"Satte Prozente" für Ehrenamtliche

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So sieht sie aus, die Ehrenamtskarte. Ihre Inhaber dürfen das Badria künftig zum ermäßigten Preis nutzen.

Wasserburg - Auch in Wasserburg sollen ehrenamtlich Tätige mit der Ehrenamtskarte gewisse Vorteile genießen dürfen. Stadtwerke und Werkausschuss bestimmten jetzt die Eckdaten:

Ehrenamtliche belohnen, das kann so oder so aussehen. Die Stadtwerke und der Werkausschuss haben sich für "so", für einen Rabatt rund um die 30 Prozent für Inhaber der Ehrenamtskarte, entschieden.

Dass Gemeinden und Landkreise in ganz Bayern sauer sind, dass der Freistaat mit viel Tamtam die Ehrenamtskarte einführt, selbst aber nur minimale Vergünstigungen gewährt, ändert nichts daran, dass die Karte selber als Dankeschön für Ehrenamtliche positiv gesehen wird. Der Wasserburger Hauptausschuss hat schon beschlossen, freien Eintritt ins Museum in der Herrengasse und ins Imaginäre Museum anzubieten. Und er gab dem Werkausschuss beziehungsweise den Stadtwerken die Hausaufgabe auf, doch über Rabatte fürs Badria nachzudenken.

Das tat der Werkausschuss in seiner jüngsten Sitzung. Die kaufmännische Leiterin der Stadtwerke, Brigitte Lex, hatte in Erfahrung gebracht, dass das Prienavera gar nicht mitmacht, die Therme Aibling voraussichtlich zehn Prozent nachlassen wird. Das sei aber noch ohne Gewähr.

Zwei Fragen standen im Raum: Wie hoch soll der Rabatt im Badria ausfallen? Wie ist dieser Rabatt mit minimalem Aufwand umzusetzen?

Bürgermeister Michael Kölbl wollte Vorsicht walten lassen, da nicht abzusehen sei, was an Nachfrage auf das Badria zukomme. Schließlich gelte die Ehrenamtskarte bayernweit. Er schlug vor, den selten nachgefragten "Kurkartentarif" zu nutzen. Dieser gilt für alle Inhaber einer Kurkarte der Kurorte der Umgebung und bedeutet einen Nachlass von sieben bis acht Prozent. Das erschien sowohl Werkreferent Helmut Schedel (SPD) als auch Oliver Winter (CSU) zu wenig. 25 Prozent sollten es für Schedel schon sein, sonst empfinde er es nicht als Anerkennung. Winter fügte an, dass all diejenigen Ehrenamtskarteninhaber, die aufgrund des Badria-Rabattes extra nach Wasserburg kommen, "hier parken, einkaufen, essen, konsumieren, Geld in der Stadt lassen."

In seinem Beschlussvorschlag hatte Werkleiter Kurt Fritsch schon darauf hingewiesen, dass ein Rabatt vermutlich keine negativen finanziellen Auswirkungen für das Badria haben werde, da damit zu rechnen sei, dass die Zahl der Badria-Besucher dadurch eher steigt. Und die Begleiter des Ehrenamtskarteninhabers zahlen die regulären Preise. Eine Auffassung, die sich auch im Werkausschuss durchsetzte.

Nach einigem Hin und Her über die Höhe des Rabattes einigte sich der Werkausschuss darauf, dass es am einfachsten sei, wenn Inhaber der Ehrenamtskarte den "normalen" ermäßigten Schwimmbadpreis zahlen - immerhin ein Nachlass von um die 30 Prozent. "Das sind zwar satte Prozente, die bringen aber auch einen unheimlichen Werbeeffekt", so Winter. Zumal das Angebot nicht nur bayernweit gilt, sondern auch bayernweit veröffentlicht wird.

Dr.Christine Mayerhofer (SPD) gab zu bedenken, dass es auch in Negativwerbung umschlagen könnte, wenn es für den Inhaber einer Ehrenamtskarte teurer werde, den ermäßigten Preis für eine Person und den regulären Preis für die restliche Familie zu zahlen, als gleich die Familienkarte zu nehmen. "Das ist einer von 200000 Besuchern - und der soll sich dann die für ihn günstige Variante heraussuchen", befand Winter. Das sah der Rest des Werkausschusses genauso und beschloss, dass künftig Inhaber der bayerischen Ehrenamtskarte zum ermäßigten Preis ins Badria dürfen. Nach dem Jahreswechsel soll die Akzeptanz überprüft werden.

syl/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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