Diskussion über Personalkosten

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Rott - Der Haushalt für 2010 wurde in Rott so spät wie nie zuvor aufgestellt. Der Grund waren die Beratungen über den Standort für den neuen Kindergartenbau.

Nun haben sich Verwaltung und Gemeinderat grundsätzlich auf den Platz hinter dem Feuerwehrhaus geeinigt, sodass der Haushalt für 2010 endgültig geplant und eingebracht werden konnte. Wie angekündigt, wurden viele angedachte Investitionen gestrichen. Dafür kann Rott im Jahr 2010 ohne Neuverschuldung auskommen. Dies wird im Jahr 2011 nicht der Fall sein, da wird für den Bau des Gemeindekindergartens ein Darlehen nötig werden, stellte sich im Gemeinderat heraus. Hierfür liege bereits eine Genehmigung des Landratsamtes vor, hieß es.

Für Bürgermeister Marinus Schaber liegen die Prioritäten der nächsten Jahre beim Bau des Kindergartens. Danach folge die Sanierung der Schule und dann müsse mit dem Schuldenabbau begonnen werden. Da aus dem Konjunkturpaket II keine Mittel zur Verfügung gestellt wurden, sei die Schulhaussanierung bis 2013 nicht realisierbar, teilte er mit.

Kämmerer Manfred Furch begann seinen Bericht mit einer guten Nachricht: Die Hebesätze, Gebühren und Abgaben bleiben unverändert. Ein Grund hierfür ist die erfreuliche Verbesserung der Steuereinnahmen aus Gewerbesteuer und Einkommensteuerbeteiligung. Der Verwaltungshaushalt wird sich auf fünf Millionen Euro belaufen, beim Vermögenshaushalt sind 3,5 Millionen Euro festgesetzt, so der Kämmerer. Die Schulden wurden für das Jahr 2010 mit 5,5 Millionen Euro errechnet, bezogen auf den Einwohner ergibt sich eine Pro-Kopf-Verschuldung von 1481,92 Euro. Im Jahr 2009 lag die Pro-Kopf-Verschuldung noch bei 1705,44 Euro. Dies ist immerhin ein Rückgang von 13 Prozent. Ab dem Jahr 2011 werde die Verschuldung durch den Kindergartenneubau wieder ansteigen, hieß es weiter.

Nach der Kreisumlage mit 1,3 Millionen Euro sind die Personalkosten die größten Ausgaben. Hierfür sind 635 000 Euro angesetzt. 2008 wurden dafür nur 471 000 Euro ausgegeben. Dies entsetzte Gemeinderat Sebastian Mühlhuber. Er bezeichnete die Personalkostenentwicklung als "erschreckend". Den Einwurf seines Kollegen konnte Zweiter Bürgermeister Dr. Jürgen Hüther nicht nachvollziehen, denn jede Neueinstellung bedürfe der Zustimmung des Gemeinderats. Manfred Furch rechnete vor, dass die 15 Stellen im Jahr 2008 auf 22 Stellen im Jahr 2010 gestiegen seien. Zwei davon betrafen den Bauhof, der zusätzlich die Arbeiten übernahm, die früher an den Maschinenring vergeben wurden. Geschäftsleiter Daniel Wendrock betonte, wenn Investitionen wie der Turnhallenneubau getätigt worden seien, dann ergäben sich auch neue Folgekosten wie etwa die Finanzierung eines Hallenwartes. Er wies darauf hin, dass dies teilweise nur Stundenkräfte seien. Gemeinderat Dr. Klaus Absmaier stellte abschließend fest, bei jedem Projekt, das die Gemeinde plane, müssten auch die Folgekosten bedacht werden. Dies sei bei dem Kindergartenneubau nicht anders.

Kämmerer Furch führte die Investitionen im Jahr 2010 auf. So soll heuer noch das Grundstück hinter dem Feuerwehrhaus erworben werden. Dafür sollen das Wohngrundstück und das Mischgrundstück in Rott-Nord und ein Teil des Spielplatzes in der Alpenstraße verkauft werden. Ebenfalls heuer beginnt der Bau des Geh- und Radweges nach Wurzach, der mit 420 000 Euro vom Staatsministerium bezuschusst werde. Der Bau der Wasserleitung dorthin wird mit 198 000 Euro gefördert, teilte die Verwaltung mit.

Im laufenden Haushaltsjahr wird eine Kindergartengruppe des Pfarrkindergartens zur Krippenkrippe umgebaut. Die Baumaßnahme wird über die Gemeinde abgewickelt. Der Eigenanteil der Gemeinde wird 63 000 Euro betragen.

Weitere größere Investitionen bis 2013 sind nicht geplant und so konnte der Gemeinderat die Haushaltssatzung und den Haushaltsplan für das Jahr 2010 sowie den Finanzplan mit Investitionsprogramm bis zum Jahr 2013 einstimmig beschließen. hri

Quelle: rosenheim24.de

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