Schönerer Rahmen für den Abschied

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Mitten durch die Malerei in der Aussegnungshalle wurden vor Jahrzehnten die Stromkabel gezogen. Auch das soll im Zuge der Sanierung verändert werden.

Wasserburg - Die Aussegnungshalle im Altstadtfriedhof muss saniert werden. Außen ist dies schon vor fünf Jahren geschehen, nun ist das Innere dran.

Da sei über Jahrzehnte hinweg nichts passiert, so Bürgermeister Michael Kölbl in der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses.

Die Fenster des denkmalgeschützten Gebäudes müssen erneuert werden, der Boden und die Stromversorgung ebenso. Der größte Brocken aber ist die Sanierung der Wände, die mit Encaustik-Malerei versehen sind. Was dazu führt, dass eine Wandbeleuchtung unmöglich ist.

Laut Kaspar Steindlmüller vom Bauamt haben Feuchtigkeit und Salze durch den Boden durchgeschlagen, die Sollnhofener Platten am Boden und unten an den Wänden müssen abgenommen werden, nach dem Einbau eines Unterbodens kann ein Entfeuchtungsputz die schlimmsten Schäden verhindern. Bisher liegen die Bodenplatten "auf Dreck", wegen der aufsteigenden Feuchtigkeit ist ein vernünftiger Unterbau nötig, in dem dann laut Steindlmüller auch gleich die Elektrik verlegt und Bodenlampen installiert werden sollen.

Rund 155.000 Euro an Kosten schätzt das Bauamt, davon allein 26.000 Euro für die Wandmalerei - dafür allerdings gibt es Zuschüsse. 50.000 Euro sind für die Elektrik samt Leuchtmitteln veranschlagt. Das war der Punkt, an dem die stellvertretende Bürgermeisterin Marlene Hof-Hippke einhakte. Denn die knapp 1000 Euro, die pro Bodenleuchte - ein Dutzend sind geplant - angesetzt sind, kamen ihr viel zu hoch vor. Vom Brucktor habe sie rund 200 Euro pro Lampe in Erinnerung. Auch Kölbl und Edith Stürmlinger (Bürgerforum) waren von der Bodenbeleuchtung nicht überzeugt: Bei drei Särgen und den dazugehörigen Kränzen und Gestecken befürchteten sie Dunkelheit im Raume, sprachen sich dafür aus, das Beleuchtungskonzept nochmal zu überdenken.

Oliver Winter (CSU) hatte Bedenken, das der Bodenaustausch tatsächlich etwas bringe, denn erstens blieben die feuchten Mauern stehen und zweitens stehe Wasserburg nun einmal im Grundwasser. Steindlmüller versicherte, dass nach den Erfahrungen des Bauamtes Bodenaustausch und Entfeuchtungsputz sehr effektiv seien, man habe da gute Erfahrungen gemacht. Dann solle man aber auch gleich die Stufe von der Aussegnungshalle auf den Friedhof beseitigen, so Winter. Das gehe nicht, die alte Tür müsse erhalten bleiben, so Steindlmüller. Da hatte Winter eine praktische Lösung parat: ein kleines Zusatztürchen, das bei Bedarf aufgemacht werden kann. Der stufenlose Eingang wurde ebenso in den Beschluss aufgenommen wie die Überprüfung des Beleuchtungskonzeptes.

"Es ist ein schönes Gebäude, das die Sanierung sicher verdient hat. Nur sollte nach der Sanierung die Aussegnung dann auch in der Halle sein, nicht mehr davor", so Otto Zwiefelhofer (CSU) unter allgemeinem Kopfnicken. Das allerdings wird erst im Herbst der Fall sein, spätestens zu Allerheiligen, so Steindlmüller. Bis dahin sind die Toten in der Friedhofskapelle aufgebahrt.

syl/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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