Unfallkommission handelte umgehend

Wie viele Schulwegunfälle enden tragisch?

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Die Schulwegunfälle seien rückläufig, passieren auf dem Land öfter und könnten trotz vorbeugender Maßnahmen nicht gänzlich verschwinden, heißt es von der Polizei.
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Landkreis – Der Unfallltod des Neunjährigen aus Schonstett lässt die Schulwegsicherheit in ein neues Licht rücken. Was tut die Polizei für die Sicherheit unserer Kinder auf dem Weg in die Schule?

46 Kommunen im Landkreis Rosenheim, viele Tausend Schüler, die täglich unterwegs sind. Weil Sicherheit im Straßenverkehr ohnehin ein wichtiges Thema ist, gibt es auch speziell für den Bereich des Schulweges ein Augenmerk, auf das die Polizei Wert legt: Vorbeugende Maßnahmen, damit den Kindern und Jugendlichen nichts passiert. Dies sei nicht erst Thema nach dem tragischen Unfalltod des Buben aus Schonstett vom Montag, heißt es von der Polizei.

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Stefan Sonntag vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd erklärt im Gespräch mit wasserburg24.de, dass in diesem Jahr 2014 bis Ende Oktober im Landkreis Rosenheim elf Schulwegunfälle passiert seien. „Im vergangenen Jahr 2013 hatten wir während des gleichen Zeitraums vierzehn Schulwegunfälle zu beklagen“, erklärt Sonntag.

Dieses Jahr seien die Zahlen also rückläufig, erklärt Stefan Sonntag weiter.

„Im Zehn-Jahres-Vergleich hatten wir im Landkreis Rosenheim keinen getöteten Schüler, seit 2004 ist der tragische Unfalltod des Jungen aus Schonstett der erste getötete Schüler im vergangenen Jahrzehnt“, so Sonntag auf Nachfrage. Die Unfallzahlen hätten sich in all den Jahren auf einem sehr niedrigen Niveau bewegt, heißt es aus dem Polizeipräsidium.

In Anbetracht der Tatsache, dass täglich im Landkreis Rosenheim und in der Stadt etliche tausend Schüler zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem Bus oder im Auto der Eltern unterwegs seien, könne die Anzahl der Schulwegunfälle als eher gering angesehen werden.

Schwerpunkt Land oder Stadt?

Stefan Sonntag stellt Stadt und Landkreis Rosenheim gegenüber und erläutert, dass eindeutig im städtischen Bereich mehr passiere als auf dem Land. „In der Stadt sind auf engem Raum vielmehr Schüler unterwegs als auf dem Land“, so Sonntag. Allerdings seien auf dem Land die Folgen von Schulwegunfällen meist gravierender. Die Geschwindigkeiten bei einem Unfall mit einem Fahrzeug seien im ländlichen Bereich einfach höher, darum wiegen die Verletzungen auf dem Land oft schwerer.

Was macht die Polizei für die Schulwegsicherheit?

„Die Sicherheit für Schüler ist uns sehr wichtig“ berichtet Stefan Sonntag im Interview. Zu Schulbeginn fänden regelmäßig Schwerpunktkontrollen rund um die Schulen statt, zudem werden durch die Polizei Schulweghelfer ausgebildet, die es Kindern einfacher machen, sicher über die Straße zu gehen. „Information der Eltern mit Tipps rund um die Sicherheit ihrer Schützlinge und die Jugendverkehrsschule in den vierten Klassen bilden einen wichtigen Teil unserer Arbeit“, heißt es von der Polizei.

Den Kindern die Verkehrsregeln zu verdeutlichen sei ein zwingender Schritt um sie fit für den laufenden Straßenverkehr zu machen, so der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Dies laufe schon seit Generationen und bleibe auch so, erzählt Sonntag, ebenso gestalte sich zunehmend erfolgreich auch der Besuch in Kindergärten. Hier würden die Kleinsten bereits über Gefahren im Straßenverkehr aufgeklärt und auf gefährliche Situationen hingewiesen. „Für die Schulbusfahrer werden regelmäßig Seminare abgehalten, um den Bustransport zur Schule besonders sicher zu gestalten, Rechte und Pflichten zu klären und die Sicherheit der Kinder an vorderste Stelle zu setzen“, berichtet Stefan Sonntag weiter.

Die Polizei tue viel, und trotzdem würden auch in der Zukunft tragische Unfälle nie gänzlich zu vermeiden sein, zeigt sich Sonntag betroffen.

Nach Unfällen kommt Analyse

Wenn es zu Unfällen komme, werde umgehend die Analysearbeit begonnen, so Sonntag. „Es gibt eine sogenannte Unfallkommission, die sich hier um die Aufarbeitung der Gründe des Unfalls kümmert“, berichtet Sonntag. Neben Vertretern der Polizei sind auch Gemeindevertreter, Mitarbeiter des Bauamtes sowie der obersten Verkehrsbehörde in der Unfallkommission mit vertreten. Gemeinsam werde erarbeitet, warum es zu Unfällen kam und was zukünftig dagegen gemacht werden könne.

„Wenn es Gefahrenschwerpunkte gibt, kann die Unfallkommission darüber beraten und sogar darüber entscheiden, ob es bauliche Veränderungen in dem Bereich geben soll oder sogar die Route des Schulbus ändern“, betont Sonntag gegenüber wasserburg24.de.

Die Unfallkommission könne beschließen, ob sich etwas ändern müsse und wie es geändert werden solle, damit so etwas nicht mehr passiere, klingt es aus dem Polizeipräsidium.

Mit der Einrichtung der neuen, innerorts gestalteten RVO-Haltestelle in Au bei Schonstett ist ein unbürokratischer Schritt geschehen, der nach dem Unfalltod des Schülers notwendig wurde.

Quelle: rosenheim24.de

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