Schlingnattern am Sonnenhang

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Ausgelichtet und ökologisch aufgewertet hat der Bund Naturschutz das Schlingnatter-Biotop "Geiergarten".

Wasserburg - Wasserburg ist ein Naturparadies. Zumindest hat es äußerst wertvolle Biotope, beispielsweise das Schlingnatter-Revier direkt oberhalb des Gymnasiums.

Die kleine und für Menschen völlig harmlose Schlange hat es nicht leicht auf der Welt. Häufig wird sie mit der giftigen Kreuzotter verwechselt - und aus Angst getötet. Ihre Nahrung - vor allem Eidechsen - wird eher weniger, ihr Lebensraum immer enger. So ist sie als bedrohte Tierart inzwischen auf der Roten Liste, in der ganzen EU besteht die Verpflichtung, für sie Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

Auch an der Innleite oberhalb des Gymnasiums ist das so. Dort gibt es ein seit Jahrzehnten bekanntes Vorkommen von Schlingnattern. Doch der Hang verbuschte, die Bebauung rückte näher und mit ihr die größte Gefahr für die Reptilien: Hunde und Katzen.

Dann nahm der Bund Naturschutz die Sache in die Hand. 2009 wurde das Gelände gepachtet, das sich bis zum Magdalenenweg zieht und früher eine Gärtnerei, dann ein Privatgarten war. Erst einmal mussten die Büsche und Bäume entfernt werden, die sich in der Zwischenzeit breit gemacht, den Hang verschattet und damit für die Natter unattraktiv gemacht hatten. Eine eingestürzte Gerätehütte wurde neu aufgebaut, Wege wurden wieder angelegt, Stein- und Totholzhaufen bieten den "Futtertieren" Brut- und Lebensraum.

"Möglichst vielfältig" sollte das Biotop sein, so der BN-Vorsitzende Gert Graedler bei einem Ortstermin mit dem Umweltausschuss. Und möglichst weit vernetzt: "Mikro-Biotope" seien nahezu wertlos.

So hat der BN auch noch einige Wünsche. Zumindest die benachbarten Flächen in öffentlichem Besitz sollten aus der intensiven Nutzung herausgenommen werden, das Gebiet mit Innleite und Wuhrtal noch besser vernetzt werden.

Das Biotop selbst sollte als Schutz gegen Hunde und Vandalismus eingezäunt werden. Und ein weiterer Weg zwischen Siedlung und Magdalenenweg könnte verhindern, dass zu viele "Abkürzer" durch das Biotop trampeln, das aber grundsätzlich zur Besichtigung offen sein soll.

Außerdem will der BN noch einige große Bäume herausnehmen. Denn aufgeforstet worden sei hier erst in den 70er-Jahren, so Max Seitz, der sich intensiv um die Biotop-Pflege kümmert: "Vorher war hier eine Flora und Fauna wie am Samerberg."

Einige Reste der "Sonnenhangflora", die woanders in Deutschland eigens in Bildbänden gewürdigt werden, gibt es aber immer noch, etwa den Hohlen Lerchensporn, die Prachtnelke oder den Körnchensteinbrech. Dazu kommen die unterschiedlichsten Singvögel, Fledermäuse, Frösche und Kröten sowie Insekten in Hülle und Fülle.

Von einem "phantastischen Biotop" schwärmte Gert Graedler dem Auschuss vor, der angesichts des fortgeschrittenen Jahres nur das "Gerüst" davon selbst bewundern konnte und trotzdem beeindruckt war - auch von der Leistung der ehrenamtlichen BN-Mitglieder.

koe/wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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