Reaktion auf Unfalltod des Schulbuben

Nach Schulwegunfall: Jetzt neue RVO-Haltestelle

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Kurzfristig werde eine provisorische Haltestelle für die RVO-Verbindung in der Ortschaft Au eingerichtet, dies sei infolge des tragischen Unfalltodes des Schonstetter Buben entschieden worden, heißt es jetzt aus dem Landratsamt.
  • schließen

Schonstett – Nach dem Unglück mit dem getöteten Buben wird jetzt reagiert: Ab Donnerstag wird eine provisorische Haltestelle im Ortsteil Au eingerichtet. Dies wurde kurzfristig entschieden.

Schnelle Reaktion auf den Unfalltod des neunjährigen Schuljungen. Gerade wurde bekannt, dass der Unfalltod des Jungen eine Änderung in Bezug auf die Haltestelle in Au mit sich bringt.

Lesen Sie hier:

wasserburg24.de hat durch die Pressestelle des Landratsamtes Rosenheim erfahren, dass die Situation der Haltestelle für den zuständigen RVO-Bus an der Staatsstraße nahe Au in der Gemeinde Schonstett ab dem kommenden Donnerstag geändert werde. „Laut RVO-Fahrplan hält um 7.16 Uhr ein Bus an der Staatsstraße, der die Schulkinder an der Bushaltestelle abholt, an der sich das Unglück ereignet hat“ erklärt Michael Fischer.

Ein Verstärker, der aufgrund erhöhter Schülerzahlen zur gleichen Zeit eingesetzt werde, halte ab Donnerstag im Ortsteil Au nahe der dortigen Metzgerei, so der Pressesprecher des Landratsamtes im Gespräch mit wasserburg24.de. „Zukünftig wird einer der beiden Busse wie bislang auch an der Haltestelle an der Staatsstraße halten, der zweite jedoch fährt zukünftig durch die Ortschaft Au und hält an der provisorischen Haltestelle nahe der Metzgerei“, betont Fischer.

Im Fahrplan sei lediglich ein RVO-Bus eingetragen, der Verstärker könne in Zukunft am Morgen die Schulkinder immer an der neu eingerichteten Haltestelle in der Ortschaft selbst einsteigen lassen, heißt es aus dem Landratsamt weiter. „Damit reagiert man jetzt auf den Unfall und den Tod des Schuljungen“, berichtet Michael Fischer gegenüber wasserburg24.de.

Gefahr beim Schulweg nicht nur in Schonstett

Nach dem Schulwegunfall im Gemeindegebiet Schonstett wird über die Schulwegsicherheit auch in anderen Kommunen viel diskutiert. In weiteren Gemeinden im Altlandkreis Wasserburg scheint es ebenfalls gefährliche Überquerungen zur Bushaltestelle zu geben. Doch was gilt als besonders gefährlich? Viele Gemeinden fühlen sich dem Problem hilflos ausgesetzt. wasserburg24.de fragt nach und erhält von Bürgermeistern und Gemeindeverantwortlichen Meinungen, Einschätzungen und einen Rückblick der Bemühungen rund um das Thema „Straßenquerung zu Bushaltestellen“.

Das sagt Bürgermeister Huber aus Babensham

Babenshams Bürgermeister Josef Huber, der aktuell auch stellvertretender Landrat ist, erklärt im Gespräch, dass es an den Bushaltestellen auf freier Strecke und insbesondere auf Staatsstraßen oder sogar Bundesstraßen mit Geschwindigkeitsbeschränkungen eher problematisch sei. „Die Gemeinde in Schonstett hat durch mehrere Anträge ja bereits öfter versucht, Geschwindigkeitsbegrenzungen durchzusetzen, bislang ohne Erfolg“.

Auch auf Bundesstraßen gestalte sich eine Querungshilfe sehr kompliziert oder ein Tempolimit oft unrealistisch, heißt es aus dem Rathaus weiter. Das Bundesgesetz habe viele Bitten von Kommunen nicht erhören können, unter anderem wohl deshalb, weil Geschwindigkeitsbegrenzungen die Leichtigkeit des Straßenverkehrs beeinträchtigen würden, berichtet Huber traurig. Er verstehe, dass Schonstetts Bürgermeister Josef Fink sauer reagiere, weil die Gemeinde mehrfach auf den Gefahrenpunkt durch regen Straßenverkehr hingewiesen habe und keine Lösung in Sicht sei, so Huber auf Nachfrage gegenüber wasserburg24.de.

Man könne nie ausschließen, dass nicht auch trotz Tempolimit etwas passieren würde, ist sich Josef Huber sicher. Dennoch sei es eine vorbeugende Geschichte und eine Möglichkeit, dass eventuell weniger passiere, so das Gemeindeoberhaupt. „In Babensham haben wir auf freier Strecke lediglich an der Abzweigung Schambach einen Gefahrenpunkt, der aber leider nicht gelöst werden kann“, heißt es von Huber. Hier sei es allerdings so, dass beim Aussteigen aus dem Bus die Schulkinder direkt am Straßenrand stünden.

Querungshilfen seien an dieser Staatsstraße ebenfalls nicht realisierbar, bekräftigt der Rathauschef. Geschwindigkeitsbegrenzungen als Zeichen gegen schlimme Unfälle. Die Gemeinde Babensham hat durch angebrachte Schilder mit Tempolimits versucht, Gefahr zu minimieren. Die Folge: Die Gemeinde bekam Beseitigungsanordnungen! „Tempolimits sind an Richtlinien gebunden, da sind wir Kommunen, bei Bundesstraßen sogar der Landkreis, oft nicht autark genug “, heißt es von Josef Huber.

Wasserburg realisierte bereits 

In der Stadt Wasserburg sei man gut aufgestellt, berichtet Bürgermeister Michael Kölbl.

Sicherheit sei wichtig und darum hätte man mit Querungshilfen, Inselbereichen und nun auch der neu hinzugekommenen Ampel viel für die Sicherheit der Schulkinder tun können, so Kölbl auf Nachfrage. „In Wasserburg konnten wir in den Stadtteilen viel realisieren, dass die Schulkinder etwas sicherer über die Straße zur Bushaltestelle oder direkt zur Schule gehen können“, heißt es aus dem Rathaus.

Edling und Amerang sogar mit Bundestraßen-Querung

In Edling und Amerang sind einige Bushaltestellen im Bereich von Bundesstraßen angelegt. B15, B304, viele Schulkinder überqueren täglich die Bundesstraße, um zum Bus zu gelangen.

Von der Gemeinde Edling wird bestätigt, dass es einige notwendige Querungen von Schülern an Bundesstraßen gebe, in Amerang erklärte uns Anton Görgmayer die aktuelle Situation im Gemeindebereich Amerang. „Es ist ein schwieriges Thema, das uns schon lange begleitet, das aber wohl eine deutschlandweite Problematik ist“ so Görgmayer im Interview mit wasserburg24.de.

Im Bereich der geschlossenen Ortschaften gestalte sich bei niedrigem Tempo keine akute Gefahr, wohl aber im Bereich nach Stephanskirchen“, heißt es aus dem Ameranger Rathaus. „Hier müssen die Kinder über die B304“, berichtet Görgmayer. Unterführung, Ampelanlage oder Fußgängerüberweg seien nicht möglich in vielen Bereichen, erklärt der Zuständige für den Schulbereich in Amerang. Die Situation sei schwierig zu lösen, weil ein Schulbus auch nicht großräumig umfahren und alle 200 Meter halten könne, um die Kinder einzusammeln, zeigt sich Görgmayer realistisch. „Sonst dauert eine Schulbustour ja eineinhalb Stunden“.

Lage in Eiselfing

Ebenfalls nicht ganz ungefährlich sind manche Bushaltestellen für Schulkinder in der Gemeinde Eiselfing. „Wir haben vor einiger Zeit Anträge an die Verkehrsbehörde gestellt bezüglich Gefahrenstellen und der Bitte um Lösungsmöglichkeiten“, heißt es vom Rathauschef. Man bat um einen Kreisverkehr sowie um machbare Geschwindigkeitsbeschränkungen, so Georg Reinthaler. „In Kürze wird es einen Ortstermin an der Kreisstraße im Gemeindegebiet geben, weil wir sehr gerne eine Querungshilfe einrichten würden", erklärt Reinthaler im Gespräch mit wasserburg24.de.

Eiselfing bleibe dran an dem Thema, doch freilich habe jede der 46 Kommunen spezielle Gefahrenpunkte und nicht alles sei umgehend realisierbar, lenkt Reinthaler ein. „Die Behörden können sich oft nicht einfach über das Recht hinwegsetzen“ ist sich Reinthaler im Klaren.

Straßenbauamt führt nur aus

Josef Fink aus Schonstett nahm unter anderem das Bauamt stärker in die Pflicht, für mehr Sicherheit auf dem Schulweg, speziell beim Überqueren von Staatsstraßen, zu sorgen.

Nachgefragt beim Straßenbauamt äußerte man sich sehr verwundert: „Schonstetts Bürgermeister müsste eigentlich wissen, dass wir als Straßenbauamt nicht für die Anordnung von Verkehrsschildern zuständig sind. Wir führen lediglich aus, sind Exekutive. Anträge gehen an die oberste Verkehrsbehörde ans Landratsamt und die entscheiden dort auch darüber“, heißt es von einem Mitarbeiter aus dem Straßenbauamt. Weder für Bushaltestellen noch für die Entscheidung, wo welches Verkehrsschild aufgestellt werden solle, sei das Straßenbauamt verantwortlich. „Wir stellen auf, wenn uns die Verkehrsbehörde den Auftrag dazu gibt“, so das Straßenbauamt gegenüber wasserburg24.de.

Der Zuständige der obersten Verkehrsbehörde im Landratsamt Rosenheim war zu keiner Stellungnahme oder Einschätzung bereit. „Wenden Sie sich an die Pressestelle“, hieß es von Sachgebietsleiter Werner Feichtner. Von der Pressestelle wurde daraufhin die kurzfristige Entscheidung über die provisorisch eingerichtete Haltestelle in der Ortschaft Au bekanntgegeben.

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Schonstett

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser