Ja, so sans, die oiden Rittersleut!

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Amerang - "Ja so warns, de oiden Rittersleut..." Am Wochenende begaben sich Besucher des Ameranger Ritterfestes auf eine Zeitreise ins Mittelalter und machten Pause von Reizüberflutung und Alltagsstress.

Bereits zum sechsten Mal inszenierten Freiherr Ortholf von Crailsheim und Christian Domeier vor der malerischen Kulisse von Schloss Amerang das mittelalterliche Spektakel mit abwechslungsreichen Spiel-und Unterhaltungsprogramm, Handwerkermarkt und Lagerleben.

Zurück zu den Wurzeln oder einfach nur der Wunsch, etwas Tempo aus dem schnelllebigen Alltag zu nehmen - die Gründe für die Renaissance des Mittelalters mögen vielfältig sein, aber sowohl Besucher, als auch Mitwirkende schätzen übereinstimmend die Ruhe und die spezielle Atmosphäre auf Ritterfesten. "Die Vergangenheit verstehen um die Zukunft zu gestalten" sagt ein Mitglied der Gruppe "Ruggensteiner" aus Eichach. Hier könne man, in einer Gemeinschaft Gleichgesinnter, abschalten, Zeit für einander haben und sich auf die wichtigen Dinge des Lebens besinnen. Dabei halte das Leben im Mittelalter auch jede Menge Herausforderungen bereit und sei schon ein bisschen Lebensphilosophie.

Ähnlich sehen es die Communitas Gladii aus Burghausen. Das sei ein Hobby für die ganze Familie und selbst Hund und Pferd begleiten den Tross auf die mittelalterlichen Feste bis zu zehnmal im Jahr. Für die Gruppe stehen, neben dem Erlernen traditioneller Handwerkskünste auch noch jede Menge sportliche Betätigung wie Tanz und Schwertkampf auf dem Programm. Dafür erlebe man im Lager eine große Gemeinschaft und eine ganz besondere Stimmung.

Die genoss auch die Baiowarische Jägergruppe "Vulpes Olentes" aus Griesstätt , die heuer auch wieder ins Ameranger Lagerleben eingetaucht ist und ihre Beute, in Form von riesigen Schweinshaxen, am offenen Feuer grillte. Denn das Lagerleben soll so wirklichkeitsnah wie möglich stattfinden und auf, moderne Technik, Strom und fließend Wasser wird verzichtet. Dafür setzt man auf alte Handwerkskunst und traditionelle Speisen und Getränke. Zur "Atzung" und "Labung" floss Met und Bier, dazu gab es allerlei gegrilltes Getier sowie Mehl- und Süßspeisen, stilgerecht zubereitet.

"Wir schätzen die geruhsame Atmosphäre" sagte die Familie König aus Ruhpolding. Sie kommen bereits seit Jahren nach Amerang, ebenso wie die Familie Humborg aus Gauting. Hier gebe es eine Menge zu sehen und es werde viel geboten. Ein Thema werde in verschiedenen Variationen aufbereitet und die Kinder freuten sich besonders aufs Basteln. Zudem konnten die Besucher bei einer Schlossführung durch die Mittelalterliche Rundburg, die sich seit 1821 im Familienbesitz befindet, die Adelsgemächer derer von Craislheim sowie die Schlosskapelle, den Rittersaal, oder aber auch das alte Burgverließ besichtigen.

Und vor den alten Gemäuern fanden sich Gaukler, Musikanten und Spielleut sowie Händler und jede Menge gewandetes Volk ein und ließen für ein Wochenende das Mittelalter wieder aufleben. Über 500 Mitwirkende bemühten sich, dem historischen Vorbild gerecht zu werden und boten ein buntes Programm für die ganze Familie, das auf fünf Schauplätzen und dem Bazar, dem Marktplatz der Händler und Handwerker stattfand.

Hier gab es alles, was das Ritterherz begehrt. Vom täglichen Ritterbedarf über Metallkunstwerk bis hin zum Kampfschild für Groß und Klein, Haarschmuck, Spielwaren und vieles mehr. Ein Zuber lockte zum Abkühlen und allerlei "Spetzereyen" sorgten für das leibliche Wohl.

Die Ritter sind los!

Großes und kleines Volk versammelte sich vor den Bühnen, um den hervorragenden Darbietungen zu lauschen und wie ihnen geheißen, zu jubeln. Für Erheiterung sorgten die Gaukler "Jolandolo von Birkenschwamm" und "Fozarello". Begeistern konnten auch die Verwandlungskünstler "Mimikry" und die Feuerspuk-Artisten "Ars Ignis" mit ihrer spektakulären Feuershow. Musikanten und Spielleut boten gute "Minne" und abwechslungsreiches Spiel. "Höret und staunet, sehet und genießet" war hier das Motto. Mit Instrumenten des Mittelalters boten "Nachtwindheim", "Peter von der Herrenwiese", "Schmölztiegel" "Triskilian", "Totus Gaudeo" und "Malus Ludus" romantische Balladen und mystische Gesänge. Ein großer Festumzug der über 500 Mitwirkenden zog täglich vom Marktplatz über die Talwiese und gebot den Besuchern: "Jubel"!

Hoch her ging es auf dem Kampfplatz Hier konnte mit "Burdyri" eine der besten Schwertkampfgruppen der Welt verpflichtet werden. Die aus Hollywoodfilmen bekannte Stuntcrew zeigte erstklassige Fechtkunst und komödiantische Action. Gemeinsam mit Milites Anguis, den Kreuzfahrern, den Fenris Kriegern, dem Mühldorfer Tross, der Kraiburger Ritterschaft, den Trostberger Rittersleut und vielen mehr präsentierten sie die eigens choreografierte große Feldschlacht um den Ameranger Schatz. "Schauet und" ...schmunzelt, denn bei den Schwertkämpfen kamen zwar alle Krieger zu Fall, aber am Ende gewann nicht der grausigste Kämpfer, sondern der tollpatschigste.

Dazu gab es jede Menge Kinderprogramm, von der Holzwerkstatt, über Prinzessinnenschmuck basteln, bis hin zu Armbrust- und Bogenschießen. So bot das Ameranger Ritterfest auch heuer wieder ein beeindruckendes musikalisch-gauklerisches Gesamtprogramm für die ganze Familie und seinen über 10000 Besuchern an den drei Tagen ein vergnügliches Wochenende fern vom Alltagsstress.

"Traumtag" war der Samstag mit optimalen Witterungsbedingungen, doch auch die mehr oder weniger heftigen Schauer beeinträchtigten den Festverlauf nicht. Bei Regen wurde einfach etwas enger zusammengerückt, der guten Stimmung tat's keinen Abbruch. Auffällig waren in diesem Jahr die vielen gewandeten Besucher, die für ihre fantasievollen Kreationen mit vergünstigten Eintrittspreisen belohnt wurden.

Programm des Ritter-Festes: www.ritter-fest.de

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Ammelburger

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