Schmiedsee: Kampf mit Mäher und Luft

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15 Kubikmeter Algen wurden mit den Mähbooten aus dem Schmiedsee geholt. Jetzt soll es dem Schlamm an den Kragen gehen.

Maitenbeth - Die Sanierung des Schmiedsees ist angelaufen: Der im Frühjahr gegründete Verein hat bereits erste Aktionen hinter sich und noch zahlreiche Pläne.

Zur Verwirklichung einer großen Aufgabe zusammengetan hatte sich im Frühjahr eine kleine Schar besonders Interessierter im Verein Schmiedsee. Ziel ist die Sanierung des größten Maitenbether Gewässers, das viele von früher noch als Badesee mit Fisch- und Muschelbesatz kennen. Der See war im Verlauf der Jahre veralgt, verkrautet und verschlammt, an Baden darin nicht mehr zu denken.

Als erste Aktion und zur Erwirtschaftung eines finanziellen Grundstockes hatte der Verein im Frühsommer ein Seefest veranstaltet, das - dank mehrerer kostenloser Band-Auftritte - ein Erfolg wurde. Mit ins Team um Vereinsvorstand Andreas Gilnhammer geholt werden konnte inzwischen ein in Maitenbeth ansässiger Fachmann, der diplomierte Gewässerökologe Harald Huber.

Allmählich nimmt das Ziel konkrete Gestalt an und erste Ergebnisse werden sichtbar. Nachdem die Uferbereiche bereits vor einiger Zeit in einer Gemeinschafts-Mähaktion von Bewuchs befreit wurden, ging es jüngst Algen- und Krautbewuchs unter Wasser an den Kragen.

In einer ganztägigen Aktion beseitigten zwei Mähboote den Bewuchs, 15 Kubikmeter Grünzeug zuzüglich einer alten Bierkiste wurden herausbefördert. Sie werden der Kompostierung zugeführt.

Größte Problematik für das Gewässer ist seit geraumer Zeit der sehr reduzierte Wasserzulauf vom Franzosenbach, es soll deshalb beobachtet werden, wo dessen Wasserzuläufe gestört sind. Derzeit bringt der Bach dank der vielen Niederschläge in diesem Sommer wieder reichlich Fischwasser. Der Wasserspiegel des Sees ist gegenüber vergangenen Jahren wieder auf ein normales Maß gestiegen, und auch die Wasserqualität hat sich aufs Beste entwickelt.

Für nächstes Frühjahr ist geplant, im Einlaufbereich eine sogenannte Beruhigungszone mittels Pflöcken und Brettern abzutrennen, damit sich vom ankommenden Wasser Schlamm und Kies absetzen können.

Der Verein hat zwischenzeitlich einen digitalen Messkoffer für die Kontrolle der Wassergüte angeschafft, ein Schlammmessgerät ist in Arbeit, es wird kostengünstig in Eigenregie hergestellt.

Ein wichtiges Ziel in allernächster Zeit ist der Schlammabbau. Man sei sich einig, so Vorstand Gilnhammer, dass dies nicht durch mechanischen Eingriff, der im See vorhandene Quellen stören könnte, sondern auf natürliche Weise erfolgen soll, nämlich durch Mikroorganismen. Noch in diesem Herbst weden diese direkt am See in einem sogenannten Fermenter gezüchtet und in einen Kreislauf eingebracht. Ein Belüftungsschlauch wird in Teilbereiche des Sees abgesenkt. Er führt mit Hilfe eines kleinen Kompressors kontinuierlich Sauerstoff zu, welcher den Schlamm auflockert und verwirbelt und ihn so den Bakterien praktisch "zum Fraß" vorlegt.

Dem Verhandlungsgeschick des Vorstandes ist es zu verdanken, dass Einsätze und Gerätschaften großzügig gesponsert wurden von verschiedenen Firmen. Und in einer der Vorstandssitzungen hat Bürgermeister Kirchmaier eine Zuwendung von 5000 Euro aus dem Umweltfonds der ESB versprochen. Man will aber auch wieder Benefizveranstaltungen organisieren.

Außerdem hofft man auf weitere Mitglieder: "Der Beitrag ist gering und es wird keiner zum Arbeiten verpflichtet", betont Vorstand Gillnhammer ausdrücklich. Das Anmeldeformular und viele Informationen und Fotos sind auf der Internetseite www.schmiedsee.de zu finden.

Quelle: rosenheim24.de

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