Doppelmord in Rott und Tankstellen-Überfall 2010: Ein Täter

Betreiber: "Haben gleich gemerkt, dass mit ihm etwas nicht stimmt"

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Blumen und Kerzen vor dem Haus in Rott am Inn, in dem die schreckliche Bluttat geschah.
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Wasserburg - Der 25-jährige Izzet S. hat 2010 die Tankstelle in der Burgau überfallen und die Angestellten mit einer Gaspistole bedroht. Was die Tankstellenbetreiber jetzt zur Tat in Rott am Inn sagen: 

"Für uns ist der Überfall mittlerweile abgeschlossen", erklärt Annemarie Fellner, die gemeinsam mit ihrem Mann Josef die Tankstelle in der Burgau betreibt. Josef Fellner wurde 2010 bereits zum zweiten Mal überfallen."Mein Mann ist aber hart im Nehmen, den erschüttert so schnell nichts", erklärt Annemarie Fellner. Die Familie ist dennoch erleichtert, dass der Täter jetzt in einem Hochsicherheitstrakt sitzt. 

"Froh, dass nicht mehr passiert ist damals"

Natürlich hatten wir damals neben dem finanziellen Schaden auch die Arbeitsunfähigkeit der Kassiererin, die zum Zeitpunkt des Überfalls schwanger war, zu bedauern. "Sie stand schwer unter Schock und hat lange gelitten. Außerdem konnte sie nie wieder arbeiten" erinnert sich Annemarie Fellner. Dennoch seien die Besitzer froh, dass damals nicht mehr passiert ist. 

"Wenn man bedenkt, dass der junge Mann eine scharfe Waffe in Gebrauch gehabt hätte, dann hätte die Geschichte auch ganz anders ausgehen können", sagt Annemarie Fellner in Hinblick auf die grausame Bluttat in Rott. "Da meint man immer, so etwas passiert woanders und plötzlich ist man wegen einer Nichtigkeit mittendrin in einer gefährlichen Situation." 

Verschärfte Sicherheit in forensischen Kliniken?

Dass die Entscheidung , Izzest S. unbegleiteten Hofgang zu gewähren,  jetzt derart verheerende Folgen hatte, sorgt natürlich für Gesprächsstoff. "Wir haben gleich gemerkt, dass mit dem jungen Mann etwas nicht stimmt", erklärt Annemarie Fellner und erinnert sich an den Überfall von vor sieben Jahren. 

Es gebe immer wieder aggressive Patienten im Innsalzach-Klinikum, dass aber derartige auch "Freigang" bekämen, stößt vielerorts auf Unverständnis. "Für uns wäre es wünschenswert, wenn bei Einzelnen wirklich genauer hingeschaut wird und die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt werden", so Annemarie Fellner. 

Vielleicht hat der tragische Fall in Rott aber auch den traurigen Hintergrund, dass die Verantwortlichen jetzt wachgerüttelt worden sind. "Mit jeder Polizeistreife und jedem kreisenden Helikopter schwingt auch die Unsicherheit in der Burgau mit. Dass aber immer erst etwas passieren muss, damit sich etwas ändert, ist wirklich sehr traurig", so Annemarie Fellner abschließend. 

mb

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