Wo drückt der Schuh in Rott?

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Florian Lemmrich hofft auf einen politischen Neuanfang
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Rott - Seit 15 Jahren wohnt er im Ort: Florian Lemmrich. Nun möchte er Bürgermeister werden. Um die Meinungen der Bürger zu kennen, hat er gemeinsam mit der CSU-Ortsgruppe eine Umfrage ins Rennen gebracht.

Bereits im Mai wurde er zum Bürgermeisterkandidaten der CSU Ortsgruppe Rott am Inn ernannt. Mitte Oktober kamen die Gemeinderatskandidaten hinzu. Seit Monaten arbeitet er an seiner Bekanntheit. Florian Lemmrich interessieren die Belange der Bürger, wie er wasserburg24 verrät. Deshalb hat er die Umfrage gestartet. „Damit möchte ich zeigen, dass ich ein Bürgermeister wäre, der ein offenes Ohr für die Bürger hat“, erzählt Lemmrich.

Aufgrund der Auswertung der Umfrage im Ort könne gezielter am Programm gefeilt werden, heißt es weiter. Der Bürger erlebe die Schwachstellen im gemeindlichen Alltag am besten. Die Umfragekarten wurden an alle Haushalte verteilt. Überwiegend sogar durch ihn persönlich: „Nun kenne ich alle noch so abgelegenen Ortsteile, weil ich an jedem Briefkasten war“.

Von den ausgegebenen Umfrage-Karten kamen laut Lemmrich 100 Stück ausgefüllt zurück. Manche Karte wurde scheinbar von mehreren Familienmitgliedern in gemeinsamer Runde ausgefüllt, weil bei den Altersangaben teilweise drei oder vier verschiedene Zahlen angekreuzt wurden, generationsübergreifend wie es scheint. Überraschend für ihn sei, dass von den zehn angegebenen Fragen insbesondere lediglich zwei Themenschwerpunkte besondere Aufmerksamkeit erreicht hatten.

Ernsthaftigkeit erkannt

Florian Lemmrich freut sich, dass die Karten mit viel Sorgfalt ausgefüllt wurden.

Die Zehn thematischen Fragen wurden meist positiv von den Bürgern zu Papier gebracht.

Die Kinderbetreuung beispielsweise wird von 79 Prozent als gut bis eher gut beurteilt. Lemmrich sieht die Schülerbetreuung nicht praktisch angelegt im Ort. In den Ferien sehe er weiteren Betreuungsbedarf über ein gemeindliches Angebot. Die Rotter allerdings sind mit den Betreuungsmöglichkeiten scheinbar zufrieden, heißt es von Lemmrich weiter.

„Die Schulhaussanierung ist eines der obersten Gebote, die es für die Gemeinde zu realisieren gilt“ ist der Bürgermeisterkandidat überzeugt. Er ist sich sicher, dass man bereits anfangen hätte müssen, einen Kostenrahmen für dieses Schulprojekt zu starten. Bislang sehe er seitens der Gemeinde wenig Engagement dafür.

Thema Umweltschutz. 55 Prozent der Befragten finden diesen durchaus ausreichend. Auch die Sauberkeit wurde zum Thema in der Umfrage gemacht. Alles Palletti – um es kurz zu fassen.

Zu viel Lkw-Verkehr

Ein etwas negativ wirkender Punkt lasse sich in Bezug auf die Verkehrssituation des Orts schließen: 62 Prozent der Befragten sind damit nicht zufrieden. Hier gelte es mit Nachdruck an der Umgehung von Lengdorf zu arbeiten und die Beratungen voranzutreiben.

Rotter sind sicher

Neben der Sicherheit finden auch über sechzig Prozent die wohnortnahen Arbeitsplätze ganz ordentlich. Ebenso gäbe es für die meisten Rotter, die an der Befragung teilgenommen haben, keine Veranlassung für weiteres Freizeit- oder Sportangebot. Ebenso sei das Kulturprogramm im Ort als gut beurteilt worden, wie die Auswertung zeigt.

Keine neuen Erkenntnisse

Großes Thema bleibt die Sorge nach fehlenden Einkaufsmöglichkeiten. 93 Prozent finden diese miserabel. Viele Bürger sind enorm unzufrieden mit der aktuellen Situation. Lemmrich ist von einer längerfristigen Lösung überzeugt und warnt vor einem Schnellschuss. Es dürfe nicht im Eilverfahren sondern mit guten Gedanken und auf stabilem Wege eine komplexe Lösung gesucht werden, heißt es vom Ideensammler. Dabei verweist er auf das Konzept der Firma Geoplan, das vor drei Jahren für den Ort erstellt wurde. Hierin wurde dargestellt, welche Faktoren wichtig seien, um überhaupt einschätzen zu können, wo die besten Standorte für mögliche Ortsprojekte seien. Stichwort Folgewirkung. Lemmrich ist sich zudem sicher, dass die gesamte Nahversorgung für den Ort gesehen werden müsse.

Im Großen und Ganzen kam bei der Umfrage heraus, dass die Rotter Bürger den Ort an sich im Alltag als akzeptabel ansehen.

Eigene Gedanken der Bewohner

Viele hätten geschrieben, die Zusammenarbeit im Gemeinderat müsse besser werden. Namentlich würde die CSU im Gemeinderat einige Belange blockieren. Dies findet Florian Lämmrich sehr merkwürdig. Schaue man sich die Mehrheitsverhältnisse im Gemeinderat an, könne die CSU mit lediglich 6 Sitzen zum Verhältnis von 11 durch andere Fraktionssitze rund um den amtierenden Bürgermeister doch nichts blockieren, stellt Lemmrich klar.

Ausgang nicht klar

Florian Lemmrich hat die Bürger gehört und hofft auf einen politischen Neuanfang.

Quelle: rosenheim24.de

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