Bürgermeister kämpft für Rotter Discounter

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Viel zu tun für den Ort!
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Rott - Bürgermeister Marinus Schaber kämpft derzeit energisch für einen Discounter in Rott am Inn. wasserburg24 hat mit ihm über den Stand der Dinge gesprochen.

Aufgrund unterschiedlicher Fraktionszwänge wären politische Entscheidungen für den Rotter Bürger oft schwer nachvollziehbar, verlautet es im Interview mit dem Rathauschef. Das sei äußerst traurig, weil die Belange des Ortes dabei in den Hintergrund geraten und die politischen Dinge in den Vordergrund. Marinus Schaber sieht den Einzelhandel im Ort schwinden: „Das Schuhgeschäft und der Blumenladen sind bereits weggefallen, es wäre schrecklich, wenn der Einzelhandel in Rott eingeht“, sagt er. Klar sei, dass man in der Politik nicht immer einer Meinung sein könne, doch sich für Sachen, die den Bürgern zugutekommen, gemeinschaftlich einzusetzen, solle selbstverständlich sein. Marinus Schaber sitzt auf heißen Kohlen.

Bewegende Monate stehen an

Zum einen spricht er als Bürgermeister, zum anderen merkt man die Anspannung bezüglich des bevorstehenden Wahlkampfs, den es auch in Rott geben wird. Ein Gegenkandidat steht mit Florian Lemmrich von der CSU bereits fest. „Ich möchte sehr gerne eine weitere Amtszeit für den Ort aktiv sein“, sagt Schaber im Gespräch. Die Handschrift des amtierenden Bürgermeisters erkenne man oft erst nach der zweiten Periode, meint er. Er ist froh, dass Rott so viele aktive Vereine zählen darf. Die Zusammenarbeit funktioniere gut.

Schnell lenkt Schaber erneut auf das Thema Discounter. Man merkt, wie wichtig ihm hier ein Vorantreiben des Anliegens ist. Der Diskussionspunkt ist derzeit in aller Munde. Die Meinungen hierzu könnten nicht unterschiedlicher sein. Auf der Straße angesprochene Rotter Bürger sagen uns ihre Meinung – alles war mit dabei: von totaler Begeisterung bis zur reinen Ablehnung. „In Rott bekommt man doch alles, was brauch ich da einen Billigmarkt“, poltert ein Mann mittleren Alters. Eine ältere Frau ist sich sicher: „Einen Platz für den Discounter hat Rott doch eh nicht“.

Stellungnahme des Vereins "Bürger für Rott e. V." zur Suche nach einem Discounter

Bei Marinus Schaber nachgehakt, wird schnell klar, dass es mit der Suche nach einem geeigneten Standort bei weitem nicht getan ist. Doch dies wäre ein wichtiger Punkt, berichtet der Rathauschef. Seit 15 Jahren versuche beispielsweise Lidl bereits, einen Standort im Gemeindegebiet zu finden. Schon zu Amtszeiten des Vorgängers hätte es Fortschritte geben müssen, doch Einigungen blieben aus, erzählt Schaber. „Bis heute gibt es wegen diesem Thema Zwist im Ort, die Meinungen gehen auseinander“.

Die Frequenz am Ort werde immer schlechter, bemerke er. Darunter würden die anderen Geschäfte ebenfalls leiden. Bäcker, Metzger, sogar der Vollsortimenter brauche nach eigenen Angaben die Ansiedlung des Discount-Marktes, kommt es dem Gemeindeoberhaupt über die Lippen. Wenn dies noch länger so weiter gehe, dann schließe das ein oder andere weitere Geschäft und Rott werde immer uninteressanter. 2008 habe auch er die Dringlichkeit selbst noch unterschätzt. Wäre der Kenntnisstand von heute schon damals vorhanden gewesen, die Situation wäre wohl schon entspannter, meint Schaber selbstkritisch.

Er sei für ein Miteinander, für Demokratie. Dies gestalte sich derzeit schwierig, weil manche politische Gruppierung meine, sich durchsetzen zu müssen. Die Querelen gingen jedoch auf Kosten der Rotter Bürger. Die Zeit scheint zu drängen. Marinus Schaber ist sich sicher: „Wir müssen auf den abfahrenden Zug noch aufspringen“. Für Lidl kommt der Standort Rott nicht mehr in Frage. Aldi wäre einer Ansiedlung positiv gegenüber gestanden wenn er an der B15 einen Partner im Drogeriewesen bekommen hätte. Dazu kam es nicht, somit hat sich Aldi ebenfalls aus dem Gespräch genommen. Penny oder Netto könnten weitere Gesprächspartner sein. An dem Anliegen wird gerade mächtig gewerkelt in Rott.

Weiteres nicht unter den Tisch kehren

Ein paar andere Dinge gibt es im Gemeindeleben zusätzlich noch. Gefreut habe sich Schaber, dass zugunsten des Bürgers bei der vergangenen Gemeinderatssitzung entschieden wurde. „Oft gebe es Fraktionsentscheidungen, z. B. beim Haushalt“. Doch bei dem Punkt zugunsten einer Beleuchtung am Geh- und Radweg zwischen zwei Ortsteilen habe es nun im dritten Anlauf mit 10 zu 7 Stimmen ein „Ja“ zu Laternen in diesem Bereich gegeben. Die Schulkinder wird’s freuen, müssen sie zukünftig doch nicht mehr im Dunkeln den Weg passieren, um zur Haltestelle zu gelangen. In den nächsten Monaten soll dieses Vorhaben umgesetzt werden. Neue Beleuchtungen werden in Rott übrigens mit LED-Lampen ausgestattet.

Freundschaften über die Gemeindegrenze hinaus

Zu früheren Klosterzeiten pflegte Rott Partnerschaftsverbindungen mit anderen Gemeinden. Fieberbrunn und Kötzting sind seitdem Partnergemeinden geblieben. Enorme Anstrengungen von Rotter Seite, stetig diese Freundschaft zu bestärken, gäbe es derzeit nicht, alles laufe sehr locker. Bei Größeren Feierlichkeiten, wie etwa am Wochenende zum Kirchenjubiläum, komme die Musikkapelle aus Fieberbrunn und spiele in Rott. Kleine Besuche erhalten die Freundschaft.

Kinder willkommen

Rott kommt bei Familien mit Kindern gut an. Der neu erbaute Gemeindekindergarten wurde dringend gebraucht. Der kirchliche Kindergarten ist voll ausgelastet. Die über lange sechs Jahre hinweg bestehende Notgruppe gehöre nun endlich der Vergangenheit an, freut sich Marinus Schaber. Gerade hat er den Neubau eingeweiht. Mit zwei Gruppen und einer Kinderkrippe sowie einer weiteren Krippe im kirchlichen Kindergarten im Ort integriert, könne Rott guten Familienservice leisten. Das Projekt „Kindergarten-Neubau“ habe der Gemeinde zwar viel Geld gekostet, doch die Kinder seien es Wert gewesen.

Nun ist das Geld knapp. Doch eine weitere Dringlichkeit stehe schon an, erzählt Schaber: „Die nächste große Investition muss die Schulhaus-Sanierung sein. Die ist längst überfällig. Durch die leere Gemeindekasse wird es schwer, in dieses Vorhaben zu investieren. Doch es wird eines der wichtigsten und dringendsten Projekte in der nächsten Zeit“, meinte Schaber zum Abschluss.

Quelle: rosenheim24.de

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