - teils mit kleinen Kindern. "Die Mutter, die mit ihren Kindern direkt gegenüber der Wohnung des Täters lebt, weigerte sich in der Nacht vehement, in ihre Wohnung zurückzukehren, nachdem der Angreifer mitten in der Nacht ihre Wohnungstür mit der Axt einschlug und zu randalieren begann. Vielleicht hat sie sich noch umentschieden, nachdem die Feuerwehr die Eingangstür wieder repariert hatte. Alle Anwohnerinnen aber hatten sehr große Angst, dass der Angreifer zurückkommen könnte und waren völlig durcheinander", schildert Schaber die Situation in der Nacht auf Sonntag in der Haager Straße.

Schaber: "Ich wünsche das keinem Kollegen in den Nachbargemeinden!"

"Heutzutage passiert überall etwas - ob in der großen Stadt oder hier bei uns auf dem Land, wirklich gefeit vor Taten wie diesen ist niemand. Was mich jedoch wirklich schockiert ist die Häufigkeit solcher furchtbaren Vorfälle", erklärt Schaber, der sich wünscht, dass nach den jüngsten Ereignissen wieder Ruhe einkehrt im kleinen beschaulichen Rott am Inn. "Ich wünsche das keinem Kollegen in den Nachbargemeinden. Geballte Polizeipräsenz hervorgerufen durch Taten wie die in Rott, sind ungut für den Ort. Ich hoffe wirklich, es wird wieder ruhiger ab jetzt", so Rotts Bürgermeister abschließend. 

Brutaler Doppelmord Ende Februar

Der Vorfall ist für die Rotter umso schockierender, da nur wenige Meter entfernt Ende Februar ein brutales Verbrechen geschah: Am Abend des 27. Februar war in einem Wohnhaus am Marktplatz ein Streit eskaliert, woraufhin der psychisch kranke Izzet S. (25) mutmaßlich zwei Menschen, Elisabeth G. (66) und Helmut H. (73), mit einem Messer brutal tötete. Der mutmaßliche Doppelmörder nahm sich nach seiner Verhaftung durch die Polizei in seinem Zimmer in der forensischen Klinik in Straubing selbst das Leben.

mb

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