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Treffpunkt am Bienenplatz

„Die Natur ist ein perfekter Lehrer“: So sieht der Alltag im Schonstetter Waldkindergarten aus

Die Mädchen und Buben der Waldgruppe erleben ihre Kindergartenzeit in der Natur.
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Die Mädchen und Buben der Waldgruppe erleben ihre Kindergartenzeit in der Natur.

Kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung: Das ist die Devise im Schonstetter Waldkindergarten. So sieht der Alltag für die kleinen Naturburschen und -mädels aus.

Schonstett – Der Regen macht ihnen keine Probleme, denn es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur falsche Kleidung. Die Drei- bis Sechsjährigen sind wie Matrosen auf einem Fischkutter ausgestattet: lange Regenmäntel, Mützen, Gummistiefel – da prasselt jeder Regentropfen an ihnen ab. Im September 2021 wurde die Waldgruppe des Kindergartens „Fridolin Pusteblume“ eröffnet. Seit März erleben hier die Kinder eine Gartenzeit im Herzen der Natur.

Holz und Blätter statt Bausteine und Puppen

Sommer wie Winter sind die kleinen Naturburschen und -mädels draußen im Freien. Schutz bieten ihnen die dichten Äste der Bäume, selbst gebaute Hütten und wetterfeste Kleidung. Nur bei Unwetterwarnung bleiben sie in ihrer gemütlichen warmen Holzhütte, die auf einem Grundstück am Waldrand steht.

Es gibt einige Unterschiede zu einem „normalen“ Kindergarten. Die Nähe zum Haupthaus ist aber trotzdem da. „Waldgruppen haben den gleichen Bildungs- und Erziehungsauftrag wie eine Gruppe, die im Haus ist“, erklärt Maren Tschentscher (34), Erste Vorsitzende des Kindergartenvereins Schonstett. Ihre beiden Jungs Henri (5) und Toni (3) gehören zu den Kids, die eine tolle Zeit im Waldkindergarten erleben dürfen. „Sie machen ihr pädagogisches Angebot mit den vorhandenen Dingen, die der Wald ihnen bietet“, setzt Tschentscher fort. Statt Bausteine, Puppen, Puzzle, Autos und Co. begeistern sich Kinder im Waldkindergarten für Holz, Blätter, Tannenzapfen, Steine und die vielen Bewohner, die dort heimisch sind. Statt Kinderlieder hören sie Vogelgezwitscher oder singen selbst schöne Lieder.

Viele Anforderung an das Grundstück

Bei dem Besuch fällt auf: Es sind fröhliche und empathische Kinder, die hart im Nehmen sind und fest zusammenhalten. Schon von klein auf lernen sie, dass auf die Schwächeren gut aufgepasst werden muss.

Martina Bauer (43) und Tina Schomburg (53) sind die Erzieherinnen der Waldgruppe. Sie haben genauso viel Spaß in der Natur wie ihre kleinen Schützlinge. Bauer ist unter anderem auch Wildnispädagogin. Sie gestaltete den neuen Waldkindergarten mit. Es mussten natürlich eine Menge Kriterien erfüllt werden, wie ein geeignetes Grundstück zu finden, gute Anfahrtswege und die Erlaubnis für die Benutzung des Waldes.

Doch inzwischen hat sich alles eingespielt: „Wir treffen uns am Morgen alle am Basisplatz, dem sogenannten ‚Bienenplatz‘. Dann überlegen wir, ob wir dort bleiben oder einen unserer anderen vier Plätze anwandern“, erzählt Bauer. „Wir gehen dann gemeinsam los, machen unseren Morgenkreis und nehmen unsere Brotzeit zu uns. Dann gibt es eine Spielphase und kurz vor zwölf geht es wieder zurück zum ´Bienenplatz`“, setzt sie fort.

Das Schöne: Die Abwechslung

Der Waldkindergarten ist in vielen Punkten etwas ganz Besonderes. „Das Schöne ist, dass wir hier immer Abwechslung haben. Die Kinder haben ein ganz anderes Bewusstsein zur Natur. Dadurch, dass sie das kennenlernen dürfen, wissen sie natürlich auch mehr über die Zusammenhänge und haben eine ganz andere Wertschätzung. Die Natur ist ein perfekter Lehrer“, sagt die Pädagogin.

Über die tierischen Bewohner wie Vögel, Schmetterlinge, Bienen und Insekten freuen sich die Kleinen immer. „Die Kids im Waldkindergarten bewegen sich natürlich viel. Es schweißt die Gruppe sehr zusammen. Man ist viel in Kommunikation, denn man hat ja keinen Schutzraum wie in einem Gebäude.

Miteinander reden, sich austauschen ist enorm wichtig“, erklärt Bauer. „Wir fördern und fordern den Zusammenhalt. Es wird auf den Langsamsten gewartet und die Älteren müssen den Kleineren helfen. Sie machen das aber gerne. Die Kinder leben im Hier und Jetzt. Sie nehmen alles mit ihren Sinnen wahr und sind begeistert über das, was sie sehen“, erklärt die Wildnispädagogin.

Gemüse im eigenen Hochbeet angepflanzt

Die Kinder der Waldgruppe haben sogar ein Hochbeet. Dort pflanzen sie ihr eigenes Gemüse an. Auch Bienenstöcke gibt es auf ihrem Grundstück. Bester Honig, den der Imker erntet, ist somit garantiert.

Ein Gedanke hinter diesem Konzept: Man muss nicht viel haben, um glücklich zu sein. „Wenn man geht, hinterlässt man Spuren. Es liegt an jedem selbst, welche Fußabdrücke er hinterlässt. Wir wollen hier Positives hinterlassen und mit der Natur und ihren Bewohnern respektvoll umgehen“, beschreibt Bauer. Und die Erwachsenen? Die können eine ganze Menge von den Kleinen lernen.

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